Sie sind hier: {$rootlineLinkWrap}updateseele.de{$rootlineLinkWrap}Impuls der WocheVerlust von Freiheit
DeutschEnglishFrancais

Aus dem Römerbrief


Röm 7, 15
Ich begreife mein Handeln nicht: Ich tue nicht das, was ich will, sondern das, was ich hasse.

16 Wenn ich aber das tue, was ich nicht will, erkenne ich an, dass das Gesetz gut ist.

17 Dann aber bin nicht mehr ich es, der so handelt, sondern die in mir wohnende Sünde.

18 Ich weiß, dass in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt; das Wollen ist bei mir vorhanden, aber ich vermag das Gute nicht zu verwirklichen.

19 Denn ich tue nicht das Gute, das ich will, sondern das Böse, das ich nicht will.

20 Wenn ich aber das tue, was ich nicht will, dann bin nicht mehr ich es, der so handelt, sondern die in mir wohnende Sünde.

21 Ich stoße also auf das Gesetz, dass in mir das Böse vorhanden ist, obwohl ich das Gute tun will.

22 Denn in meinem Innern freue ich mich am Gesetz Gottes,

23 ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das mit dem Gesetz meiner Vernunft im Streit liegt und mich gefangen hält im Gesetz der Sünde, von dem meine Glieder beherrscht werden.

24 Ich unglücklicher Mensch! Wer wird mich aus diesem dem Tod verfallenen Leib erretten?

25 Dank sei Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn! Es ergibt sich also, dass ich mit meiner Vernunft dem Gesetz Gottes diene, mit dem Fleisch aber dem Gesetz der Sünde.

8, 1 Jetzt gibt es keine Verurteilung mehr für die, welche in Christus Jesus sind.

2 Denn das Gesetz des Geistes und des Lebens in Christus Jesus hat dich frei ge-macht vom Gesetz der Sünde und des Todes.


„Von meiner Trägheit werde ich wohl nie loskommen.“
Oder: „Meine Ungeduld wird mich nie verlassen.“ „Meine Probleme mit dem Essen hören nie auf.“ „Ich schaffe es nicht, vom Rauchen loszukommen.“„Wir brauchen uns nur zu sehen und schon streiten wir uns. Das wird nichts mehr mit uns.“

Worte der Ohnmacht. Worte der Verzweiflung.


Jeder kennt sie so oder anders. Es gibt sie nicht nur in diesem mehr persönlichen und privaten Umfeld.
Es gibt sie auch im gesellschaftlichen oder politischen Bereich. „Man kann sowieso nichts machen.“ „Ich bin ja nur ein Rädchen im Getriebe.“ „Auf mich kommt es ja gar nicht an.“ „Man muss mit den Wölfen heulen…“ „Alle machen es so…“

Kenne ich solche Worte?
Wie häufig sage ich „man“, wenn ich eigentlich „ich“ sagen sollte?

Welches der Zitate könnte auch von mir stammen?

 

All das sind Worte, die einen Verlust der Freiheit ausdrücken. Das sind Worte, die auch in einem freien Land wie dem unseren oft und oft gesagt werden. Erschreckend oft. Kennzeichen des Bösen ist, dass es dem Menschen die Freiheit nimmt. Das geschieht oft kaum merklich und allmählich. Am Ende dann scheint die Macht über mich oder über die Gruppe oder ein ganzes Land unüberwindlich. Das zeigen die Übertreibungen: Ich schaffe das NIE… Das wird NIEMALS möglich sein. Dabei ist das nicht wahr. Wie viele Menschen haben doch schon mit dem Rauchen aufgehört oder auch mit dem Trinken.

Es ist also möglich.

Oder auch in der Politik: wie oft haben wir das in der DDR-Zeit gesagt: „Man kann doch nichts machen…“ Auch das stimmte nicht. Man konnte immer etwas machen. Wir haben es nur gesagt, weil der Preis so hoch war und die Aussicht auf Änderung so gering. Gott sei Dank, gab es immer Menschen, die etwas machten, obwohl es so schwierig und zum Teil gefährlich war. Und am Ende ist das Regime zusammengebrochen und wie schnell.Das zeigt, dass das Böse sich mächtig macht, aber nicht in sich selbst mächtig ist. Es bläht sich auf. Es scheint uns völlig zu erdrücken. Aber es ist nur wie ein Luftballon. Es scheint allgegenwärtig und allmächtig.

