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Jesus erlebt auch heftigen Stress und er muss den Abstand suchen und er zieht sich zurück und wir sehen hier im Markusevangelium, wo er seine Ressource, seine Quelle hat, wo er seine Kraft her bezieht und wie er aus dem Gebet heraus seine Entscheidungen fällt.

© Alyona Burchette - Fotolia.com

Mk 1,32 Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus.

33 Die ganze Stadt war vor der Haustür versammelt,

34 und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus. Und er verbot den Dämonen zu reden; denn sie wussten, wer er war.

35 In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten.

36 Simon und seine Begleiter eilten ihm nach,

37 und als sie ihn fanden, sagten sie zu ihm: Alle suchen dich.

38 Er antwortete: Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort predige; denn dazu bin ich gekommen.

39 Und er zog durch ganz Galiläa, predigte in den Synagogen und trieb die Dämonen aus.

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Ausgepumpt, leer gelaufen, ausgebrannt

Wie, Sie auch? Und zwar total? Nun, hoffentlich nicht total, aber doch ziemlich am Ende. Mir geht es oft so, dass ich abends nach der Arbeit erschöpft und müde bin und nicht mehr kann und nicht mehr will. Akku leer und Tank leer und Ofen aus. Ausgepumpt, leer gelaufen, ausgebrannt. Kein Saft mehr in der Zitrone, alles ausgepresst. Ich bin eben nicht mehr dreißig.

Damit bin ich nicht allein. Immer mehr Menschen geht es so und Sie kennen das ja auch.

Jetzt in der Adventszeit habe ich wieder den schönen Kalender von „Andere Zeiten“ geschenkt bekommen. Er heißt „Der andere Advent“. Ich bekomme ihn jedes Jahr und freue mich schon immer darauf. Und dies Jahr habe ich ihn täglich morgens für meine Gebetszeit genommen. Und bis auf ein paar Tage, in denen ich verreist war, habe ich es auch geschafft. Und an einem Tag gab es einen großartigen Text von Bernhard von Clairvaux (Zisterziensermönch von 1090 bis 1153). Er stammt aus einem Brief an einen Freund. Stellen Sie sich zu diesem Text einen römischen Brunnen vor, bei dem das Wasser von Schale zu Schale strömt und als Gegenbild ein Wasserrohr oder einen steilen Wasserkanal, durch den das Wasser hindurch schießt.

Wenn du vernünftig bist, erweise dich als
Schale und nicht als Kanal, der fast gleichzeitig
empfängt und weiter gibt, während jene
wartet, bis sie erfüllt ist. Auf diese Weise gibt
sie das, was bei ihr überfließt, ohne eigenen
Schaden weiter...

Lerne auch du, nur aus der Fülle auszugießen
und habe nicht den Wunsch freigiebiger zu sein
als Gott. Die Schale ahmt die Quelle nach. Erst
wenn sie mit Wasser gesättigt ist, strömt sie
zum Fluss, wird zur See. Die Schale schämt sich
nicht, nicht überströmender zu sein als die Quelle...

Ich möchte nicht reich werden, wenn du dabei
leer wirst. Wenn du nämlich mit dir selbst
schlecht umgehst, wem bist du dann gut?
Wenn du kannst, hilf mir aus deiner Fülle,
wenn nicht, schone dich.


Sie finden diesen Text auch hier.

Was wir von ihm lernen können, ist, achte Deine Ressourcen! Du bist nicht unerschöpflich. Das merkst Du ja jeden Abend. Freilich dürfen wir müde sein. Aber nicht völlig leer gelaufen und ausgepumpt. Wenn wir es immer wieder so weit kommen lassen, dann werden wir immer weniger fähig, uns überhaupt noch richtig zu erholen. Dann sind wir überdreht und können gar nicht gut schlafen. Wir wälzen uns nachts im Bett und schlafen nicht mehr ein. Dann ist es nicht mehr weit zum Burnout. Also erstens genug Schlaf, also zweitens genug Bewegung, also drittens vernünftig essen und trinken.

Also viertens lernen Sie, Ihre Grenzen zu achten. Grenze ist nicht nur Beschränkung. Grenze ist auch Gnade. Sie schützt mich. Wenn ich meine Grenzen nicht achte, gerate ich in Überforderung und ins alles überschwemmende Chaos. Alles strömt wild und ungeordnet durcheinander. Leben ertrinkt. Lebensräume können dem Leben nur Raum geben, wenn sie feste Wände und Mauern haben, also Grenzen. Achten und schützen Sie Ihre Grenzen!

Und darum fünftens lernen Sie, Nein zu sagen. Und das gilt nicht nur für die weltliche Arbeitswelt, sondern auch für die kirchliche Arbeitswelt. Auch gute Christen und sogar Priester und Pfarrer dürfen und müssen Nein sagen (damit sie auch Ja sagen können).

Sechstens lernen Sie, wie sich Ihre Schale wieder füllt. Und das heißt Pflege der wichtigen Beziehungen! Aus welchen Beziehungen leben Sie? Das ist Ihre Quelle! Bei mir füllt sich die Schale durch meine tägliche Gebetszeit. Sie schafft die Distanz. Sie unterbricht das Hamsterrad. Sie gibt mir Kraft, Nein zu sagen und Ja zu sagen. Sie hilft mir, das Wichtige vom Unwichtigen zu unterscheiden und gibt mir den Willen, das Wichtige auch zuerst zu tun.

Fangen Sie heute damit an. Es ist Aschermittwoch und die Asche erinnert Sie daran, was passiert, wenn Sie heute nicht anfangen: Sie brennen aus und es bleibt nur Asche.

Fröhliche Fastenzeit wünscht Ihnen
Thomas Gertler SJ

Aschermittwoch, den 13. Februar 2013

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