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Hier eines der schönsten Worte Jesu über das Vertrauen zu Gott und den Mut zum Bitten. Gott ist für Jesus wie der vertraute Freund, zu dem ich auch zur unmöglichen Zeit kommen kann und der das Letzte für mich hergeben wird. Oder wie der gute Vater und die liebende Mutter, die ihren Kindern nur das Beste geben, was sie haben. Es steht bei Lukas im elften Kapitel

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Lk 11,5 Dann sagte er zu ihnen: Wenn einer von euch einen Freund hat und um Mitternacht zu ihm geht und sagt: Freund, leih mir drei Brote;

6 denn einer meiner Freunde, der auf Reisen ist, ist zu mir gekommen, und ich habe ihm nichts anzubieten!,

7 wird dann etwa der Mann drinnen antworten: Lass mich in Ruhe, die Tür ist schon verschlossen und meine Kinder schlafen bei mir; ich kann nicht aufstehen und dir etwas geben?

8 Ich sage euch: Wenn er schon nicht deswegen aufsteht und ihm seine Bitte erfüllt, weil er sein Freund ist, so wird er doch wegen seiner Zudringlichkeit aufstehen und ihm geben, was er braucht.

9 Darum sage ich euch: Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet.

10 Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet.

11 Oder ist unter euch ein Vater, der seinem Sohn eine Schlange gibt, wenn er um einen Fisch bittet,

12 oder einen Skorpion, wenn er um ein Ei bittet?

13 Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten.

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Bitten

Auf dem Hotelbett lag ein großes Blatt: „Wenn ich nicht sage, was ich will, dann bekomme ich auch nicht, was ich will.“ Mit diesem Blatt bewaffnet ging ich zur Rezeption und sagte, dass es in meinem Zimmer schwer erträglich nach Zigarettenqualm röche. Siehe da, ich bekam ein neues. Nicht nur wohl riechend, sondern auch mit viel schönerer Aussicht. „Wenn ich nicht sage, was ich will…“ Es war mir nicht leicht gefallen. Bitten ist immer schwierig. Wer will schon Bittsteller sein? Wer will schon von der Freundlichkeit anderer abhängig sein? Wer will zugeben, dass er bedürftig ist? Oder keine Ahnung hat. Wie den meisten Männern fällt es mir schwer, nach dem Weg zu fragen. Lieber irre ich eine ganze Weile vergeblich durch die Gegend. Da staune ich immer wieder über die Frauen. Sie haben keinerlei Problem, nach dem Weg zu fragen.

Aber wenn mir dann so eine Bitte erfüllt wird, bin ich richtig glücklich. Das mit dem Hotelzimmer hat mich richtig froh gemacht. Weil ich mich überwunden hatte zu fragen und zu bitten und dann auch noch mehr bekam, als ich erwartet hatte. Es wäre ja auch möglich gewesen, ich hätte nur so einen Duftspender oder Rauchverzehrer bekommen… Also gutes Bitten ist ein Zauberwort nicht nur als Hinweis von Eltern an ihre Kinder: „Ein Eis! Ich will ein Eis! Mutti, ein Eiiiiiiiis!“ „Wie heißt das Zauberwort, mein lieber Thomas?“ „Bitte, Mama, bitte ein Eis!“ Jetzt bei der Hitze ein Eis. Das ist einfach und klar. Jeder will ein Eis. Nicht immer ist es so einfach.

Ein ziemlich reicher Mann fragte mich einmal, ob ich nicht einen Wunsch hätte. Es dürfte auch ruhig etwas Größeres sein. Unsere Bibliothek brauchte dringend eine Auffrischung im Bereich Psychologie. Ich bat darum, ob wir nicht das Gesamtwerk von Carl Gustav Jung bekommen könnten. Das war schon ziemlich teuer, aber nicht unverschämt. Der Millionär sagte: „Alles kannst Du kriegen, lieber Thomas, aber diesen Jung mit seiner verschwiemelten Psychologie, den hasse ich. Dafür gebe ich keinen Pfennig.“ Sch....ade, sehr schade. Voll daneben gegriffen. Ich hab dann nach nichts weiter gefragt, auch wenn wir bei Siegmund Freud ebenfalls einige Lücken hatten und der ihm vielleicht gepasst hätte. Stolz. Ich war zu stolz und ich war sauer, denn es war ja nicht um die Heiligsprechung von C.G. Jung gegangen. Nur ums Studium. Und es wäre für viele damals in der DDR ein großer Schatz gewesen, das Gesamtwerk zu haben.

