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Das Ziel unserer Pilgerschaft ist dann die endgültige Freiheit der Kinder Gottes, die wir bei Gott selbst haben. Und das letzte Buch der Bibel schildert dieses Ziel unserer Pilgerschaft so:

Offb 21,1 Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, auch das Meer ist nicht mehr.

2 Ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott her aus dem Himmel herabkommen; sie war bereit wie eine Braut, die sich für ihren Mann geschmückt hat.

3 Da hörte ich eine laute Stimme vom Thron her rufen: Seht, die Wohnung Gottes unter den Menschen! Er wird in ihrer Mitte wohnen, und sie werden sein Volk sein; und er, Gott, wird bei ihnen sein.

4 Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen: Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen.

5 Er, der auf dem Thron saß, sprach: Seht, ich mache alles neu. Und er sagte: Schreib es auf, denn diese Worte sind zuverlässig und wahr.

6 Er sagte zu mir: Sie sind in Erfüllung gegangen. Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende. Wer durstig ist, den werde ich umsonst aus der Quelle trinken lassen, aus der das Wasser des Lebens strömt.

7 Wer siegt, wird dies als Anteil erhalten: Ich werde sein Gott sein und er wird mein Sohn sein.

(c) green308 - Fotolia.com


Freiheit braucht Entwicklung

Wir fangen alle als Embryo an, der sich aus einer einzigen Zelle entwickelt hat. Es braucht Jahre, bis unser Körper ausgereift ist. Noch länger entwickelt sich unser Geist. Wir schöpfen nie die Möglichkeiten der 100 Milliarden Neuronen aus, die uns als Entwicklungspotential zur Verfügung stehen. Inzwischen weiß man, dass auch im Alter noch neue Hirnzellen gebildet werden. Der Körper begrenzt unsere geistige Entwicklung nicht, er stößt sie sogar immer wieder an, entscheidend, wenn wir sprechen lernen, dann, wenn wir so weit entwickelt sind, dass wir uns das Lesen und Schreiben aneignen können.

Die Pubertät gibt unserer geistigen Entwicklung noch einmal einen Schub, denn meist bringt sie das Bewusstsein unserer Freiheit ein gehöriges Stück weiter. Wir geraten zwar dann in Konflikt mit den Autoritäten und liegen mit unseren Eltern durchgehend im Streit. Das Bewusstsein der Freiheit muss sich mühsam herausbilden, denn wir sollen ja bald die Verantwortung für unser Leben selbst in die Hand nehmen. Firmung und Konfirmation haben deshalb in diesen Jahren des Umbruchs ihre Bedeutung: Sie stärken die jungen Menschen, die nicht mehr Kinder sind, sich auf den Weg des eigenen Lebens zu machen und dafür entschlossen den Roten Faden in die Hand zu nehmen, der dem Lebensweg Richtung gibt. Das Erwachsenenalter ist durch viele Erfahrungen geprägt, die uns jeweils herausfordern, uns zu entwickeln. Das meiste Potential haben die Niederlagen und die schmerzlichen Erfahrungen.

Das Alter fängt bereits damit an, dass die Kinder das Haus verlassen, die Schüler ihren Abschluss gemacht haben. Wenn die eigenen Eltern sterben, wächst man in eine neue Verantwortung. Durch das Ende ihres Berufslebens wird vielen schmerzlich bewusst, dass nun eine neue Generation das Heft in die Hand nimmt. Aber auch dann hört die Entwicklung der Freiheit nicht auf. Ich soll mich nicht mehr einmischen, weder in die Erziehung der Enkel, noch in die Arbeit meines Nachfolgers, aber ich vertrete die Werte, die meinem Leben als Fundament gedient haben. Ich soll ein weiser alter Mann, eine weise alte Frau werden, die etwas zu sagen haben. Das werde ich, indem ich wohlwollend auf mein Leben blicke, meine Erfahrungen durchdenke, vergangene wichtige Ereignisse noch einmal durchlebe und vor dem, was ich verbockt, wo ich mich vergangen habe, nicht die Augen verschließe. Ich soll mich schließlich auf die letzte Reise vorbereiten, an deren Ende mich der empfängt, der mich auf meinen Lebensweg geschickt hat.

Wir haben dafür Bilder, die sicher nur eine Ahnung von dem geben, was mich erwartet. Da Petrus von Jesus die Schlüssel erhalten hat, ist er der himmlische Pförtner, der mich in die neue Welt führt. Einen Blick in den Himmel können wir in den Barockkirchen werfen. Diese Kirchen sind die Antwort auf die Erfahrung des Todes, als der Dreißigjährige Krieg den Tod zum einzigen Sieger gemacht hatte. Und diese Antwort lautet: nein, nicht der Tod ist der Sieger, sondern Christus, der vom Tode Auferstandene und Gott wird nun jede Träne abwischen von unseren Augen.

So betet die Kirche in ihrer Messe für die Verstorbenen:

„Erbarme dich unserer verstorbenen Brüder und Schwestern und aller, die in deiner Gnade aus dieser Welt geschieden sind. Nimm sie auf in deine Herrlichkeit. Und mit ihnen lass auch uns, wie du verheißen hast, zu Tische sitzen in deinem Reich. Dann wirst du alle Tränen trocknen. Wir werden dich, unseren Gott, schauen, wie du bist, dir ähnlich sein auf ewig und dein Lob singen ohne Ende. Darum bitten wir dich durch unseren Herrn Jesus Christus.“


Hermann Hesse – Stufen

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf= um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen;
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegensenden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden
...Wohlan denn Herz, nimm Abschied und gesunde!

(Nach langer Krankheit im Jahre 1941 geschrieben, ursprünglich mit dem Titel „Transzendieren“ Bernh. Zeller, Hermann Hesse in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten, Hamburg 1963, 140)

(09.03.2010)

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