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Und so lautet diese Stelle des Lobes im Markusevangelium, die allen Kindern der Welt aus dem Munde ihrer Väter und Mütter zu wünschen ist:

Mk 1,9 In jenen Tagen kam Jesus aus Nazaret in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen.

10 Und als er aus dem Wasser stieg, sah er, dass der Himmel sich öffnete und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam.

11 Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden.

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Lob

„Du alte Flasche, aus dir wird nie was!“ Wer das oft hört, glaubt es am Ende selbst und sagt es auch zu sich selbst: „Du alte Flasche, aus dir wird nie was!“ Wie reden Sie mit sich selbst? Schimpfen Sie auch mit sich selbst? Welche Worte gebrauchen Sie?

Ja, ich mache oft Fehler. Oft die gleichen Fehler. Und ich bin auch wirklich unzufrieden mit mir selbst und unglücklich über mich. Und dann schimpfe ich auch mit mir selbst. Und bin in Gefahr, tatsächlich nicht mehr weitergehen zu wollen. Mich einfach gehen und fallen zu lassen.

Wie sehr hilft mir dann ein gutes Wort! Ein Lob. Eine Ermunterung. Und wenn es nicht nur so allgemein gesagt wird, sondern zu mir persönlich. Wenn ich spüre, ja, ich bin wirklich selbst damit gemeint. Das ist etwas sehr Wichtiges. Das richtet mich wieder auf. Das gibt mir dann den Mut, wieder weiter zu gehen. Das hilft mir aus meinen Selbstzweifeln, ja, aus meiner Verzweiflung hinaus.

Das geht mir heute noch so mit dem Lob und mit der Anerkennung. Sie helfen mir. Sie tun mir gut. Natürlich kann ich sie nicht immer wirklich im ganzen Umfang annehmen und ihnen nicht immer vollständig glauben. Weil ich eben meine Schwächen und meine Armseligkeit stärker sehe: „Wenn Du wüsstest, wie es da drin in mir aussieht!“ Aber umso wichtiger ist es, dass es doch geschieht und dass ich auch versuche, es zu akzeptieren.

„Den darfst du nicht zu sehr loben, der wird sonst eingebildet.“ Durch Zufall habe ich einmal gehört (es war in meiner Studienzeit), wie es ein Vorgesetzter über mich sagte. Das war schlimm, nicht so sehr weil mich das verletzt hat, als ob ich eingebildet wäre. Auch nicht weil ich mich auch einmal über ein Lob aus seinem Munde gefreut hätte. Nein, ich habe bei diesem Satz in das Herz dieses Menschen geschaut. Und wie traurig, den Neid und auch die Kleingeistigkeit zu sehen. Seine Einstellung: ‚Der muss klein gehalten werden. Er soll sich nicht zu sehr entfalten können. Der muss gedemütigt werden, damit er die Demut lernt.’ Oft gibt es tiefe Wunden, die aus solcher negativer oder schwarzer Pädagogik kommen. Über Generationen weiter gegeben. Sicher auch an diesen Vorgesetzten.

Erst das Lob hilft, dass jemand sich selbst annehmen und seine Kräfte entfalten kann. Erst das Lob und die Annahme helfen mir, das Leben zu bejahen und darauf zuzugehen. Mutig zu sein. Vertrauen hilft mir, mich zu trauen. Das ist am offensichtlichsten bei Kindern. Sie blühen auf und brauchen das Lob und die Liebe und die Annahme wie Blumen das Wasser.

Liebe Eltern, denkt daran!

Aber das ist auch noch beim Jugendlichen und beim Erwachsenen so. Selbst bei der Kritik ist das noch so. Kritik kann ich am besten annehmen von jemandem, von dem ich weiß, dass er/sie mich mag und mich grundsätzlich annimmt. Von meinem Feind kann ich keine Kritik hören oder akzeptieren, denn da sehe ich sie nur als etwas an, mit dem er mich weiter kaputt machen will. Kritik braucht einen Umkreis aus Annahme und Bejahung, sonst bleibt sie wirkungslos. Aber mein Freund kann mir das sagen: Hör mal, du musst mehr auf dich achten. Hör mal, du musst dir Zeit nehmen für deine Familie. Hör mal, du bist in der letzten Zeit so negativ und aggressiv. Wie kommt das? Hör mal, du bist immer so traurig und niedergeschlagen. Wie kommt das?

Das Ziel allen christlichen Lebens ist das Loben. Wir sind dazu geschaffen zu loben. Kein leeres Lob soll es sein, sondern eines, das zutrifft. Das Gute wahrnehmen und es benennen. Es aussprechen. Ja, und wo gibt es das Gute? Eben dazu brauche ich Augen, die das Gute sehen und sehen wollen. Dazu brauche ich sensible Ohren, die das Gute hören und bereit sind, es aufzunehmen. Das ist eine wichtige Übung jeden Tag: Wo habe ich Gutes erfahren? Was habe ich Schönes gesehen? Wo konnte ich lächeln und froh sein? Wann habe ich heute gelacht – nicht aus Schadenfreude, sondern aus echtem Frohsinn? Ja, dann habe ich doch Grund zu danken. Also lieber ausdrücklich danken und loben, als Schnaps trinken nach dem alten Reklamespruch: „Wenn einem also Gutes widerfährt, dann ist das einen Asbach Uralt wert.“ Nein: Wenn einem also Gutes widerfährt, dann ist das ein Wort des Lobes wert!

Es gibt den schönen Brauch, sich ein goldenes Buches zu halten, in das ich solche positiven, erfreulichen, aufbauenden Erfahrungen hineinschreibe. Es ist erstaunlich, wie viel da im Laufe der Zeit zusammenkommt.

Liebe und Lob hängen sprachlich und sachlich zusammen. Wie schön wäre es, wenn Sie mit Ihren eigenen Worten zu Ihren Kindern, zu Ihren Lieben, das sagen könnten, was Gott, der Vater zu Jesus seinem Sohn sagt: „Du bist mein geliebter Sohn, an dem ich mein Gefallen gefunden habe!“ (Mk 1,11). Im Glauben darf ich wissen, dass das Gott einem jeden Menschen zusagt und es in der Taufe ausdrücklich tut: Du bist mein geliebter Sohn, Du bist meine geliebte Tochter, Du gefällst mir!

13.01.2009