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Diesen wunderschönen Engel hat Fra Angelico für uns gemalt.
Er war Bruder im Dominikanerorden und ist 1455 gestorben. Der Engel ist Gabriel, der Maria die Botschaft bringt.

Quelle: Wikipedia

Lk 1,26 Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret 

27 zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. 

28 Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. 

29 Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. 

30 Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. 

31 Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. 

32 Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. 

33 Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben. 

34 Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? 

35 Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. 

36 Auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. 

37 Denn für Gott ist nichts unmöglich. 

38 Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.

(c) Christian Wode


Engel 

Vom Bahnhof aus sah ich in der Ferne einen Laden, darauf stand groß: Angel Shop. Also Sachen zum Angeln dachte ich. Aber konsequent Englisch müsste es dort wohl eher Engel oder was für Engel geben und das wäre ja beim jetzigen Engelboom auch eine ganz gute Geschäftsidee. Engel sind wieder da. Überall flattert uns das himmlische Geflügel entgegen. Im Buchladen ganze Regale, auf dem Weihnachtsmarkt ganze Stände, kein Kaufhaus ohne Engel. Und jetzt in der Adventszeit natürlich besonders. Engel wohin das Auge schaut, mal lustig, mal ernsthaft. 

Und wie steht es mit den Engeln? Gibt es sie? Sind sie nur Symbol? Nur Seelenkräfte oder tatsächlich Mächte und Gewalten? Ich habe von einem Engelforscher gehört, die Engel seien gewissermaßen „Gott light“, so wie „Cola light“. Begegnung mit dem Göttlichen, aber nicht ganz so wuchtig und anspruchsvoll, gewissermaßen alltagstauglich. Eben leicht mit Glühwein und Zuckerwatte, mit Punsch und Lebkuchen verträglich. Kopfschmerzen machen den Leuten weniger die Engel als der heiße, süße und billige Rotwein.

Für mich als Theologen am überraschendsten ist, dass die Engel von außen wieder in die Kirche heimgekehrt sind. Innerhalb der Theologenschar hatte man sich gut damit abgefunden, dass die Engel nur zur weltbildlichen Einkleidung der biblischen Botschaft gehören. Und dass sich mit dem Ende dieses antiken Weltbildes auch die Engel verflüchtigt haben. Und kaum war dieser „Abschied von den Engeln“ geschehen, da fliegen sie uns esoterisch wieder zu, und zwar in solcher Macht und Pracht, dass wir, das Theologenvolk, uns ihnen wieder zuwenden und uns vom gläubig-ungläubigen Volk von ihrer Existenz (wieder) überzeugen lassen. 

Die „Wiederkehr der Engel“ ist zugleich eine heftige Korrektur am modernen Weltbild und seiner Sterilität und seinem Mangel an persönlichem Bezug. In den siebziger Jahren wurde dann das neue Zeitalter oder „New Age“ eingeläutet. Da wurden plötzlich die Sterne wieder bedeutsam, und wir sind vom Zeitalter des Mars hinübergewechselt in das des Wassermanns. Erinnern Sie sich noch an das Musical „Hair“ (1967/68)? Im Titelsong „Aquarius“ ist davon die Rede. Seitdem gibt es wieder die Engel und seitdem treten sie ihren Siegeszug an und haben die Lufthoheit wiedergewonnen. Denn das Weltbild ist seitdem für viele wieder viel ganzheitlicher oder holistischer geworden, nicht mehr so geistlos und a-personal. Und damit nimmt man auch wieder solche geistigen Kräfte wahr, die den Kosmos mitbestimmen. Und seitdem besinnt man sich auch wieder auf diese Wesen in der christlichen Glaubensüberzeugung. Und siehe da, es gibt auch wieder Menschen, die mit diesen Wesen Erfahrungen machen. Oder Menschen, die schon immer damit in Verbindung standen, trauen sich wieder davon zu sprechen. Und inzwischen glauben laut Statistik mehr Menschen bei uns an Engel als an Gott. 

Engel kommen in der Advents- und Weihnachtszeit besonders häufig vor, nicht nur in den Läden, sondern ursprünglich in den Geschichten der Bibel. Der Engel Gabriel kommt zu Maria und sagt ihr, dass sie voller Gnade ist und die Mutter Jesu werden soll. Engel erscheinen Josef im Traum. Ein Engel kündigt die Geburt Johannes des Täufers an. Zu Weihnachten künden dann ganze himmlische Heerscharen den Hirten die frohe Botschaft von der Geburt Christi. 

Engel vermitteln zwischen Gott und der Welt. In den Engeln kommt Gott zu uns. Mit ihren Worten und Kräften nimmt Gott mit uns Kontakt auf. Im Impuls über den Computer hatte ich ja geschrieben, dass wir endliche Wesen Gott als unendliches Wesen und reinen Geist so gar nicht erfahren können. Er muss sich uns vermitteln und sich erfahrbar machen. Und das geschieht durch die Engel. Aus diesem Grunde kennen auch das Judentum und der Islam die Engel. Auch dort sind die Engel die Boten Gottes. Auch bei ihnen tut sich Gott durch die Engel kund. Und es kann ganz seltsam offen bleiben in der Bibel, ob es Gott selbst ist oder sein Engel, der da spricht, erscheint und handelt. So in der wunderschönen Geschichte von Abraham und den drei Engeln bei den Eichen von Mamre (vgl. Gen 18. Kap.).

Quelle: Wikipedia


Wie ist das eigentlich mit Ihnen? Glauben Sie an Engel? An den Schutzengel zum Beispiel? Oder haben Sie sogar Erfahrungen mit Engeln gemacht? Für manche ist das ja selbstverständlich. Anderen – naturwissenschaftlich geprägten Menschen – graust es bei dem Gedanken an Engel. Wieder andere können sie ganz gut mit Anselm Grün als seelische Helfer ansehen, wo ganz offen bleibt, ob es sie „gibt“ oder nicht. Es muss auch gar nicht so scharf entschieden werden, ob ja oder nein. Das macht die Engel ja so modern und multiverträglich über Religionsgrenzen hinweg, ja sogar für Menschen, die nicht an Gott glauben. Der Gedanke ist so schön und wir wissen sowieso nicht so genau Bescheid. Und es gibt ja mehr als unsere Schulweisheit sich träumen lässt… Lassen wir es mal für heute so bei dieser Art von Engel, beim leichtfüßigen und beflügelten göttlichen Wesen, beim „angel light“. Aber über Engel gibt es noch mehr zu sagen.  

Bis dahin wünsche ich Ihnen gesegnete Adventstage

(08.12.2009)