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Das alte Lied vom Blümlein im kalten Winter nimmt die Bilder auf, die oben vorgestellt haben. Es rührt tief an. Hier in der evangelischen Version des Textes.

Christrose
© Foto: Wildfeuer - CC BY-SA 3.0


1. Es ist ein Ros entsprungen
aus einer Wurzel zart,
wie uns die Alten sungen,
von Jesse kam die Art
und hat ein Blümlein bracht
mitten im kalten Winter,
wohl zu der halben Nacht.

2. Das Röslein, das ich meine,
davon Jesaia sagt,
ist Maria die reine,
die uns das Blümlein bracht.
Aus Gottes ewgem Rat
hat sie ein Kind geboren
und blieb doch reine Magd.

3. Das Blümelein so kleine,
das duftet uns so süß,
mit seinem hellen Scheine
vertreibt's die Finsternis:
Wahr' Mensch und wahrer Gott,
hilft uns aus allem Leide,
rettet von Sünd und Tod.

Seitwert


© Foto: Thomas Gertler


Christrose

Altes Holzbrett
Maserung
Ast im Holz
Wird zum Bild

Dunkler Raum
Weltenraum
Heller Stern
Weihnachtsstern

Trocknes Holz
Dürrer Stumpf
Grünes Reis
Wächst daraus

Christusrose
Davidsstern
Gott ist treu
Blüht aufs Neu
TG 16

Eigentlich ist mit dem etwas kargen Gedicht schon alles gesagt. Das Bild habe ich irgendwann in Erfurt oder gar noch in Heiligenstadt gemacht, also vielleicht in den 80er Jahren oder früher. Zu einer Zeit, wo ich oft meine Sachen weder datiert noch signiert habe. Es ist ursprünglich eine Art Holzschnitt. Ein altes Brett hat mich auf die Idee gebracht. Das mit einem anderen Holz ausgefüllte Astloch im Brett sah für mich aus wie die Erde, die sich durch das Weltall bewegt. Und so sieht es ja jetzt auch noch aus.

Und dann kam die Idee des Weihnachtssterns und des Davidssterns und der Christrose zugleich. Alles drei zusammen. Die Christrose in Form des Davidssterns wächst aus dem trockenen Baumstumpf des Hauses Isais, wie es beim Propheten Jesaja im 11. Kapitel heißt. Also aus dem trockenen, abgehauenen Baumstumpf jenes Stammes Israels, aus dem einst König David hervorging und aus dem nun als frischer grüner Spross Jesus emporwächst.

Dieser Spross hat darum die Form des Davidsterns und er stellt zugleich die Christrose dar, wie sie ja in unseren Breiten wächst und blüht wohl zu der Weihnachtszeit. „O Erd hervor dies Blümlein bring, o Heiland aus der Erden spring!“, singen wir voller Sehnsucht. Es schlägt Wurzeln in unserer Erde. Auch in meinem Garten, auch in meinem Zimmer, und möchte in meinem Herzen wurzeln. Es sieht zugleich auch ein wenig aus wie ein Pfeil, der trifft. Vom Himmel kommt und trifft. Die Erde trifft. Uns trifft. Mich trifft.

Und so sind der Davisstern und die Christrose zugleich auch der Stern der Weisen aus dem Morgenland. Der Stern, der neu am Himmel aufgeht und ihnen auffiel und sie zum Aufbruch lockte. Dieser leuchtende Stern hat sie nach Jerusalem und dann bis nach Bethlehem geführt. Dort blieb er stehen und erfüllte sie mit großer Freude (Mt 2,10).

Wo das Licht bleibt und wo die Freude groß ist, da ist auch in meinem Leben Christus zu finden, der neu geborene König. Was ist denn bleibend hell in meinem Leben? Wo wohnt die Freude? Jene Freude, die sich einstellt, wenn wir nach intensivem Suchen endlich finden. Die Freude, die sich einstellt, wenn wir von unseren Schätzen abgeben und andere reich und glücklich machen. Die Freude, die sich einstellt, wo wir uns selbst vergessen und endlich, endlich beten, anbeten.

Möge dieser Stern uns und der dahin trudelnden Welt im kommenden Jahr Orientierung geben. Sie ist so nötig!

Es grüßt Sie herzlich und wünscht Ihnen gesegnete Weihnachten
Thomas Gertler SJ

21. Dezember 2016

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