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Gott liebt sein Volk. Er redet es mit dem Namen seines Stammvaters Jakob an. Später hat er Jakob den Namen Israel gegeben. Gott ist immer bei seinem Volk. Er geleitet es auf allen seinen Wegen, mögen sie noch so hart und schwer sein, mögen sie durchs Rote Meer oder durch das Feuerland der Wüste oder ins Land führen, in dem es nicht willkommen ist. Das darf ich auch mir selbst sagen lassen. Gott liebt mich, begleitet mich, hat mich bei meinem Namen gerufen und in seine Hand geschrieben.

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Jes 43,1 Jetzt aber - so spricht der Herr, /der dich geschaffen hat, Jakob, / und der dich geformt hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich ausgelöst, / ich habe dich beim Namen gerufen, / du gehörst mir.

2 Wenn du durchs Wasser schreitest, bin ich bei dir, /wenn durch Ströme, dann reißen sie dich nicht fort. Wenn du durchs Feuer gehst, wirst du nicht versengt, / keine Flamme wird dich verbrennen.

3 Denn ich, der Herr, bin dein Gott, /ich, der Heilige Israels, bin dein Retter. Ich gebe Ägypten als Kaufpreis für dich, / Kusch und Seba gebe ich für dich.

4 Weil du in meinen Augen teuer und wertvoll bist /und weil ich dich liebe, gebe ich für dich ganze Länder / und für dein Leben ganze Völker.

5 Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir. /Vom Osten bringe ich deine Kinder herbei, / vom Westen her sammle ich euch.

6 Ich sage zum Norden: Gib her!, /und zum Süden: Halt nicht zurück! Führe meine Söhne heim aus der Ferne, / meine Töchter vom Ende der Erde!

7 Denn jeden, der nach meinem Namen benannt ist, /habe ich zu meiner Ehre erschaffen, / geformt und gemacht.

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Buch der Namen

In Würzburg musste ich auf den über 70 Minuten verspäteten Zug warten und ging eine Stunde in die Stadt und kam zufällig zur Augustinerkirche in der Innenstadt. Ganz in Weiß strahlt einen die Kirche an. Gleich vorn kommt man an eine Goldwand. Davor stehen Kerzen und auf einem Ständer das „Buch der Namen“. Da werden nur Namen hineingeschrieben. Ich hab natürlich ganz automatisch Thomas reingeschrieben. Dann habe ich gemerkt, es geht gar nicht um Unterschriften wie in einem Kondolenzbuch. Es geht um die Namen, die in mir etwas auslösen. Freude – Sorge – Liebe – Kummer – Angst – Wut – Schmerz – süße Erinnerung – schreckliche Erinnerung – Hoffnung – Stütze – Halt.

Tolle Idee. Nur Namen. Und ich ging mal „meine“ Namen durch. Die Eltern. Die Geschwister und ihre Familien. Gerade bin ich Großonkel geworden. Den Namen meines Großneffen wusste ich da noch gar nicht. Und die Namen der Frauen und Männer, mit denen ich jetzt so oft zu tun habe. In unserem Büro. In meiner Kommunität in München, zu der ich gehöre. Und in der Gemeinschaft Christlichen Lebens, für die ich jetzt arbeite. Für die ich auch jetzt in Würzburg war und vorher in Dresden und in Salzschlirf. Und die Jesuiten und die Freunde und Freundinnen in Frankfurt und Umgebung, wo ich immerhin 14 Jahre gelebt habe. So viele Namen. Erst mal langsam. Verkosten alle die Namen.

Alle diese Namen. Und bei Ihnen? Setzen Sie sich doch auch mal hin. Sagen Sie nur Namen. Langsam, schön langsam und verweilen. Nur Namen und Namen und Amen.

Pause. Lange Pause.

Jetzt fahre ich nach Rostock. Darauf freue ich mich. In Rostock habe ich ein sehr glückliches Jahr gelebt. Das ist lange her. Auch wieder Namen. Und oft noch leichter für mich die Gesichter. Manche Namen weiß ich nicht mehr, aber Gesichter. Und wenn ich es im Geist betrachte, dann kommt auch der Name ganz von selbst wieder, Ja, damals in Rostock Sankt Josef. Das Pfarrhaus war ein ehemaliger Bauernhof. Von der Gemeinde selbst ausgebaut. Und die Scheune wurde zur Kirche. Und der Schafstall zum Unterrichtsraum und im alten Schweinestall war die Bibliothek und Gruppentreffen. Und so hieß es in den sonntäglichen Vermeldungen: „Die Jugend trifft sich Sankt Josef Schafstall.“ Und keiner hat gelacht – nur ich am Anfang. So viele Namen und so viele Gesichter.

Namen. Gesichter. Geschichte und Geschichten. Und alle Namen schreibe ich in Gottes Hand. Alle Namen schreibe ich in Gottes Hand (vgl. Jes 49,14-16). Dazu ist das Buch da. Die Namen, die ich in Gottes Hand schreiben möchte, kann ich in das Buch schreiben. Ich habe nur einige wenige hineingeschrieben. In Gottes Hand schreibe ich alle Namen, die mir in der Stunde gekommen sind.

Die Zeit bis zum Abfahren des Zuges ist wie im Flug vergangen.

Gott sei Dank für alle die lieben Menschen, die mir bisher in meinem Leben begegnet sind. Die ich jetzt im Geist und im Gebet alle in so kurzer Zeit besuchen konnte.

Viele Grüße aus dem Zug, der inzwischen 90 Minuten verspätet ist, aber mir eine so schöne Stunde geschenkt hat.

Thomas Gertler SJ
28. November 2012

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