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Jesus ist auferstanden. Es ist Ostern. Aber für die Frauen ist noch Karfreitag. Verhängnis und verhängte Wirklichkeit. Erst die Botschaft der Engel verwandelt sie und die Welt. Ja, er musste auferstehen. Er ist nicht im Grab. Er ist mitten im Leben. In unserem Leben. Halleluja.

(c) Dank Van Rank - Fotolia.com

Lk 24,1 Am ersten Tag der Woche gingen die Frauen mit den wohlriechenden Salben, die sie zubereitet hatten, in aller Frühe zum Grab.

2 Da sahen sie, dass der Stein vom Grab weggewälzt war;

3 sie gingen hinein, aber den Leichnam Jesu, des Herrn, fanden sie nicht.

4 Während sie ratlos dastanden, traten zwei Männer in leuchtenden Gewändern zu ihnen.

5 Die Frauen erschraken und blickten zu Boden. Die Männer aber sagten zu ihnen: Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?

6 Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden. Erinnert euch an das, was er euch gesagt hat, als er noch in Galiläa war:

7 Der Menschensohn muss den Sündern ausgeliefert und gekreuzigt werden und am dritten Tag auferstehen.

8 Da erinnerten sie sich an seine Worte.

9 Und sie kehrten vom Grab in die Stadt zurück und berichteten alles den Elf und den anderen Jüngern.

10 Es waren Maria Magdalene, Johanna und Maria, die Mutter des Jakobus; auch die übrigen Frauen, die bei ihnen waren, erzählten es den Aposteln.

11 Doch die Apostel hielten das alles für Geschwätz und glaubten ihnen nicht.

12 Petrus aber stand auf und lief zum Grab. Er beugte sich vor, sah aber nur die Leinenbinden (dort liegen). Dann ging er nach Hause, voll Verwunderung über das, was geschehen war.

ChristuS-Bahn, Michaela Karch, 1999/2000, Sankt Georgen, Frankfurt


Mitten im Alltag 

Das Foto einer S-Bahn-Station. Ein Zug fährt ziemlich schnell durch die Station. Links oben ein Signalzeichen mit dem Buchstaben A. Das Foto hält die speed-lines, die Geschwindigkeitsstreifen fest. Eher rechts eine mächtige schwarze Säule mit einem Licht in der Höhe des Handlaufs. Dort ist eine Person zu sehen, die die Treppe hochkommt. Wohl eine Frau. Links neben der Säule eine dunkle Person. Eher ein Mann. Undeutlich. Er geht aus dem Bild.

Ganz vorn links eine herumflatternde Plastiktüte. Rechts nur schemenhaft und klein eine Eierschale. In der Mitte ein breiter weißer Streifen. Langsam geht er in Rot über. 

Ist da was?

Vielleicht ja. 

Weiter hoch und etwas nach links: der weiße Streifen wird allmählich zum roten Tuch, das ganz in die Farbe des S-Bahn-Wagens übergeht. 

Ist da was?  

Wenn ich der starken roten Farbe links hoch folge, dann ist in Höhe des Signalzeichens eine Hand erkennbar. Hand des Schaffners? Aber in der Hand ein roter Punkt. Und von der Hand geht Licht aus. Seltsam. 

Gehe ich weiter nach rechts zu, dann zeigt sich ganz schemenhaft ein Gesicht. Augen. Mund. Bart. Über dem Kopf noch ein Signalzeichen von der Bahn. Aber vielleicht auch ein Hinweiszeichen auf die Lichtgestalt? Wenn ich jetzt noch weiter nach rechts gehe, sehe, ahne ich den anderen Arm und von der Hand eigentlich nur den Daumen und den roten Punkt in der Handfläche.  

Jetzt sieht es wohl jeder: Der auferstandene Christus erscheint in der S-Bahn-Station.

Ist so etwas möglich? 

Wenn er wirklich auferstanden ist, dann ist er auch in der S-Bahn-Station auferstanden. Dann ist er auch dort präsent. Dann kann ich ihn auch dort in der völlig säkularen Welt finden. 

„Manchmal feiern wir mitten am Tag ein Fest der Auferstehung…“ Die Plastiktüte – Symbol unserer modernen Konsumwelt wird Zeichen für Vergänglichkeit und Leere und verlassene, alte (Leibes-)Hülle. Wie das Ei das klassische Zeichen für die Auferstehung darstellt. Das Küken pickt sich heraus aus dem Grab ins Freie. 

Das Signal A könnte nun auch Hinweis sein für A wie Auferstehung.  

‚Mitten im Leben sind wir von dem Tod umfangen …’ Die mächtige schwarze Säule auf dem Bild - ist sie nicht der schwarze Stein vor dem Grab? Ja, der Tod unter uns - so oft übersehen und doch überall präsent. 

Aber nicht nur das: Mitten im Leben sind wir von Jesus neu umfangen. Noch weniger erkannt. Mitten im Leben ist da das ganz Neue. Das Unerwartete. Die wirklichere Wirklichkeit. Das lebendigere Leben. Manchmal sehen wir es und manchmal sehen wir nichts. Und dann sieht die Welt nur noch so aus, wie auf dem Bild unten. Verhängte Welt. Verhängnis.


Aber es ist Ostern und hinter dem Verhängnis strahlt uns das Licht der Auferstehung. Der Vorhang ist zerrissen. Das Netz ist zerrissen und wir sind frei. Die Todessäule – weggerollt. Jesus ist aus dem Grab gestiegen. 

Gott sei Dank! Halleluja! 

(05.04.2010)

Es grüßt Sie herzlich in österlichen Freude 

Thomas Gertler SJ

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