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Vom Kampf des Erzengels Michael gegen das Böse und den Bösen berichtet die Offenbarung des Johannes im zwölften Kapitel:


Offb12,7
Da entbrannte im Himmel ein Kampf; Michael und seine Engel erhoben sich, um mit dem Drachen zu kämpfen. Der Drache und seine Engel kämpften,

8
aber sie konnten sich nicht halten und sie verloren ihren Platz im Himmel.

9
Er wurde gestürzt, der große Drache, die alte Schlange, die Teufel oder Satan heißt und die ganze Welt verführt; der Drache wurde auf die Erde gestürzt und mit ihm wurden seine Engel hinabgeworfen.

10
Da hörte ich eine laute Stimme im Himmel rufen: Jetzt ist er da, der rettende Sieg, / die Macht und die Herrschaft unseres Gottes / und die Vollmacht seines Gesalbten; denn gestürzt wurde der Ankläger unserer Brüder, der sie bei Tag und bei Nacht vor unserem Gott verklagte.

11
Sie haben ihn besiegt durch das Blut des Lammes / und durch ihr Wort und Zeugnis; sie hielten ihr Leben nicht fest, / bis hinein in den Tod.

12
Darum jubelt, ihr Himmel / und alle, die darin wohnen.

(c) Thomas Gertler


Michael

In Augsburg gibt es einen Brauch am Michaelsfest (29. September) und darum herum: das Fest des Turamichele. Der Erzengel Michael (Michele) kommt in diesen Tagen aus einem Fenster im Kirchturm von Sankt Peter, im örtlichen Dialekt Tura und daher Turamichele,  und kämpft mit dem Teufel. Das Michele gibt dem Teufel Stichele, und zwar so viele, wie die Stunde schlägt. Und die Kinder zählen laut die Stiche mit. Ein großer Spaß.

Kampf mit dem Bösen – ein Kinderspiel? Nein, kein Kinderspiel, aber für die Kinder etwas Fröhliches, weil das Böse besiegt wird. Und darüber freut sich jedes Kind. Wir Erwachsenen wissen, dass es schwer ist, gegen das Böse zu kämpfen und noch schwerer, in diesem Kampf zu siegen. Und wir spüren oft eher die Stichele des Bösen, als dass wir das Gefühl hätten, erfolgreich gegen das Böse zu sticheln und es zu vertreiben. Gerade im Blick auf das viele Böse, Verbrecherische, Furchtbare, das in dieser Welt geschieht und wovon unsere Nachrichten voll sind, haben wir oft den Eindruck der Ohnmacht und der Sinnlosigkeit. Wir neigen dann eher dazu, davor unseren Blick zu verschließen. Lieber unsere kleine Welt einigermaßen davon frei halten als sich einbilden zu wollen, ich könne etwas dagegen tun.

Aber das ist so wie mit der Wahl: Kommt es auf meine Stimme an oder nicht? Angesichts von so vielen Millionen von WählerInnen könnte man sagen, auf mich kommt es gar nicht an. Ich gehe ja unter in der Masse. Wenn aber jede/r so denkt, dann findet gar keine Wahl statt. Es kommt also sehr wohl auf mich an und meinen Beitrag. Und wir dürfen uns sagen, dass es beim Kampf mit dem Bösen noch einen Unterschied zur Wahl gibt. Bei der Wahl zählt jede Stimme gleich, ohne Unterschied. Mein Kampf gegen das Böse aber kann an der Stelle, wo ich stehe, letztlich entscheidend sein und den Unterschied machen, ob hier jetzt Recht oder Unrecht, Gutes oder Böses geschieht und sich durchsetzt. Dominik Brunner, der Mann aus der Münchner U-Bahn, war so ein Kämpfer. Er hat sich eingesetzt für die bedrohten Kinder und ist dabei getötet worden. Aber dadurch hat er diese Kinder vor dem Bösen beschützt. Wenn an diesem Tag und an diesem Ort mehr Menschen einen ähnlichen Mut gehabt hätten, ihre Stimme zu erheben und einzugreifen, dann hätte er nicht sterben müssen. Gott sei Dank, hat diese mutige Tat hat ja eine bundesweite Wirkung gehabt. Und so ist dadurch letztlich doch das Gute gestärkt worden und hat viele neu zum Nachdenken und hoffentlich auch zu neuem Verhalten gebracht.

Alles Gute, das ich tue, schwächt gerade dadurch das Böse und verstärkt die Macht des Guten. Es kommt darum auf den einzelnen oder die einzelne an und seine oder ihre Tat. Die Taktik des Bösen ist es immer, das Gegenteil einzuflüstern: „Auf dich kommt es überhaupt nicht an. Du bist nur ein kleines Rädchen im Getriebe. Machen kannst du sowie nichts.“ Hören Sie nicht darauf!

Nein, es kommt auf Sie an und Ihren Kampf und Einsatz. Und in Ihrem Kampf für das Gute, für das Recht und für die Gerechtigkeit dürfen Sie wissen, dass Gott und seine Engel immer auf Ihrer Seite mitkämpfen. So sage ich Ihnen und auch mir selbst: Nur Mut, mach‘s wie Michele und gib dem Bösen Stichele!

29.09.2009