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Der Prophet Jesaja staunt über diese große, schöne und unermessliche Welt. Auch ihm hilft dieses Nachdenken über die Größe der Schöpfung, um sich bewusst zu machen, wie unendlich viel größer und wunderbarer Gott selbst sein muss. Und daraus schöpft er Trost für alle, die vor der Gegenwart Angst haben und an Gott zweifeln. Nein, nichts fällt aus Seiner Hand. Auch nicht die Welt heute mit all ihren Katastrophen. Oder mein Leben mit all seinen Schwierigkeiten.

(c) michael tunbridge - Fotolia.com

Jes 40,12 Wer misst das Meer mit der hohlen Hand? / Wer kann mit der ausgespannten Hand den Himmel vermessen? / Wer misst den Staub der Erde mit einem Scheffel? Wer wiegt die Berge mit einer Waage / und mit Gewichten die Hügel?

13 Wer bestimmt den Geist des Herrn? / Wer kann sein Berater sein und ihn unterrichten?

14 Wen fragt er um Rat / und wer vermittelt ihm Einsicht? Wer kann ihn über die Pfade des Rechts belehren? / Wer lehrt ihn das Wissen / und zeigt ihm den Weg der Erkenntnis?

15 Seht, die Völker sind wie ein Tropfen am Eimer, sie gelten so viel wie ein Stäubchen auf der Waage. / Ganze Inseln wiegen nicht mehr als ein Sandkorn.

16 Der Libanon reicht nicht aus für das Brennholz, / sein Wild genügt nicht für die Opfer.

18 Mit wem wollt ihr Gott vergleichen / und welches Bild an seine Stelle setzen?

21 Wisst ihr es nicht, hört ihr es nicht, / war es euch nicht von Anfang an bekannt? Habt ihr es nicht immer wieder erfahren / seit der Grundlegung der Erde?

22 Er ist es, der über dem Erdenrund thront; / wie Heuschrecken sind ihre Bewohner. Wie einen Schleier spannt er den Himmel aus, / er breitet ihn aus wie ein Zelt zum Wohnen.

23 Er macht die Fürsten zunichte, / er nimmt den Richtern der Erde jeden Einfluss.

25 Mit wem wollt ihr mich vergleichen? / Wem sollte ich ähnlich sein?, spricht der Heilige.

26 Hebt eure Augen in die Höhe und seht: / Wer hat die (Sterne) dort oben erschaffen? Er ist es, der ihr Heer täglich zählt und heraufführt, / der sie alle beim Namen ruft. Vor dem Allgewaltigen und Mächtigen / wagt keiner zu fehlen.

27 Jakob, warum sagst du, / Israel, warum sprichst du: Mein Weg ist dem Herrn verborgen, / meinem Gott entgeht mein Recht?

28 Weißt du es nicht, hörst du es nicht? / Der Herr ist ein ewiger Gott, / der die weite Erde erschuf. Er wird nicht müde und matt, / unergründlich ist seine Einsicht.

29 Er gibt dem Müden Kraft, / dem Kraftlosen verleiht er große Stärke.

30 Die Jungen werden müde und matt, / junge Männer stolpern und stürzen.

31 Die aber, die dem Herrn vertrauen, / schöpfen neue Kraft, / sie bekommen Flügel wie Adler. Sie laufen und werden nicht müde, / sie gehen und werden nicht matt.

(c) Slapper - Fotolia.com


Kleine Phantasie-Übung 

Manchmal geht mir schon Seltsames durch den Kopf. Das haben Sie vielleicht schon am Impuls vom 21. April 2010 gemerkt. Neben mir auf dem Tisch steht zum Beispiel mein alter Radiowecker. Wenn ich den anstelle, kommt Musik raus oder Nachrichten, je nachdem. Dieses kleine Ding holt das alles aus der Luft oder empfängt es mit der Antenne aus der Atmosphäre, wie man technisch genauer sagen kann. Aber diese Musik und diese Nachrichten müssen doch auch durch meinen Kopf gehen oder wenigstens die Wellen, die diese Musik oder die Nachrichten transportieren. Es geht mir (und vielleicht auch Ihnen ganz unbemerkt) - wie gesagt - Seltsames durch den Kopf. Alle diese vielen Wellen mit Musik, mit Nachrichten, ja jetzt am Computer sogar das Internet mit seinen unendlich vielen Zugriffsmöglichkeiten über „wireless lan“ (WLAN), also eine kabellose Verbindung, also auch durch den Äther. Das alles ist jetzt in diesem Moment zu haben, ist in meinem Zimmer vorhanden, es ist da und ich kann es heranholen. Alles ist da, aber ich merke nichts davon. Merke ich nichts davon? Manche meinen ja, man könne den sogenannten Elektrosmog doch irgendwie im Gehirn spüren. Jedenfalls soll er Auswirkungen haben.  

