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2. Brief an die Korinther

Paulus schreibt von diesem leiblichen Geheimnis der Auferstehung schon in diesem Leben in seinem Brief an die Korinther.
 
2 Kor 4,10
Wohin wir auch kommen, immer tragen wir das Todesleiden Jesu an unserem Leib, damit auch das Leben Jesu an unserem Leib sichtbar wird.
11 Denn immer werden wir, obgleich wir leben, um Jesu willen dem Tod ausgeliefert, damit auch das Leben Jesu an unserem sterblichen Fleisch offenbar wird.

12
So erweist an uns der Tod, an euch aber das Leben seine Macht.
13 Doch haben wir den gleichen Geist des Glaubens, von dem es in der Schrift heißt: Ich habe geglaubt, darum habe ich geredet. Auch wir glauben und darum reden wir.
14 Denn wir wissen, dass der, welcher Jesus, den Herrn, auferweckt hat, auch uns mit Jesus auferwecken und uns zusammen mit euch (vor sein Angesicht) stellen wird.

15 Alles tun wir euretwegen, damit immer mehr Menschen aufgrund der überreich gewordenen Gnade den Dank vervielfachen, Gott zur Ehre.
16 Darum werden wir nicht müde; wenn auch unser äußerer Mensch aufgerieben wird, der innere wird Tag für Tag erneuert.
17 Denn die kleine Last unserer gegenwärtigen Not schafft uns in maßlosem Übermaß ein ewiges Gewicht an Herrlichkeit…


Es gibt ein Märchen der Brüder Grimm, das heißt „Die Boten des Todes“. Darin rettet ein junger Mann den Tod. Der Tod verspricht ihm darauf hin aus Dankbarkeit, ihm rechtzeitig Boten zu schicken, damit er gewarnt ist, bevor der Tod zu ihm kommt, denn er kann niemanden verschonen.
Der junge Mann lebt darauf fröhlich und vergnügt in den Tag hinein. Er wird ja rechtzeitig wissen, wann der Tod kommt. Er macht sich auch nicht daraus, wenn er krank wird und so manches Zipperlein ihn plagt. Er lebt weiter so unbedacht und lustig in den Tag hinein.
„Da klopfte ihn eines Tages jemand auf die Schulter: er blickte sich um, und der Tod stand hinter ihm und sprach 'folge mir, die Stunde deines Abschieds von der Welt ist gekommen.' 'Wie,' antwortete der Mensch, 'willst du dein Wort brechen? Hast du mir nicht versprochen, dass du mir, bevor du selbst kämest, deine Boten senden wolltest? Ich habe keinen gesehen.' 'Schweig,' erwiderte der Tod, 'habe ich dir nicht einen Boten über den andern geschickt? Kam nicht das Fieber, stieß dich an, rüttelte dich und warf dich nieder? Hat der Schwindel dir nicht den Kopf betäubt? Zwickte dich nicht die Gicht in allen Gliedern? Brauste dir’s nicht in den Ohren? Nagte nicht der Zahnschmerz in deinen Backen? Wird dir’s nicht dunkel vor den Augen? Über das alles, hat nicht mein leiblicher Bruder, der Schlaf, dich jeden Abend an mich erinnert? Lagst du nicht in der Nacht, als wärst du schon gestorben?'

Der Mensch wusste nichts zu erwidern, ergab sich in sein Geschick und ging mit dem Tode fort.“ ( www.1000-maerchen.de/fairyTale/902-die-boten-des-todes.htm)

Jeder kennt die Boten des Todes, wenn vielleicht noch nicht am eigenen Leibe, so doch bei anderen. Und es ist gut, sie einmal zu betrachten.

Ich möchte aber heute einmal das Gegenteil tun und die „Boten der Auferstehung“ betrachten. Gibt es nicht auch die in unserer Welt und täglich in uns und um uns? Boten, die uns von einem neuen und unvergänglichen Leben, von einer Verwandlung des Dunkels in Licht, des Todes in das Leben, der Wunden und Verletzungen in Quellen des Heils und der Vergebung künden?

