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Das Bild möchte etwas einfangen von den sehnsuchtsvoll ausgestreckten Armen der Menschheit und vom Glück des Kindes aufgenommen zu werden. So spielen es oft Eltern mit ihren Kindern. Sicher auch Jesus, Maria und Josef. Dass es mit dem Willkommen aber oft auch hapert und damit auch mit dem Glück der Kinder, schildert uns Lukas.

© Foto: Thomas Gertler

Lukas 2,1 - 2,7

2,1 In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl, alle Bewohner des Reiches in Steuerlisten einzutragen. 2 Dies geschah zum ersten Mal; damals war Quirinius Statthalter von Syrien. 3 Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen. 4 So zog auch Josef von der Stadt Nazaret in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Betlehem heißt; denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids. 5 Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete. 6 Als sie dort waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft, 7 und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war.

Seitwert
Münchner Stadtkrippe 1954
© Foto: Richard Huber - CC BY-SA 3.0


Dass heute Weihnachten wird

Wenn wir jetzt Weihnachten feiern, dann ist das nicht nur eine Erinnerung an das, was damals geschehen ist. Wir gedenken nicht allein des Ereignisses der Geburt Jesu, das schon über 2000 Jahre her ist. Wenn wir Weihnachten feiern, dann „vergegenwärtigen“ wir das Geschehen der Geburt. Wir feiern, dass sie sich auch heute ereignet – dass Gott auch heute unter uns geboren wird.

Was bedeutet das?
Gott wurde Mensch, um uns ganz nahe zu sein, und um uns zu zeigen, wie sehr er uns liebt. Er wollte seine Liebe nicht nur den Zeitgenossen Jesu schenken, sondern jedem Menschen immer wieder neu – auch heute.

Wie damals, so erscheint uns Gott auch heute im Menschen. Die Menschwerdung Gottes kann sich heute in jedem einzelnen von uns ereignen. Er braucht uns, um in der Welt sichtbar zu werden. Paulus sagt: Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir. Das kann Paulus sagen, weil er erfahren hat, dass Christus in ihm geboren wurde.

Wie kann das geschehen?
Wenn wir Gott empfangen wollen, muss in unserem Herzen Platz für ihn sein. Das bedeutet zuerst, dass wir ihn überhaupt so nahe an uns heranlassen wollen. Gott hat uns Freiheit geschenkt und so lässt er uns auch frei entscheiden, ob wir ihn überhaupt empfangen wollen. Als zweites ist es wichtig, dass wir sozusagen „den Richtigen“ in unser Herz lassen. Wir mischen in das Bild, das wir von Gott haben, oft viel von unseren Vorstellungen und Wünschen, wie wir Gott gerne hätten, hinein. Wir machen uns unseren Gott so, wie wir ihn uns wünschen. Wenn wir Bitten gegenüber Gott formulieren, erwarten wir oft, dass er sie genauso erfüllt, wie wir sie äußern – und vergessen dabei, dass Gott noch viel Größeres mit uns machen würde, wenn wir ihn nur ließen.

Wenn wir feste Vorstellungen davon haben, wie Gott zu sein hat, dann kann er nicht in unser Herz kommen, so wie er ist. Im folgenden Bild wird das vielleicht deutlich: Ich erwarte einen Freund aus Schulzeiten, den ich über Facebook wieder getroffen habe. Wir hatten uns aus den Augen verloren und uns dann zufällig im Internet wieder getroffen und gute Gespräche geführt. Jetzt will er mich besuchen. Ich erinnere mich noch gut daran, wie er aussah und wie er so war und hatte Ideen, wie er sich verändert haben könnte. Doch als er vor meiner Tür steht, erkenne ich ihn nicht und schicke ihn wieder weg, weil er nicht meinen Erwartungen entspricht. So könnte es auch mit Gott geschehen, den ich nur einlassen will, wenn er genau meinen Erwartungen entspricht, ich aber nicht offen dafür bin, wie er wirklich ist.

Gott kann erst dann in uns geboren werden, wenn wir unser Herz leer machen von festgefahrenen Vorstellungen über Gott, wenn wir Ja zu ihm sagen und ihn vorbehaltlos in uns Mensch werden lassen. Dann geschieht auch etwas Wunderbares mit uns: Wir können wirklich Mensch werden – so wie Gott uns gewollt hat. Dann wird bei uns wirklich Weihnachten.

Gott wird dann in uns geboren,
wenn alle Kräfte unserer Seele,
die vorher durch Gedanken, Bilder
und was es auch sei
gebunden und gefangen waren,
ledig und frei werden
und in uns alle Absicht
zum Schweigen kommt.

(Meister Eckhart)

Herzliche Grüße und gesegnete Weihnachten wünscht
Anna Mersch

23.Dezember 2015

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