Das ist es aber gerade nicht. Das ist nur Gott. Das Böse nimmt uns das Bewusstsein, dass wir doch wirklich frei sind. Es lässt uns vergessen, dass es IMMER Handlungsmöglichkeiten gibt. Das ist das Schlimme, dass wir vergessen und nicht mehr daran glauben, frei zu sein. Heute führt das bei uns in einem freien Land zuweilen dazu, die Freiheit des Menschen auch grundsätzlich zu bestreiten. Freiheit nur als Illusion betrachten.

Die Hirnforschung scheint das zu beweisen oder auch eine falsch verstandene rein naturwissenschaftliche Weltanschauung. Es ist interessant, dass solche grundsätzlichen Bestreitungen oft gerade in freien Ländern geschehen. Die unterdrückten Menschen in Diktaturen sehnen sich nach Freiheit und viele kämpfen dafür, wie wir zuletzt in Birma (Myanmar) gesehen haben und wieder sehen. Ihnen ist völlig klar, dass ohne Freiheit keine Menschenwürde existiert. Und die Unterdrücker haben vor nichts so viel Angst wie vor dem Gebrauch der Freiheit ihrer Untertanen. So beweisen die mit politischen Gefangenen überfüllten Gefängnisse der Diktatoren gerade die Freiheit des Menschen.

Aber wie gehe ich selbst mit meinen Erfahrungen der Ohnmacht und Unfreiheit um?

Zuerst einmal muss ich wieder glauben, „der Mensch ist frei geschaffen, ist frei, sei er auch in Ketten geboren“ (Friedrich Schiller). Das Bewusstsein meiner Freiheit wieder zu erlangen, ist der erste Schritt in die Freiheit. Ich bin keine Marionette. Ich bin nicht nur das Bündel meiner Triebe. Ich bin mehr als ein bloßes Rädchen im Getriebe.

Und der zweite Schritt ist, sich tatsächlich gegen die Unfreiheit zur Wehr zu setzen. Ihr, wie Ignatius von Loyola sagt, „die starke Stirn“ zu zeigen. Mich selbst aufzuschließen, mich zu entschließen, von der meiner Freiheit Gebrauch zu machen. Also dieses Glas Wodka nicht zu trinken. Die nächste Zigarette nicht zu rauchen.Also Erfahrungen von Freiheit zu machen. Sie zu erproben. Oder sich innerhalb einer Diktatur, wie es Alexander I. Solschenizyn einmal gesagt hat, nicht mehr an der Lüge zu beteiligen. Das heißt nicht, dass ich nur noch die Wahrheit sage, sondern dass ich mich nicht mehr aktiv an der Lüge beteilige, sondern dann eben schweige. Schon daran wird das System am Ende zerbrechen, wenn es sehr viele tun.

Und wenn es allein nicht geht, dass ich mich der Hilfe und des Beistands anderer versichere wie zum Beispiel die Anonymen Alkoholiker. Das ist der dritte Schritt.

Sobald ich solche Schritte in die Freiheit tue, werden in mir Kraft, Hoffnung, Freude wachsen. Ich komme heraus aus der depressiven Ohnmacht und kann schließlich auch anderen helfen, die Freiheit wieder zu erlangen.

Gott will unsere Freiheit. Er ist derjenige, der sie am meisten achtet, denn er hat sie uns geschenkt. Und am Ende erfahre ich das tatsächlich, dass die Macht des Bösen ohnmächtig und schwach ist, so bösartig und zerstörerisch und mörderisch sie sich gebärdet. Sie ist so gewalttätig, weil sie sich nur darauf stützen kann. Weil sie jedes freie Wort und jede freie Tat fürchtet und fürchten muss.