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Aus dem Johannesevangelium, Kapitel 20

Der Evangelist Johannes beschreibt den Umschwung von Verschlossenheit, Angst und Schuldbewusstsein zu Freude und Frieden und Vergebung. Das ist das Pfingstfest.

Joh 20,19 Am Abend dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!

20
Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, dass sie den Herrn sahen.
21 Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.

22
Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!
23 Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert


1. Geistesgegenwärtig

tritt der Fahrer auf die Bremse, als der Ball auf die Straße rollt. Geistesgegenwärtig hält die Mutter ihr Kind fest, als sein Ball auf die Straße rollt. Zum Glück!
Geistesgegenwart heißt ganz da sein, präsent sein, wach sein, aufgeweckt sein. Im Hier und Jetzt leben, nicht verschlafen, verträumt, weltfremd und blöde sein.

Bin ich geistesgegenwärtig?
Wann bin ich so wach und ganz da mit allen meinen Sinnen?

Ich bin es, wenn ich selbst keine Sorgen habe und nicht in mir selbst verschlossen bin, sondern ganz frei und offen sein kann, weil und wenn ich mich getragen, gehalten und geliebt weiß?


2. Geistesgegenwart

meint, im Strom des Lebens sich bewegen können wie ein Fisch im Wasser, so quicklebendig wie ein Fisch und quicklebendig wie das klare Quellwasser. So frisch und neu, so beweglich und geschickt, nicht steif und hart, nicht zäh und träge, mühsam und krank wie ölverseuchte Wellen, die an den Strand schwappen. Oder nicht wie so ein hölzerner Pfahl im Wasser, um den es immer großen Wirbel gibt, an dem sich alles stößt und der nur im Wege ist, sondern eher so leicht und beweglich wie das Gras im Wasser, das jede Bewegung tänzerisch mitmacht und nachvollzieht. So möchte ich mich im Leben bewegen können und andere mit Begeisterung zum Tanz des Lebens auffordern.

3. Gegenwart des Geistes Gottes

meint genau das. Diese Leichtigkeit des Seins, die aus der Liebe entspringt. Denn die Gabe des Geistes Gottes ist Gottes Liebeserklärung an uns und wenn wir sie annehmen, Gottes Geistesgegenwart in uns. Aus dieser Gegenwart des Geistes Gottes in uns, aus der lebendigen Liebe Gottes in uns, da können wir lebendig und froh sein, begeistert und wach. Da möchten wir selbst diese Liebe weitergeben. Diese Geistesgegenwart Gottes ist auch Gottes Vergebung und des Daseins Erleichterung.

4. Sehnsucht nach einem neuen Geist

Jetzt war gerade das große Radrennen rund um den Henninger Turm in Frankfurt. Schauen wir auf die vergangene Geschichte, auf unsere großen Radsportler, auf die Skandale und die Bekenntnisse. Trotz allem Schmerz und aller Enttäuschung, wie gut wäre es doch für sie und für uns endlich die Lüge los zu sein. Wie schlimm, wenn es immer so weiter geht. Für sie bleibt die Angst, dass doch alles raus kommt.

Für uns bleibt das schon lange präsente Gefühl, dass das alles so nicht stimmen kann. Wenn nicht ein neuer Geist beginnt, wird der Radsport irgendwann nur noch verkümmern. Wie sehr könnten die Sportler froh sein, wenn ihnen nach dem Bekenntnis auch vergeben wird. Dann könnte dort eine neue Atmosphäre, eine neue Klarheit und Offenheit einziehen. Dann könnte ein neuer Anfang gemacht werden.

Wie gut würde es uns allen tun! Oder siegt doch nicht der neue Geist, sondern die alte Verlogenheit auf allen Seiten? Ein neuer Geist ist möglich, so erzählt uns das Evangelium, auch nach Lüge und Verrat.