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Jesus sieht auch, dass vieles automatisch geht, dass wir Vertrauen haben können und haben sollen. Er sagt es viel kürzer als ich. Und so steht es tatsächlich im Text: die Erde bringt von selbst „automatä“ ihre Frucht. Das ist ein Zeichen dafür, dass auch Jesu Wort vom Kommen Gottes und seine Taten ihre Frucht bringen und wachsen und heranreifen. Es wächst in dieser Welt nicht nur das Böse, es wächst und gedeiht auch das Gute – Gott sei Dank!

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Mk 4,26 Er sagte: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mann Samen auf seinen Acker sät;

27 dann schläft er und steht wieder auf, es wird Nacht und wird Tag, der Samen keimt und wächst und der Mann weiß nicht, wie.

28 Die Erde bringt von selbst ihre Frucht, zuerst den Halm, dann die Ähre, dann das volle Korn in der Ähre.

29 Sobald aber die Frucht reif ist, legt er die Sichel an; denn die Zeit der Ernte ist da.

Und hier auch noch der Text aus dem Römerbrief über die Tat aus dem Glauben: Das Böse mit dem Guten vergelten und es so verwandeln.

Röm 12,17 Vergeltet niemandem Böses mit Bösem. Seid auf Gutes bedacht gegenüber jedermann.

18 Ist's möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden.

19 Rächt euch nicht selbst, meine Lieben, sondern gebt Raum dem Zorn Gottes; denn es steht geschrieben (Dtn 32,35): »Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der Herr.«

20 Vielmehr, »wenn deinen Feind hungert, gib ihm zu essen; dürstet ihn, gib ihm zu trinken. Wenn du das tust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln« (Spr 25,21-22).

21 Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.

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Automatisch – von selbst

Haben Sie schon einmal daran gedacht, wie viel von selbst geht? Während ich hier schreibe, schlägt mein Herz, und während Sie das lesen, schlägt das Ihre. Ganz von selbst. Wie viel Jahre schon? Und bei Tag und Nacht! Bei den wenigsten mit der Unterstützung eines Schrittmachers. Und atmen geht von selbst. Genauso lange schon. Und die Verdauung geht von selbst. Normalerweise.

In der Erde keimt das Korn, kommt aus der Erde und wächst. Automatisch. So heißt das griechische Wort für „von selbst“. Freilich braucht es günstige Bedingungen. Fruchtbare Erde und Regen und Wärme. Aber ansonsten geht es von selbst. Wie lange schon blühen die beiden Orchideen in meiner Wohnung. Sie brauchen fast kein Wasser. Blühen und blühen – von selbst.

Eltern wollen ein Kind. Sie tun das Ihre dazu mit echter Liebesmüh. Aber sie können nicht wissen, wann genau es entsteht. Sie merken es erst nach einer Weile. Ja, o Wunder, jetzt kommt es. Jetzt wächst es heran. Und zwar von selbst. Auch da tun die Eltern, was sie können, indem sie jetzt schon versuchen, zärtlich mit dem Kind zu sprechen, ihm alle Liebe zu erweisen und gesund zu leben. Aber im Wesentlichen geschieht alles von selbst.

Und natürlich ist die Zeit nach der Geburt und in den ersten Monaten viel Stress für die Eltern: wenig Schlaf und immer da sein für das Kind und windeln und stillen und waschen und eincremen und einkaufen und wachen. Aber auch bei aller Tätigkeit der Eltern geschieht das Meiste bei ihrem Kind von selbst. Und was muss da nicht alles geschehen und ineinandergreifen und aufeinander abgestimmt sein! Kaum zu begreifen. Immer wieder zum Staunen.

Sogar bei der Erziehung werden die wesentlichen Dinge nicht bewusst weitergegeben und eingepaukt, sondern das Wesentliche bekommen die Kinder einfach so mit. Sie übernehmen von selbst die Einstellungen, die Werte, die Ängste, die Freuden, die Liebe der Eltern. Auch das geschieht so nebenbei und prägt doch tiefer als die bewusste und gewollte Erziehung.

Heutzutage ist uns diese Form der Automatik nicht sehr bewusst. Wir denken bei „automatisch“ eher an Autos (Automobil = das, was sich selbst bewegt) und Waschautomaten oder Automatikgetriebe oder Bewegungsmelder oder Computer – alles Technik. Aber vor der Technik und in vielem unendlich perfekter und komplexer als sie ist die Natur, auch unsere eigene. Und wir merken es oft erst dann, wie ungefragt selbstverständlich alles ging, wenn es einmal eine „Störung im Betriebsablauf“ gibt, wie die Bahn manchmal so schön vermeldet. Der Rücken, die Hüfte, die Knie, der Kreislauf usw. Und wo ist Ihre schwache Stelle, die nicht mehr von selbst funktioniert? Damit es gut ist, muss alles stimmen und gehen, damit es einem schlecht geht, braucht nur ein einziges nicht mehr von selbst gehen.

Warum diese Betrachtung? Sie soll uns trösten. Wir müssen nicht immer alles selber machen, kontrollieren und hinterher sein. So viel geht von selbst! Und wir brauchen uns eigentlich nur hineinfügen in den Strom, in das Wachstum des Lebens. Wir brauchen uns nur anvertrauen. Und wir dürfen auch loslassen. Wir dürfen vertrauen, dass das Sein selbst gut ist. Dass es vertrauenswürdig ist. Dass Vertrauen besser ist als Kontrolle. Ja, Sie haben richtig gelesen. Vertrauen ist besser als Kontrolle. Denn Vertrauen ruft Vertrauen hervor, Güte Güte, Liebe Liebe. Misstrauen und Kontrolle rufen Misstrauen, Angst und Sich-hüten und Sich-verstecken hervor.

Freilich leben wir in einer beeinträchtigten und kaputten Welt, die nicht nur gut ist, sondern auch böse, korrupt und fürchterlich. Aber auch und gerade in ihr gilt, dass sie nur besser wird, wenn wir ihr das Gute auch zutrauen. Oder wie das Neue Testament sagt, dass wir das Böse mit dem Guten vergelten.

Das geht nun nicht mehr automatisch. Dazu bedarf es des bewussten und entschiedenen Glaubens daran, dass das Sein gut ist. Dass der Urgrund allen Seins tatsächlich die Güte und die Liebe sind. Dass der Grund und das Ziel aller Welt Gott und Seine väterliche und mütterliche Güte und Liebe sind, wie es uns Christus gesagt und vorgelebt hat. Das Urvertrauen und Grundvertrauen, zu dem mich all das einlädt, was da von selbst und automatisch geht, das kann zum bewussten und entschiedenen Glauben werden daran, dass dieses Urvertrauen in die richtige Richtung weist und Recht hat. Und wenn ich mich dafür entscheide und darauf stelle, auch angesichts all der Beeinträchtigungen, dann verstärke ich damit diese positive Seite in der Welt. Das ist dann dieser bewusste und entschiedene Glauben. Und dieser Glaube tut der Welt besser als Misstrauen.

9. Mai 2012

Es grüßt Sie herzlich
Thomas Gertler SJ

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