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Aus dem 13. Kapitel des Römerbriefes


13,11 Bedenkt die gegenwärtige Zeit: Die Stunde ist gekommen, aufzustehen vom Schlaf. Denn jetzt ist das Heil uns näher als zu der Zeit, da wir gläubig wurden.

12
Die Nacht ist vorgerückt, der Tag ist nahe. Darum lasst uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts.

13 Lasst uns ehrenhaft leben wie am Tag, ohne maßloses Essen und Trinken, ohne Unzucht und Ausschweifung, ohne Streit und Eifersucht.14 Legt (als neues Gewand) den Herrn Jesus Christus an.


Es war einmal vor 50 Jahren. Sonntagnachmittag um vier. Es ist dämmerig. Wir sitzen um den Wohnzimmertisch. Darauf steht der Adventkranz und die ersten beiden Kerzen brennen. Meine Mutter liest eine Adventsgeschichte. Wir vier Kinder lauschen, träumen und schauen in die Kerzen. Ab und zu zieht meine Schwester eine Tannenadel aus dem Kranz und verbrennt sie in der Kerze. Das duftet und knistert so schön. Wir nennen das kokeln und dürfen das eigentlich nicht. Nach der Geschichte holt mein Vater seine Gitarre. Er sagt Klampfe dazu. Für mich ist diese Gitarre ganz fest mit Adventliedern verbunden, denn ich erlebe meinen Vater nur in dieser Jahreszeit mit seiner Klampfe. Wir singen: „Leise rieselt der Schnee…“ und andere Adventlieder.

Ein schöner Brauch – so ein Adventstündchen. Und ich erinnere mich heute noch sehr gut daran. Es muss feste Bräuche geben. Feste Bräuche geben dem Tag eine Struktur. Bräuche oder Riten geben Sicherheit genau wie ein Haus. Man kann in ihnen wohnen.
Sie geben auch dem Jahr eine Gestalt. Es gibt geprägte Zeiten im Jahr. Für die Christen: Fastenzeit und Adventszeit. Sie bereiten auf die beiden größten Feste vor. Auf Ostern und auf Weihnachten. Auf die Feier von Tod und Auferstehung Jesu und auf seine Geburt.

Es gibt viele Adventsbräuche. Fast jedes Kind bekommt einen Adventskalender. In vielen Familien gibt es noch den Adventskranz. Am 4. Dezember schneidet man die Barbarazweige. Der heilige Nikolaus kommt am 6. Dezember. Sankt Luzia verbreitet ihr Licht am 13. Dezember. Vor allem spielen Licht und Dunkel in dieser Zeit eine große Rolle, weil es die dunkle Jahreszeit ist. Und weil die Geburt Christi in der dunkelsten und längsten Nacht geschieht, in der sich zugleich die Wende zum erneuten Anwachsen des Lichtes ereignet.

Alle diese Bräuche wollen den Glauben in den Alltag bringen. Viele aber haben sich verselbständigt und haben gar nichts mehr mit dem Glauben zu tun. Sie sind nur noch familiär, romantisch oder auch einfach nur verkaufsfördernd. Alle Bräuche und Riten können leer und nichts sagend werden. Sie sollten einmal eine Hilfe sein. Nun sind sie hohl geworden oder haben einen ganz fremden Sinn bekommen.

Christen waren immer wieder erfinderisch. Sie haben Kultur und Kunst geprägt.

Geht das auch heute noch? Finden wir neue frische Riten und Bräuche oder beleben wir alte wieder so, dass sie neu etwas sagen? Welches sind meine/unsere Bräuche und Riten? Haben sie etwas mit dem Glauben zu tun (gehabt)? Welche Riten könnten mir helfen, Glauben und Alltag miteinander zu vernetzen?