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Jesus macht Pause an einem Brunnen und bittet eine Frau um Wasser. Ein vielschichtiges Gespräch entwickelt sich, das die Frau allmählich in ihre eigene Tiefe führt. Unser Ausschnitt handelt von Wasser, von Durst und vom Schöpfen. Wasser ist nicht gleich Wasser. Aber der Glaube an Gott ist wie lebendiges Wasser und kann in uns sogar zur sprudelnden Quelle werden. Sie lässt am Ende den Wasserkrug stehen, weil sie zur Quelle geworden ist und ihrem Dorf den Messias verkündet.

© W. Simonis


Joh 4,5 So kam er zu einem Ort in Samarien, der Sychar hieß und nahe bei dem Grundstück lag, das Jakob seinem Sohn Josef vermacht hatte.

6 Dort befand sich der Jakobsbrunnen. Jesus war müde von der Reise und setzte sich daher an den Brunnen; es war um die sechste Stunde.

7 Da kam eine samaritische Frau, um Wasser zu schöpfen. Jesus sagte zu ihr: Gib mir zu trinken!

8 Seine Jünger waren nämlich in den Ort gegangen, um etwas zum Essen zu kaufen.

9 Die samaritische Frau sagte zu ihm: Wie kannst du als Jude mich, eine Samariterin, um Wasser bitten? Die Juden verkehren nämlich nicht mit den Samaritern.

10 Jesus antwortete ihr: Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht und wer es ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, dann hättest du ihn gebeten, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben.

11 Sie sagte zu ihm: Herr, du hast kein Schöpfgefäß, und der Brunnen ist tief; woher hast du also das lebendige Wasser?

12 Bist du etwa größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gegeben und selbst daraus getrunken hat, wie seine Söhne und seine Herden?

13 Jesus antwortete ihr: Wer von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen;

14 wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quelle werden, deren Wasser ewiges Leben schenkt.

15 Da sagte die Frau zu ihm: Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich keinen Durst mehr habe und nicht mehr hierher kommen muss, um Wasser zu schöpfen.

16 Er sagte zu ihr: Geh, ruf deinen Mann und komm wieder her!

17 Die Frau antwortete: Ich habe keinen Mann. Jesus sagte zu ihr: Du hast richtig gesagt: Ich habe keinen Mann.

18 Denn fünf Männer hast du gehabt und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann. Damit hast du die Wahrheit gesagt.

19 Die Frau sagte zu ihm: Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist.

20 Unsere Väter haben auf diesem Berg Gott angebetet; ihr aber sagt, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten muss.

21 Jesus sprach zu ihr: Glaube mir, Frau, die Stunde kommt, zu der ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet.

22 Ihr betet an, was ihr nicht kennt, wir beten an, was wir kennen; denn das Heil kommt von den Juden.

23 Aber die Stunde kommt und sie ist schon da, zu der die wahren Beter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn so will der Vater angebetet werden.

24 Gott ist Geist und alle, die ihn anbeten, müssen im Geist und in der Wahrheit anbeten.

25 Die Frau sagte zu ihm: Ich weiß, dass der Messias kommt, das ist: der Gesalbte (Christus). Wenn er kommt, wird er uns alles verkünden.

26 Da sagte Jesus zu ihr: Ich bin es, ich, der mit dir spricht.

28 Da ließ die Frau ihren Wasserkrug stehen, eilte in den Ort und sagte zu den Leuten:

29 Kommt her, seht, da ist ein Mann, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe: Ist er vielleicht der Messias?

30 Da liefen sie hinaus aus dem Ort und gingen zu Jesus.

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© Wimox (Wikimedia)


Blick in die Tiefe

Ist es die Frühjahrsmüdigkeit? Da liegt doch tatsächlich der weltberühmte Superman längs ausgestreckt auf einem hellgrünen Sofa. Wer hätte das gedacht: Superman macht Pause! Die Beine mit den langen roten Stiefeln sind gemütlich übereinander gelegt, der rote Umhang fließt von seinem Nacken locker über die Sofakante auf den Fußboden. Als ich das kleine Bild innerhalb einer Werbeanzeige für ein Seminar sah, musste ich zweimal hinsehen – und schmunzeln, zumal ich eine Zeitschrift für Seelsorgerinnen und Seelsorger vor mir hatte.

