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Das Buch der Sprüche enthält ein Lob der tüchtigen Frau. Es ist uralt, fremd und aus anderen Zeiten. Aber der Fleiß und die Arbeit kommen darin auch reichlich vor. Und das Zeichen und die Wirklichkeit des Knäuels finden Sie auch. Die Frau webt und spinnt und strickt. Das alte (und ursprünglich nicht verächtliche) Wort „Weib“ kommt von „Weben“. Und darin steckt auch diese Beziehungsarbeit, die die Frau leistet. Sie spinnt und webt die Fäden, die die Familie und die Freunde und Gäste miteinander verknüpft.

Weben in 15. Jahrhundert

Sprüche 31, 10 - 31

31,10 Eine tüchtige Frau, wer findet sie? / Sie übertrifft alle Perlen an Wert.
11 Das Herz ihres Mannes vertraut auf sie /.und es fehlt ihm nicht an Gewinn.
12 Sie tut ihm Gutes und nichts Böses /.alle Tage ihres Lebens.
13 Sie sorgt für Wolle und Flachs /und schafft mit emsigen Händen.
14 Sie gleicht den Schiffen des Kaufmanns: /.Aus der Ferne holt sie ihre Nahrung.
15 Noch bei Nacht steht sie auf, /um ihrem Haus Speise zu geben /
16 Sie überlegt es und kauft einen Acker, /vom Ertrag ihrer Hände pflanzt sie einen Weinberg.
17 Sie gürtet ihre Hüften mit Kraft /und macht ihre Arme stark.
18 Sie spürt den Erfolg ihrer Arbeit, /auch des Nachts erlischt ihre Lampe nicht.
19 Nach dem Spinnrocken greift ihre Hand, /ihre Finger fassen die Spindel.
20 Sie öffnet ihre Hand für den Bedürftigen /und reicht ihre Hände dem Armen.
21 Ihr bangt nicht für ihr Haus vor dem Schnee; /denn ihr ganzes Haus hat wollene Kleider.
22 Sie hat sich Decken gefertigt, /Leinen und Purpur sind ihr Gewand.
23 Ihr Mann ist in den Torhallen geachtet, /wenn er zu Rat sitzt mit den Ältesten des Landes.
24 Sie webt Tücher und verkauft sie, /Gürtel liefert sie dem Händler.
25 Kraft und Würde sind ihr Gewand, /sie spottet der drohenden Zukunft.
26 Öffnet sie ihren Mund, dann redet sie klug /und gütige Lehre ist auf ihrer Zunge.
27 Sie achtet auf das, was vorgeht im Haus, /und isst nicht träge ihr Brot.
28 Ihre Söhne stehen auf und preisen sie glücklich, /auch ihr Mann erhebt sich und rühmt sie:
29 Viele Frauen erwiesen sich tüchtig, /doch du übertriffst sie alle.
30 Trügerisch ist Anmut, vergänglich die Schönheit, /nur eine gottesfürchtige Frau verdient Lob.
31 Preist sie für den Ertrag ihrer Hände, /ihre Werke soll man am Stadttor loben.

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© Foto: G. Nissen


Das Knäuel

Bevor Mark Gungor das weibliche Hirn beschrieb, hat er sich etwas ängstlich bekreuzigt … Nur zu verständlich. Denn es ist ja so anders als das männliche. Es gleicht nämlich nicht einer Schachtelsammlung, sondern einem Knäuel von Drähten und Leitungen, die alle miteinander verbunden sind. Alles ist mit allem verbunden und alles hat mit allem zu tun: die Kinder mit dem Mann und der Mann mit dem Auto und das Auto mit den Finanzen und mit dem Job und den Kindern und der Mann dann wieder mit der Schwiegermutter und mit mir selbst und meinem Denken. Es summt und brummt und arbeitet in diesem Hirn immerzu und allezeit. Angetrieben von der Energiequelle Emotion. Das Wort Emotion heißt ja schon Bewegung und was einen in Bewegung bringt. Und gerade alles das, was mit Emotionen und Gefühlen verbunden ist, das brennt sich ein in das Gedächtnis. Darum erinnern sich Frauen an alles und ganz genau…

Und Sie? Erinnern Sie sich an meine Grundthese? Frau und Mann bilden gemeinsam das Bild Gottes. Sie sind beide zusammen Gottes Ebenbild, in all ihrer großen Unterschiedlichkeit. Also nun auch das weibliche Denken und das weiblich Hirn. Es hat etwas Göttliches. Haben Sie es nicht geahnt? Spüren Sie es nicht, verehrte Damen? Ja, gerade in dieser Form des Denkens, Fühlens und Spürens von Zusammenhängen, darin ist das weibliche Denken göttlich. Denn es ist ja tatsächlich so, dass alles mit allem zusammenhängt. Und das alles hat wieder auch mit Gott zu tun und mit mir selbst. Wie wichtig und wie wahr! Und wie sinnstiftend! Wenn die Zusammenhänge verloren gehen, dann geht auch der Sinn kaputt. Mein Leben wird sinnlos, mein Arbeiten. Es gibt dann letztlich keine Beziehungen mehr. Ich stehe völlig allein da. Ja, sogar ich selbst löse mich auf in meine Bestandteile und kriege sie nicht mehr zusammen. Seele und Leib fallen auseinander. Und so fühlen sich alle, bei denen diese Einheit zerbricht. Also nicht trennendes Denken, sondern einendes Denken! Göttlich! Und das tut dann so gut und so wohl, wenn ich Zusammenhänge wieder wahrnehme und erkenne. Da gibt es viele Aha-Erlebnisse.