Also zum Bitten gehört der Mut, sich zu äußern oder sich zuzumuten – wie wir im letzten Impuls betrachtet haben. Und das ist nicht einfach. Es kann ein Nein geben und dann ist man womöglich in seinem Stolz verletzt. Aber nicht nur das. Wie oft weiß ich gar nicht, was ich wirklich will. Oder was ich brauche. Der Familienvater wird angezogen durch das knallrote Sportcoupé beim Autohändler. Er braucht aber eine geräumige Familienkiste für die Frau und drei Kinder. Und damit kommt er dann auch angefahren. Aber seine geheime Sehnsucht ist das knallrote Sportcoupé. Sehnsucht und Realität. Darf ich noch Wünsche haben in meinem Alter?

Und bei all den wirklich großen Fragen meines Lebens: weiß ich da überhaupt, was ich will? Soll ich meine Freundin bitten, mich zu heiraten oder nicht? Und jetzt mein Beruf, wofür soll ich mich denn entscheiden? Lieber die sichere Sache als Rechtsanwalt oder doch meinem Herzenswunsch folgen und Archäologie studieren?

Und jetzt auch noch Bitten Gott gegenüber. Geht das überhaupt? Da sind nicht nur alle die Schwierigkeiten mit dem Bitten Menschen gegenüber auch da. Werden sie überhaupt gehört? Mache ich mich lächerlich? Werden sie erfüllt? Sogar Jesus sagt: „Euer himmlischer Vater weiß, was ihr braucht, bevor ihr ihn bittet.“ (Mt 6,8) Warum also bitten? Oder Paulus: „Wir wissen nicht, worum wir in rechter Weise bitten sollen…“ (Röm 8,26). Aber Jesus fordert uns auf zum Bitten, und zwar zum inständigen Bitten: „Wer bittet, der empfängt, wer sucht, der findet, wer anklopft, dem wird aufgetan“ (Lk 11,18). Und Jesus möchte von mir wissen, was ich will. Oft fragt Jesus: „Was willst du, dass ich dir tun soll?“ (Mk 10,51) Heilung kann nur gelingen, wenn sie wirklich gewollt wird. Im Johannesevangelium fragt Jesus einen Mann, der schon 38 Jahre lang krank ist: „Willst du gesund werden?“ Der Kranke antwortet nicht: „Ja, ich will gesund werden!“, sondern sagt: „Herr, ich habe keinen Menschen, der mir hilft.“ Dieser Mann wird von seiner Krankheit gesund, ob er aber wirklich geheilt wird im unfassenden Sinne das ist durchaus fraglich. „Wenn ich nicht sage, was ich will, dann bekomme ich auch nicht, was ich will.“ Wir stoßen wieder auf den Grundsatz, dass das Verhältnis zu Gott, zum Nächsten und zu mir selbst innerlich zusammen hängen. Habe ich Probleme mit einer der drei kommunizierenden Säulen, dann mit jeder. Wer den Nächsten nicht gut bitten und nichts von ihm annehmen kann, wird es auch Gott gegenüber nicht können. Und der hat auch Schwierigkeiten sich selbst gegenüber.

20. Juli 2011

Dass Ihnen Ihr tiefster Wunsch bewusst und dann auch erfüllt wird, wünscht Ihnen

Thomas Gertler SJ     

PS: Da wir beim Bitten sind, traue ich mich auch, eine Bitte zu äußern. Um unsere Internetseite betreiben zu können, brauchen wir Geld. Das Geld, das uns das Bistum Limburg seinerzeit großzügig zur Verfügung gestellt hat, geht nun tatsächlich und endgültig zu Ende. Wir hatten zuletzt recht große Ausgaben, um den Service einzurichten, mit dem Sie den Impuls als Email bekommen können. Und das macht auch immer zusätzliche Arbeit und Kosten. Ich bin sehr dankbar, dass wir seit meiner letzten Bitte um Spenden vor einem Jahr oder länger, wirklich welche bekommen haben und inzwischen 1200 € angekommen sind. Von Herzen Dank, liebe Spenderinnen und Spender!!! Das wird aber nur für ein gutes Jahr in etwa reichen. Darum nun noch einmal und wieder meine herzliche Bitte, überweisen Sie uns etwas! Schon fünf Euro sind eine Hilfe. Gott vergelte Ihnen reichlich! Die Kontonummer finden Sie oben rechts oder hier.

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