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Aus der überwältigenden Erfahrung des verwandelnden JAs Gottes haben die ersten Christen Lieder gedichtet und gesungen. Eines davon ist der Kolosserhymnus



Kol 1,12 Dankt dem Vater mit Freude! Er hat euch fähig gemacht, Anteil zu haben am Los der Heiligen, die im Licht sind.
13 Er hat uns der Macht der Finsternis entrissen und aufgenommen in das Reich seines geliebten Sohnes. 14 Durch ihn haben wir die Erlösung, die Vergebung der Sünden.

15
Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene der ganzen Schöpfung. 16 Denn in ihm wurde alles erschaffen im Himmel und auf Erden, das Sichtbare und das Unsichtbare, Throne und Herrschaften, Mächte und Gewalten; alles ist durch ihn und auf ihn hin geschaffen.

17 Er ist vor aller Schöpfung, in ihm hat alles Bestand. 18 Er ist das Haupt des Leibes, der Leib aber ist die Kirche. Er ist der Ursprung, der Erstgeborene der Toten; so hat er in allem den Vorrang.
19 Denn Gott wollte mit seiner ganzen Fülle in ihm wohnen, 20 um durch ihn alles zu versöhnen. Alles im Himmel und auf Erden wollte er zu Christus führen, der Friede gestiftet hat am Kreuz durch sein Blut.



Eine Karte mit diesen vier Worten, hat mir einmal meine Schwester in der Wendezeit von 1989 gegeben, als die großen Veränderungen kamen und die großen Verunsicherungen. Vor allem für die Leute im Osten. Denn bei ihnen veränderte sich ALLES. Alle politischen, sozialen, persönlichen Verhältnisse stürzten um. Und die Gedanken und Gefühle waren oft zwiespältig: … deutsche Einheit: Ja, aber … Jetzt eine neue Existenz aufbauen, große Schulden machen: Ja, aber… Sich auf die neue Situation innerlich positiv einstellen: Ja, aber…
Das „Ja, aber“, das so unsicher und etwas verzagt und ein bisschen wehleidig ist, lag so nahe, liegt oft so nahe. Damals war dagegen das optimistische und ermutigende: „Aber Ja…!“ gesetzt. Nur Mut!

Vor einiger Zeit habe ich einen Impuls unter dem Titel „Ja und Nein“ geschrieben, der vor allem das Recht des Nein verteidigt hat und vor einem größenwahnsinnigen Ja gewarnt hat. Heute möchte ich noch einmal darauf zurück kommen. Ich möchte mich ein wenig korrigieren oder ergänzen. Und zwar vom Glauben an Gott her. Da sind nämlich Ja und Nein nicht gleich stark, sondern da ist das Ja größer und wichtiger als das Nein, und zwar das eindeutige und klare Ja, nicht das zögerliche, eingeschränkte Ja, aber… Wieso?

Gott ist zuerst derjenige, der Ja sagt und zwar zu allem Bestehenden, zu allem, was er geschaffen hat. Alles, was ist, darf auch sein.


Und das ist der erste Grundsatz, den ich mir immer wieder aus dem Glauben heraus sagen darf und oft auch sagen muss: Du darfst so sein, wie Du bist. Gott ist als Schöpfer ganz und gar positiv. Er setzt erst einmal die Schöpfung. Wörtlich übersetzt heißt positiv(us) „gesetzt“, es kommt von dem Lateinischen ponere: setzten, stellen, legen (englisch „put“). Wir sind erst einmal ins Dasein gesetzt. Und das heißt auch, dass wir gewollt und bejaht sind.
Im Buch der Weisheit heißt es: 11,24 Du liebst alles, was ist, und verabscheust nichts von allem, was du gemacht hast; denn hättest du etwas gehasst, so hättest du es nicht geschaffen. 25 Wie könnte etwas ohne deinen Willen Bestand haben, oder wie könnte etwas erhalten bleiben, das nicht von dir ins Dasein gerufen wäre? 26 Du schonst alles, weil es dein Eigentum ist, Herr, du Freund des Lebens. Ist das nicht ein wunderschöner Text, den ich mir jeden Morgen vor dem Spiegel vorlesen kann und vielleicht sollte? Er gilt mir!

