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Eine Betrachtung der Emmausgeschichte


1) Trauer


Lk 24:13 Am gleichen Tag waren zwei von den Jüngern auf dem Weg in ein Dorf na-mens Emmaus, das sechzig Stadien (12 km) von Jerusalem entfernt ist. 24:14 Sie sprachen miteinander über all das, was sich ereignet hatte. 24:15 Während sie redeten und ihre Gedanken austauschten, kam Jesus hinzu und ging mit ihnen.

24:16 Doch sie waren wie mit Blindheit geschlagen, so dass sie ihn nicht erkannten. 24:17 Er fragte sie: Was sind das für Dinge, über die ihr auf eurem Weg miteinander redet? Da blieben sie traurig stehen, 24:18 und der eine von ihnen er hieß Kleopas   antwortete ihm: Bist du so fremd in Jerusalem, dass du als einziger nicht weißt, was in diesen Tagen dort geschehen ist?
24:19 Er fragte sie: Was denn? Sie antworteten ihm: Das mit Jesus aus Nazaret. Er war ein Prophet, mächtig in Wort und Tat vor Gott und dem ganzen Volk. 24:20 Doch unsere Hohenpriester und Führer haben ihn zum Tod verurteilen und ans Kreuz schlagen lassen. 24:21 Wir aber hatten gehofft, dass er der sei, der Israel erlösen werde. Und dazu ist heute schon der dritte Tag, seitdem das alles geschehen ist.

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Es ist schon Ostern. Christus ist schon auferstanden. Für die beiden Jünger aber ist noch Karfreitag. Sie gehen weg. Sie sind traurig. Denn es ist alles vorbei. Ihre Hoffnung ist ans Kreuz geschlagen worden.
Ich sehe sie auf ihrem Wege gehen.

Kenne ich auch ein solches trauriges Weggehen in meinem Leben?

Jesus geht mit ihnen, gerade auch in dieser tränenblinden Trauer und Enttäuschung, in der sie ihn nicht erkennen. Er will, dass sie ihre Traurigkeit und Enttäuschung aussprechen. Das ist wichtig. Auch ich soll immer meine Trauer und Enttäuschung vor Gott offen aussprechen. Er ist da, auch wenn ich ihn nicht erkennen kann.

2) Es musste ja so kommen


24:25 Da sagte er zu ihnen: Begreift ihr denn nicht? Wie schwer fällt es euch, alles zu glauben, was die Propheten gesagt haben. 24:26 Musste nicht der Messias all das erleiden, um so in seine Herrlichkeit zu gelangen? 24:27 Und er legte ihnen dar, ausgehend von Mose und allen Propheten, was in der gesamten Schrift über ihn geschrieben steht.
24:28 So erreichten sie das Dorf, zu dem sie unterwegs waren. Jesus tat, als wolle er weitergehen, 24:29 aber sie drängten ihn und sagten: Bleib doch bei uns; denn es wird bald Abend, der Tag hat sich schon geneigt. Da ging er mit hinein, um bei ihnen zu bleiben.

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Musste es nicht so kommen? Ich lasse mir von Jesus die Augen öffnen dafür, dass es so kommen musste. Es musste ja so kommen, heißt für uns häufig: Das hättest du dir ja an fünf Fingern ausrechnen können, meist in einem negativ verurteilenden Sinn.
Dieses „so kommen müssen“, heißt aber für die Bibel: Das ist alles kein Zufall gewesen, sondern so in Gottes Heilsplan beschlossen. Das ist tröstlich. Er hat die Geschichte in der Hand. Das Geschick Jesu und auch mein Geschick. Dafür öffnet mir Jesus nun die Augen.
Jesus wendet den Teppich seines und meines Lebens von der wirren Rückseite auf die schön gewirkte Vorderseite. Jetzt bekommt das Ganze einen Zusammenhang und Sinn, was vorher nur ein Durcheinander von Knoten war. Wir laden ihn ein, bei uns zu bleiben.


3) Wir erkennen ihn wieder


24:30 Und als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach das Brot und gab es ihnen. 24:31 Da gingen ihnen die Augen auf, und sie erkannten ihn; dann sahen sie ihn nicht mehr. 24:32 Und sie sagten zueinander: Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schrift erschloss?

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Heraus aus der Trauer und der Depression hilft den Jüngern endgültig ein altbekannter Gestus, der einen Raum des Wiedererkennens und damit des Vertrauten, der Geborgenheit eröffnet. Nun ist alles gut.

Wann stellt sich bei mir dieses Gefühl ein: Nun ist alles (wieder) gut?

Wann zuletzt?

Wie oft hatte Jesus mit seinen Jüngern das Brot gebrochen. (Jeder Hausvater begann damals in Israel die Mahlzeit, indem er den Brotfladen zerriss und an die Tischgenossen austeilte, so auch Jesus) Und ganz besonders denken sie an sein letztes Mahl mit den Seinen. Nun ist er wieder mit ihnen. Sie hatten es geahnt bei seinen Worten unterwegs und ihr Herz hatte schon begonnen, ihn zu erkennen. Aber jetzt ist es offenbar. Jetzt ist Ostern. Jesus hat Sie da hinein begleitet.

Habe ich Jesus schon wieder erkannt?


4) Aufbruch, Umkehr und Bekenntnis


24:33 Noch in derselben Stunde brachen sie auf und kehrten nach Jerusalem zurück, und sie fanden die Elf und die anderen Jünger versammelt. 24:34 Diese sagten: Der Herr ist wirklich auferstanden und ist dem Simon erschienen.(vgl. 1 Kor 15,4f) 24:35 Da erzählten auch sie, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach.

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Ostern heißt: Aufbruch, Umkehr, Bekenntnis. Wir können unmöglich für uns behalten, was wir erfahren haben: Jesus lebt und wir haben ihn erlebt und er hat uns wieder le-bendig gemacht und aus der Trauer herausgeführt. Und sie treffen die Gemeinschaft derer, die es auch erfahren haben.

Jesus lebt. Und wir können ihn auch heute als den Lebenden erkennen: wenn sich uns der Sinn unseres wirren Lebens erschließt, wenn unser kaltes Herz wieder brennt, wenn wir mit Jesus in der Mitte das Brot miteinander teilen.

Wem sage ich das weiter?