Im Grunde ist das Bild ermutigend: Selbst die stärksten Männer brauchen eine Pause. Keine Frau und kein Mann ist auf Dauer „stark wie eine Lokomotive, schneller als eine Pistolenkugel und nahezu unverwundbar“, so eine Beschreibung des Superhelden. Und doch ist es oft nicht leicht, dass wir rechtzeitig einen kleineren Gang einlegen oder etwas loslassen, bevor es uns ganz erschöpft. Unsere Aufgaben, unsere Beziehungen, unsere Freizeitgestaltung und überhaupt unser ganzer Lebensstil sollten uns erfüllen – und nicht erschöpfen.

Da liegt der „Mann aus Stahl“ nun auf dem Sofa. Mit geöffneten Augen schaut er zur Zimmerdecke, konzentriert und nachdenklich. Was für ein seliger Zustand: durchzuatmen und den Gedanken und Gefühlen freien Lauf zu lassen. Ohne Zeit- und Leistungsdruck den inneren Regungen in Ruhe nachzuspüren. Jeder von uns kennt oder ersehnt das zumindest – vielleicht auf dem Balkon in den ersten warmen Frühlingstagen oder auf einer Wanderung, am Meeresstrand oder in einer Kirchenbank, vielleicht sogar für einige Minuten am Küchentisch oder unter der Dusche. Manche nehmen sich dafür auch ab und zu drei oder fünf Tage „Auszeit“, ziehen sich in ein Kloster zurück, machen Exerzitien, um intensiver und im Verbund mit Gott ihr Leben anzuschauen, nach Sinn und Richtung zu fragen und in die eigene Tiefe zu schauen.

In der Nähe meines Arbeitsplatzes steht in einem Park ein stattlicher alter Brunnen, eingefasst von einer dicken Steinmauer. Es ist faszinierend zu sehen, wie Passanten immer wieder sich über die breite Brunnenmauer lehnen, um einen Blick in die Tiefe zu werfen. Kleine Kinder werden hochgehoben, damit sie hinunterschauen können. Der Besitzer des Brunnens hat eigens eine Lampe im Brunnenschacht anbringen lassen, damit man bis zum Brunnengrund etwas sehen kann; zumindest die eine oder andere Münze ist da ganz unten in feucht-modrigem Klima zu sehen.

Der Blick in den Brunnen. Faszination und Wagnis zugleich. Was sehe ich, wenn ich in die Tiefe, in meine eigene Tiefe schaue? „Wer ehrlich will, kann das Wagnis beginnen“, so Hubertus Halbfas, ein katholischer Theologe. „Nichts ist dem Menschen unbekannter und erschreckender als die eigene Seele. Die meisten Menschen haben Todesängste, in das Brunnenloch zu steigen und den Abstieg zum unbekannten Seelengrund zu wagen. Sie leben nur außen, ( ) sie werden schon verwirrt, wenn sie nur einen Blick über den Brunnenrand werfen sollen. ( ) Vor der Tiefe in sich selbst sind sie voll hilfloser Not. Aber der Brunnen ist nicht verschüttet.“

Nein, der Brunnen ist nicht verschüttet, auch wenn es manchmal so scheint. Als Gottes Zusage an uns dürfen wir beim Propheten Jesaja lesen: „Ich gebe dir verborgene Schätze und Reichtümer, die im Dunkeln versteckt sind“, so im Kapitel 45, Vers 3. „So sollst du erkennen, dass ich der Herr bin, der dich bei deinem Namen ruft.“

Schätze und Reichtümer in der Tiefe - Gott gibt, und wir dürfen erkennen! Dürfen unsere Talente und unsere Grenzen erkennen, unsere Höhen und unsere Abgründe und dürfen uns im allem in Seiner Hand gehalten wissen. Was muss ich da die Superheldin oder den Superhelden spielen mit „übermenschlichen“ Kräften wie die amerikanische Comicfigur? „Übermenschliche“ Kraft darf ich mir allenfalls schenken lassen vom Schöpfergott, der Seine „Liebe in mich ausgegossen hat“ (vgl. Römer 5,5). Dann wird Seine Kraft zu meiner, zu unserer Kraft, weil Er selbst in uns handelt.

Gottes Kraft ist in uns, denn nicht ein Zeichenstift hat uns erfunden, sondern ein „genialer Gedanke Gottes“, wie ein modernes geistliches Lied („Du bist Du“) in seinem Refrain besagt:

Du bist gewollt, kein Kind des Zufalls, keine Laune der Natur,
ganz egal, ob Du dein Lebenslied in Moll singst oder Dur.
Du bist ein Gedanke Gottes, ein genialer noch dazu.
Du bist Du!

Lebenspendende Brunnenblicke wünscht Ihnen wieder neu in dieser Frühlingszeit

Marlies Fricke
1. Mai 2013

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