Der offensichtlichste Bote ist natürlich die Natur. Für mich immer wieder ein wirkliches Wunder, wie sich nach dem Winter frisches Grün zeigt. Wie die Kirschen beginnen zu blühen. Wie plötzlich die Luft so einen unverwechselbaren Frühlingsduft mit sich trägt. Da kommt doch wirklich aus dem Tod neues Leben. Da wird es nach der langen Dunkelheit und Kälte wieder licht und warm. Und das macht uns doch auch hoffnungsvoll und froh.

Und ein noch größeres Wunder ist die Geburt neuen Lebens.
Alle, die Eltern sind, erfahren es. Aber auch jemand, der keine eigenen Kinder hat wie ich, staunt immer wieder über dieses größte Wunder, das ganz natürlich mitten in dieser vom Tod gezeichneten Welt geschieht.

Und auch wenn ich am eigenen Leibe auch schon die Boten des Todes erkenne und präsent fühle, so doch auch wirklich die Zeichen des Lebens.


Vor kurzem habe ich mir meine Krampfadern operieren lassen müssen – Zeichen dafür, wie alles schwach wird. Ja, aber jetzt staune ich doch auch, wie das Bein heilt und wirklich Fortschritte macht im wahrsten Sinne des Wortes. Wie die blauen Flecken verschwinden und auch die Schmerzen. Ein Wunder, wie das doch geschieht, und wie Tag und Nacht mein Körper dabei ist, wieder zu heilen, und die Verletzungen vernarben zu lassen.

Aber noch viel alltäglicher. Bote des Todes ist der Schlaf. Das haben wir gerade gelesen und das ist uns heute vielleicht weniger bewusst als den Menschen früher. Der Schlaf wurde als Bruder des Todes angesehen. Mozart soll jede Nacht vor dem Schlafengehen daran bewusst gedacht haben. Und es ist ja auch etwas daran. Aber ist dann das morgendliche Aufstehen nicht ist eine leibliche Schwester der Auferstehung? Das Wort Auferstehung kommt ja auch davon. Und manche, die nicht solche Morgenmuffel sind wie ich, die erleben das ja auch wirklich so. Sie freuen sich auf das Aufstehen. Es ist ihnen ein Auferstehen. Oft ist das bei Kindern so gut zu beobachten. Das Wunder des Erwachens und sich voller Freude und Frische hinein begeben in den neuen Tag.

Für mich und meine Schultern ganz besonders wichtig: das sich Aufrichten und gerade werden. Das soll und darf ich oft am Tage tun. Schultern nicht hängen lassen, sondern aufrichten und gerade werden. Das ist, was Gott mit uns tut in der Auferweckung: uns aufrichten und gerade und ganz werden lassen. Und wenn ich das täglich mehrmals tue, verändert das auch immer meine Geistesverfassung. Wenn ich mich aufrichte und die Schultern nicht mehr hängen lasse, dann geschieht das auch innerlich und macht mich frei. Für mich ein Bote der Auferstehung, den ich an mich selbst schicke.

Haben Sie auch eine solche körperliche Auferstehungsübung?


Wir können auch noch andere solche Boten einmal meditieren: das Bad, das ich nehme und das mich erfrischt (die Taufe), das neue Kleid, das ich anziehe und mich schön macht (das Taufkleid), der Duft von Seife und Parfüm (die Salbung mit dem Heiligen Geist).

Was kündet mir am besten dieses neue und unvergängliche Leben?
Wer oder was ist mir Bote der Auferstehung?


Ein eigenes Thema sind die Boten der Auferstehung, von denen wir in den biblischen Texten zu Ostern hören: die Engel, die Frauen, besonders Maria von Magdala und die Apostel.

Von welchem Boten habe ich zuerst die Botschaft von Ostern gehört?