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Lukas beschreibt in seinem 17. Kapitel wunderbar den Unterschied zwischen Heilung und Heil, zwischen Gesundwerden und Erlösung. Lesen Sie mal und bedenken Sie mal diese folgende kleine Geschichte. Nur einer von zehn ist wirklich ein anderer geworden. Er glaubt, dass in der Heilung nicht nur ein Gesundwerden geschehen ist, sondern dass ihm darin Gottes Heil angeboten worden ist. Wie viele Menschen werden in unseren Krankhäusern geheilt, wer merkt, dass er darin auch Gottes Heil angeboten bekam?

Evangeliar von Echternach um 1040.

Lk 17,11 - 19

17,11 Auf dem Weg nach Jerusalem zog Jesus durch das Grenzgebiet von Samarien und Galiläa. 12Als er in ein Dorf hineingehen wollte, kamen ihm zehn Aussätzige entgegen. Sie blieben in der Ferne stehen 13und riefen: Jesus, Meister, hab Erbarmen mit uns! 14 Als er sie sah, sagte er zu ihnen: Geht, zeigt euch den Priestern! Und während sie zu den Priestern gingen, wurden sie rein. 15 Einer von ihnen aber kehrte um, als er sah, dass er geheilt war; und er lobte Gott mit lauter Stimme. 16Er warf sich vor den Füßen Jesu zu Boden und dankte ihm. Dieser Mann war aus Samarien. 17 Da sagte Jesus: Es sind doch alle zehn rein geworden. Wo sind die übrigen neun? 18 Ist denn keiner umgekehrt, um Gott zu ehren, außer diesem Fremden? 19 Und er sagte zu ihm: Steh auf und geh! Dein Glaube hat dich gerettet.

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© Foto: Das Robert - CC BY-SA 3.0


Das hat mich gerettet!

Neulich habe ich schon mal von einer Rubrik in der Wochenzeitung „Die Zeit“ berichtet. Heute tue ich es schon wieder und eigentlich sollte mir „Die Zeit“ mal eine Spende überweisen für offensichtliche Reklame. Nun ja, aber ich bin auch „Der Zeit“ dankbar, dass sie so gute Ideen liefert und über so wichtige Themen schreibt. Also worum geht es? Die Rubrik steht immer am Ende des Zeitmagazins und heißt, na klar: „Das war meine Rettung“. Menschen berichten über Krisen, Zusammenbrüche, Katastrophen in ihrem Leben und darüber, was sie gerettet hat. Tröstlich und hilfreich.

Manchmal kann das einfach ein Satz sein, der in einem ganz anderen Zusammenhang fällt, nun aber trifft und löst, rettet, ja, erlöst. Ein Beispiel: zwei Schwestern erleben die Scheidung der Eltern und, wie die aus den Ferien heim kommen, als noch größere Katastrophe, dass da jetzt die neue Freundin des Vaters in ihrem Zuhause wohnt. Totaler Schock. Die beiden kriegen kein Wort raus und fliehen ins Kino. Sie sehen Meryl Streep in „Jenseits von Afrika“. Meryl Streeps Freund verlässt sie und sie weiß, es ist endgültig aus. Dann besucht er sie noch einmal und sie sagt dann ungefähr zu ihm: „Wenn es ganz schlimm ist und es dann noch schlimmer kommt, dann weiß man, dass man alles überstehen kann.“. Die beiden Mädchen heulen aus ganzem Herzen mit Meryl Streep, aber der Satz hilft ihnen auch, diese Katastrophe zu Hause zu überstehen und wieder zu reden.

Gibt es auch in ihrem Leben solche Sätze, die getroffen, gelöst, gerettet und erlöst haben?

Es ist auch oft einfach die Hilfe und der Beistand eines anderen Menschen. Nicht die eigene Kraft und die eigene Entschiedenheit haben zum Beispiel einer Frau (Jutta Limbach) nach der Herzoperation wieder zu eigenem Leben und neue Kraft verholfen. Gerettet hat sie die Zähigkeit und die Hilfsbereitschaft ihres Mannes, der täglich mit ihr gelaufen ist. Immer mehr, bis sie ihre alte Kraft wieder gewonnen hatte. Kennen Sie solche Helferinnen und Helfer? Haben Sie schon Ähnliches erlebt? Wer hat Sie gerettet?

Oder hier gleich eine dreifache Rettung. Die Mutter des Geigers Daniel Hope wird durch „Zufall“ Sekretärin des Geigers Yehudi Menuhin und erlöst ihn von seinem chaotischen Leben. Yehudi rettet sie, indem er sie zu seiner Mitarbeiterin und Managerin macht und damit zugleich den Sohn Daniel, der ebenfalls zu einem bekannten Geiger wird. Wunderbar. Und hier nachzulesen.

Die Erlösung und Rettung durch Gott geht genau auf diese Weise. Durch die Liebe, durch die Worte und die Taten von Menschen und nicht anders. Selbst wenn es ein Film ist, selbst wenn es ein Buch ist, selbst wenn es ein eigener Gedanke ist. Wenn ich meinem Gedanken nachgehe, der mir geholfen, mich gerettet hat, ist er immer irgendwoher gekommen, selbst wenn ich meine, er sei ganz und allein aus mir selbst hervorgegangen. Dass ich nämlich denken kann, dass ich Phantasie habe, habe ich gelernt, da hat mir jemand geholfen. Nie ist alles aus mir selbst gekommen.

Allerdings Erlösung im christlichen Sinne ist das alles erst, wenn ich daraus dankbar werde – nicht nur im Sinne von „noch mal Schwein gehabt!“ Und: „Jetzt kann ich weiter machen wie bisher.“ Dann bin ich ja nicht wirklich gerettet und erlöst sondern ganz der Alte. Nein, da muss noch etwas mehr passieren und ich über mich selbst hinauskommen und ein dankbarer und liebender Mensch werden.

Ja, dann ist es Erlösung – wenn ich wieder lachen kann, den nächsten Schritt sehe, ihn gehe, aus dem Dunkel ins Licht finde, aus der Ohnmacht in die Freiheit, aus dem Verstummen zum befreienden Wort finde. Und wenn ich zu all dem auch anderen Menschen zu helfen vermag. Dann bin ich ein erlöster Mensch. Gott sei Dank!

Und Geschichten wie die aus „Der Zeit“ helfen, daran zu glauben, dass es auch mit mir und meinem Leben geschehen kann. Dass die Rettung nahe ist.

Es grüßt Sie herzlich
Thomas Gertler SJ

18. März 2015

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