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Jesus trifft im Grenzgebiet zu Samarien eine Truppe von Aussätzigen. Indem er die Zehn gesetzesgemäß zu den Priestern schickt, werden sie geheilt. Und wo bleiben sie? Das Gesetz ist eingehalten, die Heilung priesterlich bestätigt. Nur einer der Geheilten, ausgerechnet ein Stammesfremder, kehrt zu Jesus zurück und dankt ihm. So ist diesem nicht nur die Rückkehr in die Gesellschaft geschenkt, sondern seine Dankbarkeit führt ihn auch tiefer in die Beziehung zu Gott:

© Foto: Sanchezn / Wikimedia

Lk 17, 11-19

11 Auf dem Weg nach Jerusalem zog Jesus durch das Grenzgebiet von Samarien und Galiläa.
12 Als er in ein Dorf hineingehen wollte, kamen ihm zehn Aussätzige entgegen. Sie blieben in der Ferne stehen
13 und riefen: Jesus, Meister, hab Erbarmen mit uns!
14 Als er sie sah, sagte er zu ihnen: Geht, zeigt euch den Priestern! Und während sie zu den Priestern gingen, wurden sie rein.
15 Einer von ihnen aber kehrte um, als er sah, dass er geheilt war; und er lobte Gott mit lauter Stimme.
16 Er warf sich vor den Füßen Jesu zu Boden und dankte ihm. Dieser Mann war aus Samarien.
17 Da sagte Jesus: Es sind doch alle zehn rein geworden. Wo sind die übrigen neun?
18 Ist denn keiner umgekehrt, um Gott zu ehren, außer diesem Fremden?
19 Und er sagte zu ihm: Steh auf und geh! Dein Glaube hat dir geholfen.

 

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Danken macht reich

Von drei „Dankbarkeitstötern“ spricht Willi Lambert in seinem Büchlein Aus Liebe zur Wirklichkeit: Stolz, Selbstverständlichkeit und falsches Anspruchsdenken. Der Stolz, so Lambert, glaubt, dass er alles selber machen und schaffen müsse und so nur sich selbst verdanke. Mit Selbstverständlichkeit werde zwar alles genommen, jedoch nicht wahr-genommen als Geschenk. Schließlich falsches Anspruchsdenken, das glaubt, auf alles ein Recht zu haben. „Ein undankbarer Mensch ist ein armer und einsamer Mensch“, so der Jesuitenpater.

In diesen Tagen feiern wir Christen in den Gottesdiensten „Erntedank“.
Allerlei bunte Garten- und Feldfrüchte, Herbstblumen und Erntekronen schmücken landauf und landab die Kirchenräume als Zeichen dafür, dass Gott das irdische Leben nährt und erhält. Gott ist aber mehr als der Schöpfer von Kürbissen und Kartoffeln. Vielmehr ist er fortwährender Schöpfer unseres ganzen menschlichen Daseins mit Leib, Seele und Geist. Für eines unserer höchsten Güter, die Freiheit, durften wir Deutsche gerade erst letzte Woche, am Tag der deutschen Einheit, zu Recht wieder von Herzen danken!

Dass uns stets ausreichend materielle und geistige Güter zur Verfügung stehen, ist nicht selbstverständlich, auch nicht, dass wir lokal und global verantwortungsvoll mit ihnen umgehen. Im drastischen Widerspruch zum Erntedankfest steht die Tatsache, dass in unseren deutschen Haushalten durchschnittlich ein Drittel der gekauften Lebensmittel weggeworfen wird, im gesamten Handel sogar bis zur Hälfte! Wegzuwerfen ist bequemer und leider oft auch billiger, als bewusst einzukaufen. Blind zu konsumieren geht schneller, als nachzudenken, was ich wirklich brauche und was mir und anderen wirklich gut tut. Wie verantwortungslos Wirtschafts- und Staatsführer/innen mit den Gaben der Erde und der Würde der Menschen umgehen können, stellen uns weltweit und täglich die Flüchtlingsdramen vor Augen – Flucht vor Hunger, Unterdrückung und Tod. So ist es gut, dass unser Erntedankfest häufig auch mit Spenden- und Solidaritätsaktionen verbunden ist, denn Danken drückt sich auch im Teilen und im Sorgen, nicht zuletzt auch im Beten aus.

Danken macht reich. - Vielleicht erinnern Sie sich hier einmal, wann Sie das letzte Mal aus ganzem Herzen „Danke“ gesagt haben zu einem Menschen oder zu Gott? Wissen Sie noch, wann Sie sich das letzte Mal so richtig beschenkt gefühlt haben? Es fällt uns meist leichter, auf Mängel und Verluste zu achten, anstatt auf die leuchtenden Blätter eines Baumes, auf ein Lächeln des Nachbarn, auf die Freude spielender Kinder, auf den eigenen Atem oder die Sonnenstrahlen. Die Achtsamkeit des Herzens ist es, die die oft selbstverständlichen und tieferen Dinge wahrnimmt. Genau das meint Ignatius von Loyola, wenn er empfiehlt, beim Tagesrückblick zuerst „Gott unserem Herrn Dank (zu) sagen für die empfangenen Wohltaten“. Erst danach beginnt der eigentliche Rückblick auf die Licht- und Schattenmomente des Tages, die ich in Gottes Hand zurücklege. Als Erstes der Dank, dass ich lebe und da bin und dass ich Gottes Geschöpf bin! Probieren Sie es einmal: mit der Achtsamkeit des Herzens zurückzuschauen auf einen Tag, auf eine Freundschaft, einen Lebensabschnitt oder eine Aufgabe. Wer auf diese Weise das Danken einübt, dem kann es mehr und mehr zur inneren Haltung werden, zu einer Haltung, die reich, gelassen und beziehungsfähig macht. Wer dankbar ist, entdeckt in sich die Bereitschaft zum Teilen und auch zur Annahme eigener Grenzen. Dankbare Menschen vermögen schwere Erfahrungen, Verluste oder Enttäuschungen mit tieferem Vertrauen anzunehmen und zu tragen.

Übrigens freue ich mich immer dort, wo das Tischgebet gepflegt wird, vor allem in Familien und Gruppen. Ein kurzer Dank für die zubereiteten Speisen und die Bitte um Gottes Segen drücken eine wertschätzende Haltung aus; ein Gebet oder ein Lied vor oder nach dem Essen schafft Gemeinschaft und ermutigt zum Teilen. Manchmal im Restaurant mache ich selber einfach ein stilles Kreuzzeichen, auch wenn es mich Mut kostet.

Herzlich grüßt Sie
Ihre Marlies Fricke

09. Oktober 2013

 

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