Es gibt nun aber drei teuflische Versuchungen, die mir immer begegnen. Die eine ist: „Ich muss alles zusammenhalten. Ohne mich und meine ständige Sorge fällt alles auseinander und in Stücke.“ In der Familie, aber genauso im Büro und in unserem Verein. Und diese ständig sorgende Frau und Mutter kennen wohl alle. Oder sind Sie es gar selbst? Es summt und brummt allezeit. Diese Frauen sind Meisterinnen im „Multitasking“.Sie schaffen alle Zeit und mehreres gleichzeitig und zwar oft mehr als der liebe Gott selbst, nämlich sieben Tage die Woche, nicht nur sechs. Sonst tut ja keiner was. Vor allem nicht der Mann mit seiner Null-Box. Bei ihr aber summt und brummt es immerzu. Mehr schaffen zu wollen als der liebe Gott, bringt natürlich in totale Überforderung. Es ist einfach nicht hinzukriegen, selbst in sieben Tagen nicht. Da lautet die frohe Botschaft für die Gott ebenbildliche Frau: du bist – Gott sei Dank! – nicht Gott. Du bist nur sein Bild. Schau wenigstens mal auf Deinen Mann mit seiner geliebten leeren Box. Setz dich hin wie er und mach auch mal nix. Mach mal Pause und lass mal los und lass mal sein!

Ja und die andere Gefahr begegnet mir auch oft. Es hängt alles zusammen und alles hat mit allem zu tun. Und darum weiß ich bei Problemen oft nicht, wo Anfang und wo Ende ist und wo das Knäuel beginnt. Man möchte irgendwo anfangen, zum Beispiel mit den Kindern, aber die hängen ja mit dem Mann zusammen und der wieder mit dem Hobby und mit seinem „Immer wieder weg Sein“. Wo fängt es an, wo hört es auf? Alles hängt mit allem zusammen und alles verwirrt sich immer mehr. Kommt Ihnen irgendwie bekannt vor? Da gibt’s nur eins: die Knotenlöserin von Augsburg. Ein gutes Vorbild: mit Geduld und nicht mit Gewalt und nicht immerzu anderswo anfangen. Nein an der einen Stelle dran bleiben und den Faden nicht verlieren! Dran bleiben an dem einen Knoten. Das löst ihn allmählich. Und gerade weil alles mit allem zusammen hängt, darum löst man mit dem einen Knoten wo möglich sofort viele andere und schafft wieder mehr Klarheit.

Und ein dritter Punkt. Weil alles mit allen zusammenhängt und ich selbst da auch mit drinhänge, darum haben Frauen auch oft für alles Verständnis, für jeden Wunsch und jeden Anspruch. Ich verstehe das Anliegen, die Sehnsucht, den Wunsch und die Ansicht des anderen und darum sage ich auch Ja dazu und versuche, ihm gerecht zu werden. Und das kann lebensgefährlich werden. Ich sage dann nämlich zu Sachen, zu Verhaltensweisen, zu Beziehungen Ja, die mir gar nicht gut tun. Und das zeigt sich – wenn ich es nicht bemerke – oft körperlich. Ich sage Ja, aber ich kriege einen Krampf im Bauch. Oder mir wird schlecht. Oder ich verstumme. Oder ich werde völlig gefühllos. Oder ich kann nicht mehr zuhören. Ich werde unglaublich müde und fühle mich schwach. Das alles sind mögliche Symptome dafür, dass ich zu viel und zu leicht Ja gesagt habe… Sie dürfen auch laut und deutlich Nein sagen. Das kann sehr befreiend sein.

Und jetzt noch ein letzter wichtiger Hinweis. Frauenhirne sitzen manchmal auch in einem Männerschädel und umgekehrt. Frauen kennen auch mal die Null-Box. Oder zu viel arbeitende Männer dürfen sich mal fragen, ob sie meinen, ohne sie bräche alles zusammen? Wenn ich spüre, ich habe erhebliche Anteile vom anderen Geschlecht – dann ist das nicht schlecht, sondern gut. Mark Gungor spricht nämlich nur prinzipiell und generell, aber nicht speziell – gell!

Damit grüßt Sie herzlich und wünscht eine frohe Fastenzeit
Thomas Gertler SJ

18. Februar 2015

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