Und jetzt höre ich doch schon wieder ein Ja, aber… Ja, aber es gibt doch so viel Schlimmes und Schreckliches in der Welt und auch in meinem Leben und meiner Lebensgeschichte. Dazu kann ich unmöglich Ja sagen.


Dazu sage ich: Ja, das ist so. Es gibt das Schreckliche, das Furchtbare und das Negative. Und ich soll nicht lügen und etwas gut und schön nennen, was für mich böse und hässlich ist. Aber ich sollte versuchen, anzunehmen, dass Gott zuerst einmal alles Positive sieht und bejaht und dass dieses Positive größer und stärker ist. Ja, dass Gott immer dabei ist, das Schlimme und Schreckliche, das Negative zu überwinden, zu heilen und ins Positive zu wenden. Denn das ist der zweite Grundsatz, der mir gilt und allem Geschaffenen: Du musst nicht so bleiben, wie Du bist. Es muss nicht so bleiben, wie es ist. Veränderung, Besserung, Heilung sind möglich.

Das Vorbild für beide Grundsätze ist Jesus Christus. Er verkündet diese frohe Nachricht: Selig ihr Trauernden, ihr werdet getröstet. Selig, ihr Hungernden, ihr werdet satt werden.


Und er tritt dafür ein. Er heilt die Kranken. Er macht die Hungernden satt. Er bringt den Schuldigen die Vergebung. Er erfährt die Wahrheit seiner Verkündigung und seines Einsatzes am eigenen Leibe. In seinem Scheitern und Sterben erfährt er alle die Not, Verlassenheit und all den Schrecken der Welt, aber in seiner Auferstehung erfährt er, dass Gott, der Vater, seinen Tod in neues, ungeahntes Leben, sein Leid in Freude, seine Wunden in Quellen des Heils verwandelt.

Wir glauben, dass das auch mit uns geschieht und geschehen wird. Das verwandelt uns schon heute. Es gibt uns einen hoffenden und glaubenden Blick auf unsere Wirklichkeit, eine positive Einstellung und eine bejahende Sicht der Welt. Dabei muss ich das Negative und Schlimme nicht leugnen oder übersehen. Es ist aber nicht mächtiger als oder auch nur gleich stark wie das Ja Gottes und seine heilende und verwandelnde Macht.

Diese gläubige Einstellung zeigt sich im folgenden Wort des heiligen Paulus an die Korinther, das ich auch sehr liebe:

2 Kor 1,18 Gott ist treu, er bürgt dafür, dass unser Wort euch gegenüber nicht Ja und Nein zugleich ist. 19 Denn Gottes Sohn Jesus Christus, der euch durch uns verkündigt wurde - durch mich, Silvanus und Timotheus -, ist nicht als Ja und Nein zugleich gekommen; in ihm ist das Ja verwirklicht. 20 Er ist das Ja zu allem, was Gott verheißen hat. Darum rufen wir durch ihn zu Gottes Lobpreis auch das Amen.

So dürfen wir auch angesichts von Schwierigkeiten und Belastungen, von Herausforderungen und Wagnissen unsere Verzagtheit überwinden und statt Ja, aber… mit Gottes Hilfe sagen:
Aber Ja…! Auch angesichts der Krisen, Verunsicherungen und Ängsten heute: Klima, Energie, Finanzen und alle die anderen schlimmen Kriegs- und Krisengebiete in der Welt. Gottes Macht und Ja ist stärker als all dieses Negative und Tödliche. Er ist mächtig auch über alle diese Wirklichkeiten und ihre Todesgrenzen hinaus.