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Paulus schreibt der Gemeinde von Philippi über die Gelassenheit Gottes, erkennbar im Weg Jesu.

Dieses Loslassen soll auch unser Leben kennzeichnen. Denn die Gesinnung Jesu, sein Loslassen soll auch das unsere werden.

Phil 2,5 Seid untereinander so gesinnt, wie es dem Leben in Christus Jesus entspricht:

6 Er war Gott gleich, / hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein,

7 sondern er entäußerte sich / und wurde wie ein Sklave / und den Menschen gleich. / Sein Leben war das eines Menschen;

8 er erniedrigte sich / und war gehorsam bis zum Tod, / bis zum Tod am Kreuz.

9 Darum hat ihn Gott über alle erhöht / und ihm den Namen verliehen, / der größer ist als alle Namen,

10 damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde / ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu

11 und jeder Mund bekennt: / «Jesus Christus ist der Herr» - / zur Ehre Gottes, des Vaters.

(c) Anne Kreutzer-Eichhorn - Fotolia.com


Gottes Gelassenheit

Gelassenheit ist ein Akt des Vertrauens. So hatte ich im letzten Impuls (25.11.2008) geschrieben. Loslassen kann ich mich nur, wenn ich glaube, nicht ins Nichts zu fallen, sondern in Gottes gute Hände. Und dieses Vertrauen ist für uns schwer genug.

Heute möchte ich aber einmal über das Vertrauen und die Gelassenheit Gottes meditieren. Gibt es das? Ich glaube schon und das ist etwas Staunenswertes. Was meine ich damit?

Ich staune immer wieder, welch ein Vertrauen Gott in uns, in seine Schöpfung haben muss, dass er uns sein lässt. Dass er uns sein lässt im doppelten Sinne des Wortes. Er hat uns geschaffen. Er lässt uns sein. Er gewährt uns unser Sein. Er schenkt uns das Dasein. Er freut sich, dass wir da sind. Er will, dass wir da sind. Gott sei Dank! Gelassenheit Gottes.

Und er lässt uns sein im Sinne von frei lassen. Er lässt uns gehen. Er lässt uns sein. Er lässt uns los. Er gibt uns frei. Er schenkt uns die Freiheit. Er will, dass wir frei sind, dass wir unsere Freiheit gebrauchen. Er will unsere Kreativität. Er will unsere Ideen. Er freut sich daran. Er will, dass wir unsere Talente ausprobieren und nicht, dass wir sie vergraben. Er vertraut, dass es besser ist, uns sein zu lassen, als uns ständig zu kontrollieren und dauernd einzugreifen in seine Schöpfung. Gelassenheit Gottes.

Das regt natürlich sehr viele auf. Denn sie empfinden diese Gelassenheit Gottes als Gleichgültigkeit und Ohnmacht. Warum tut Gott nichts?! Gott schweigt. Er lässt der Welt ihren Lauf. Er thront in der Ferne. Er scheint das Leiden der Schöpfung gar nicht zu sehen und scheint überhaupt nichts zu tun. Er lässt alles so laufen. Er lässt uns los – los auf die arme Welt und wir machen alles kaputt.

Nach der Sicht der Bibel ist das aber nicht so. Gott sieht sehr wohl, was da läuft. Gott hat Erbarmen. Gott hat Mitleid. Gott greift ein. Er ruft Menschen, die Sein Wort und seinen Willen verkünden. Die zur Umkehr mahnen. Er ruft Mose, der sein Volk aus der Sklaverei befreit. Das lässt sich fortsetzen… Gottes Gelassenheit heißt eben nicht, dass er sich nicht einlässt. Ja, der Name Gottes selbst sagt es: „Ich bin der Ich bin da.“ Ich bin da für euch und ich führe euch aus dem Elend hinaus.

Und nach dem Glauben der Christen geht dieses sich Einlassen Gottes noch viel weiter. Gott verlässt sich selbst. Er geht so sehr aus sich heraus, dass er sein eigenes Gottsein verlässt. Er lässt sich so sehr ein auf uns, auf seine Schöpfung, dass er selbst Mensch wird. Und als dieser Mensch Jesus geht er so weit, dass er wiederum sich selbst ganz los lässt bis hinein in den Tod. Ja, bis in den Tod am Kreuz.

Welche Gelassenheit Gottes! In Christus lebt er uns vor: dieses sich Verlassen Gottes auf uns hin ist nicht Ohnmacht und Schwäche, sondern Liebe, die bis zum Äußersten geht.

Jetzt kommt die Zeit des Advents. Wir gedenken des Kommens Gottes auf diese Welt. Sein Einlassen auf uns. Seine Gelassenheit. Auch wieder im doppelten Sinne. Wir erinnern uns der Ereignisse von damals. Wir gedenken der Menschwerdung Gottes. Wir feiern Weihnachten.

Aber als zweites blicken wir auf und schauen aus voller Hoffnung, denn was begonnen hat in der Menschwerdung Gottes, das soll und das wird sich vollenden. Die Liebe, die bis zum Äußersten ging, wird alles verwandeln und wir werden das große Hochzeitsfest feiern der endgültigen, bleibenden Liebe zwischen Gott und seiner Schöpfung. Und wir beten und rufen: Maranatha – Komm, Herr Jesus, komm.

03.12.2008