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Gott spricht uns Menschen in unserer Ganzheit an, das heißt mit all unseren seelischen und leiblichen Kräften. In sichtbaren Zeichen, an jedem Ort und zu jeder Tageszeit möchte Er – ob im Alten Bund oder heute – unter uns Menschen und in unseren Herzen sein.

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4 Höre, Israel! Jahwe, unser Gott, Jahwe ist einzig.

5 Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft.

6 Diese Worte, auf die ich dich heute verpflichte, sollen auf deinem Herzen geschrieben stehen.

7 Du sollst sie deinen Söhnen wiederholen. Du sollst von ihnen reden, wenn du zu Hause sitzt und wenn du auf der Straße gehst, wenn du dich schlafen legst und wenn du aufstehst.

8 Du sollst sie als Zeichen um das Handgelenk binden. Sie sollen zum Schmuck auf deiner Stirn werden.

9 Du sollst sie auf die Türpfosten deines Hauses und in deine Stadttore schreiben.

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„Christus segne dieses Haus“

Da ist wieder eine! Unter der Teppichkante hinter dem Wohnzimmersessel. Blassgrün, spitz und vertrocknet – eine Tannennadel vom letzten Weihnachtsfest. Immer wieder finde ich noch einzelne Exemplare in der Sofaritze, zwischen Büchern, im Wischtuch oder auf dem Treppenabsatz. Schlecht geputzt, könne man meinen. Aber auf diese Weise werde ich noch öfters erinnert an das letzte Weihnachtsfest. Und frage mich: wie lange „dauert“ Weihnachten denn überhaupt? Liturgisch, also von den Bibeltexten und Gebeten in den Gottesdiensten her, ist die Weihnachtszeit mit der Taufe des 30-jährigen Jesus (Lukas-Evangelium, 3. Kap.) doch abgeschlossen, das war in diesem Jahr am 13. Januar. Der Abholtermin für die Christbäume ist längst gewesen, die Sternsinger waren an den Haustüren, und längst zeigt sich in den Schaufenstern und Bastelwerkstätten der Karneval an. In den Wohnungen sind die Weihnachtskrippen wohl alle wieder eingepackt. Nur in einigen Kirchen, vor allem in den großen wie hier im Paderborner Dom, steht die Krippe noch bis zum „Lichtmess“-Tag am 2. Februar. – „Ich steh‘ an deiner Krippe hier“ bis Anfang Februar?

Eigentlich ist es ganz schön, wenn ein bisschen von Weihnachten unter den Teppich gekehrt wird und ich nun in ganz „kleinen Epiphanien“ (Gabriele Wohmann), in ganz kleinen Zeichen öfter nochmals an das Geschehen von Bethlehem erinnert werde. Denn die Menschwerdung Gottes in dieser Welt ist ja nicht abgeschlossen, im Gegenteil: Gottes Nähe und Menschenfreundlichkeit will ja durch jede und jeden von uns täglich neu erfahren und weitergesagt werden.  

Das erinnert mich an die Geschichte vom alten Jim, der jeden Mittag um zwölf in die Dorfkirche ging und kurze Zeit später wieder heraus kam. Einmal fragte der Pfarrer ihn, was er in der Kirche tue. „Ich gehe hinein, um zu beten“, antwortete Jim. „Aber du bist nie lange genug in der Kirche, um zu beten“, erwiderte der Pastor. „Doch.“ sagte der alte Mann. „Ich kann zwar keine langen Gebete sprechen, aber ich komme täglich vorbei und sage: ‚Jesus, hier ist Jim‘. Dann warte ich eine Minute, und er hört mich.“ Eines Tages kam Jim wegen einer Beinverletzung ins Krankenhaus. Bald merkte das Pflegepersonal, dass die Patienten auf der Station viel freundlicher miteinander umgingen und oft lachten. „Das liegt an dir, Jim“, sagte eine Schwestern zu dem alten Mann. „Du bist immer fröhlich, und das steckt die anderen an.“ „Das liegt an meinem Besucher“ entgegnete Jim. „Dein Besucher?“, fragte die Schwester. „Aber ich habe noch nie Besuch bei dir gesehen.“ „Immer mittags um zwölf kommt er“, sagte Jim. „Er kommt, stellt sich an das Fußende meines Bettes und sagt: ‚Hallo Jim, hier ist Jesus‘.“

Vielleicht versuchen Sie einmal, wo immer Sie gerade sind, für einen Moment Ihre Augen zu schließen und Ihren eigenen Namen einzufügen in den kurzen Gebetssatz: „Hallo Jesus, hier ist …“

Ein ähnliches Zeichen ist für mich das Segenswort, das die Sternsinger alljährlich auf dem Rahmen meiner Wohnungstür hinterlassen. In diesem Jahr steht da: 20¬C+M+B¬13. Die Initialen der Drei Weisen, Caspar + Melchior + Balthasar, stehen für den Segenswunsch: CHRISTUS MANSIONEM BENEDICAT, in Deutsch: Christus segne dieses Haus. Jedes Mal, wenn ich auf das Zeichen schaue, fallen mir auch Nachbarn, Familien oder Freunde ein, die es gerade schwer haben. Christus, segne ihr Haus! Besonders freue ich mich, wenn dieses Zeichen an den Türen öffentlicher Gebäude zu sehen ist, etwa an Schulen, Rathäusern oder Krankenhäusern, dort wo das ganze Jahr hindurch so viele Menschen in Freude und Leid ein und ausgehen oder sich begegnen. Christus, segne dieses Haus! So kann ich zu vielen Gelegenheiten und an vielen Orten eine kurze Bitte oder ein kurzes Danke an Jesus richten.

Nur eine unnütze Tannennadel, nur ein einziger Gebetssatz, nur ein schlichtes Segenszeichen – Genau. Denn nicht das Viele sättigt die Seele, so Ignatius von Loyola, sondern das Verkosten der Dinge von innen her, manchmal der ganz kleinen und unscheinbaren Dinge, die das Herz anrühren. „Für Ignatius ist die alles entscheidende Frage, ob etwas zur ‚größeren Ehre Gottes‘ geschieht und Ausdruck liebender Gottverbundenheit ist“ (W. Lambert SJ). – Kennen Sie bei sich, so wie der alte Jim, eine solche Ahnung oder Erfahrung von liebender Gottverbundenheit?

Manchmal mache ich mir auch umgekehrt bewusst, wie Gott in liebender Menschenverbundenheit da ist, mitten in meinem täglichen Leben mit allem Unaufgeräumten und Unvollkommenen. Denn „nicht um Fehler aufzuspüren, ist das ewige Wort Mensch geworden“ (Christian Heidrich), sondern Heiland und Erlöser ist er geworden für uns sehnsüchtige Menschen.

Oh, Tannennadel, die mir dies immer wieder tröstlich vor Augen führt!
Ob auch Sie irgendwo noch eine finden?

Herzlich grüßt Sie
Ihre Marlies Fricke

23.01.2013

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