Manchmal habe ich auch so komische Vorstellungen von meinem eigenen Körper. Vielleicht oder sogar sicher bin ich gar nicht so sehr abgegrenzt gegen meine Umwelt, wie ich denke. Also von meinem Kopf habe ich ja schon gesprochen. Wer weiß, ob ich nicht viel mehr aufnehme, als ich meine? Das fängt ja schon mit den Ohren an. Wenn ich mal still bin, merke ich erst, wie viele Geräusche in der Stille geschehen. Fern die Straßenbahn. Jetzt kommt sie näher. Jetzt kann ich sogar ganz leise ihr Klingeln hören. Irgendetwas rauscht immer. Meistens Autos auf der Straße, aber auch mal Regen oder Wind. Oder auch das Gebläse im Bad. Jetzt klappert was direkt unter meinem Fenster. Nur Vögel höre ich hier leider nie. Aber vorgestern, als ich noch bei einem Besuch im wunderschönen Füssen war, da konnte ich sie hören. Wenn ich genau hinhöre, gibt es unglaublich viel an Geräuschen und damit auch an Informationen. Zum Glück lässt es ja ein bisschen nach mein Gehör. Aber jedenfalls ist viel mehr da, als ich so gewöhnlich merke. Und wirkt sich das nicht auch irgendwie aus? 

Ich fürchte auch, dass ich nicht mehr so gut rieche wie früher. Na, Sie werden mich jetzt nicht missverstehen! Aber gerade habe ich im Radio gehört, dass wir nur sehr unzureichend ausdrücken können, wie etwas riecht. Es gibt keine genaue und differenzierte Sprache für Gerüche. Obwohl manche Beschreibungen von Weinkennern doch sehr ausdrucksstark sind: Vom alten Pferdesattel ist da manchmal die Rede oder Himbeere im Abgang und ähnliche Poesie mehr. Jedenfalls ist es ein großes ungelöstes Geheimnis um die Nase und ihr Vermögen. Und dann erst eine Hundenase! Das ist ja schier unheimlich, was die so erschnuppern kann. Wege von Menschen werden noch nach Tagen aufgenommen, wenn es nicht regnet. Auch das ist alles in der Luft. Auch alles da und gegenwärtig, auch wenn ich, wie gesagt nicht mehr so gut rieche... 

Ich trinke ein Bier. Sollte ich nicht tun, aber na ja. Und was fließt denn da wieder alles in mich ein. Nicht nur Gerste und Hopfen und Malz, Gott erhalt´s. Nein, wenn ich mal tiefer schaue. Wie viele Atome werden das sein? Und mit den Atomen ja auch eine unglaubliche Energie, nicht nur die paar Kalorien. Denn wenn man diese Atome spalten würde, na das würde knallen. Von mir bliebe da nicht viel übrig. So jedenfalls habe ich meine Lehrer damals verstanden. In jedem kleinen Atom sind solche ungeheuren Energien gebunden. Die sind doch dann auch in mir da. Ungeheure Energien. Oder? Und bei Ihnen? Ungeheure Energien? 

Ich schreibe das alles in meinen Computer. Und dann speichere ich es ab in einem kleinen Chip. Der fasst, sage und schreibe, acht Gigabyte. Und er ist so groß wie mein kleiner Fingernagel. Von den Kynikern (oder Zynikern) sagte man, ihre Lehre sei so kurz und knapp, dass man sie auf einen Hundeschwanz schreiben könne. Daher ihr Name, der so viel wie Hund bedeutet. Nun mein kleiner USB-Stick ist viel kleiner als der kleinste Hundeschwanz, aber wenn ich alles auf Papier ausdrucken würde, was da drauf ist, so würde ich es mit einem großen Handwagen kaum wegschaffen können. Unglaublich. Ich habe immer Angst, dass ich dieses kleine Teilchen mal verliere... 

Wozu all diese Gedanken? Es ist, wie der Titel sagt, einfach eine geistige Lockerungsübung, ein Spiel mit der Phantasie. Mir helfen sie dabei, mir vorzustellen, dass unsere Wirklichkeit unendlich viel reicher ist, als wir es uns normalerweise denken. Das bricht mir die vernagelten Bretter meiner Alltagsrealität auf. Es ist alles noch ganz anders, als wir normalerweise so beschränkt fühlen, spüren und ahnen. Schon die ganz gewöhnliche Alltäglichkeit enthält eine solche unglaubliche Fülle. Die ist unendlich vielfältiger, als ich normalerweise wahrnehme. Und alles ist einander viel näher und durchdringt einander viel mehr, als ich denke. Und so kommt mir die Welt näher und so kommt mir auch Gott näher. Wenn schon dieser kleine menschengemachte USB-Stick eine solche Fülle von Texten, Bildern, Informationen enthält, um wie viel leichter kann ich mir dann tatsächlich die Unendlichkeit des Geistes Gottes vorstellen, auch wenn sie eben gerade unvorstellbar ist. Und wie viel leichter kann ich mir vorstellen, dass dieser Geist Gottes auch in mir etwas bewirkt, wenn schon so unendlich viel anderes ganz selbstverständlich auf mich einwirkt. So eine kleine Phantasieübung ist doch immer mal wieder ganz nützlich. Ja, es ist eigentlich gar keine Phantasieübung, sondern nur ein Bewusstmachen von ganz simplen, ja vordergründigen Fakten. Ja, und welche Energie da wohl durch mich durchströmt, wenn ich glaube, dass Gott in mir wohnt. 

(01.06.2010)

Es grüßt Sie herzlich
Thomas Gertler SJ

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