Sie sind hier: {$rootlineLinkWrap}updateseele.de{$rootlineLinkWrap}Impuls der WocheDie Freiheit der anderen
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Das Loblied des Zacharias bei der Geburt seines Sohnes Johannes atmet die Freiheit und die Befreiung, die Gott schenkt und mit dem Täufer Johannes beginnt und mit Tod und Auferstehung Jesu vollendet wird.

(c) Marek Kosmal - Fotolia.com

Lk 1,67 Sein Vater Zacharias wurde vom Heiligen Geist erfüllt und begann prophetisch zu reden:

68 Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! / Denn er hat sein Volk besucht und ihm Erlösung geschaffen;

69 er hat uns einen starken Retter erweckt / im Hause seines Knechtes David.

70 So hat er verheißen von alters her / durch den Mund seiner heiligen Propheten.

71 Er hat uns errettet vor unseren Feinden / und aus der Hand aller, die uns hassen;

72 er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet / und an seinen heiligen Bund gedacht,

73 an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat; /

74 er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, / ihm furchtlos dienen

75 in Heiligkeit und Gerechtigkeit / vor seinem Angesicht all unsre Tage.

76 Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; / denn du wirst dem Herrn vorangehen und ihm den Weg bereiten.

77 Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken / in der Vergebung der Sünden.

78 Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes / wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,

79 um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes, / und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

© Bernd Volz - Fotolia.com


Die Freiheit der anderen 

Freiheit ist zuerst meine ureigene Sache. Es ist ja meine Freiheit, mit der ich meinem Leben eine bestimmte Richtung gebe. Die Freiheit soll von anderen nicht angetastet werden. Wer meine Freiheit beeinträchtigt, trifft mich in meiner Würde. Ich selbst soll die Freiheit der anderen achten, die meines Partners, meines Kindes, meines Kollegen, meiner Mitarbeiter und die der anderen Autofahrer im Straßenverkehr, dass ich ihnen da die Vorfahrt lasse, wo sie ihnen zusteht.

In den Monaten, als mir meine Freiheit deutlich wurde, als ich in meine Freiheit gestoßen wurde, war ich besonders empfindlich, manchmal war es mir schon zu viel, wenn mich jemand berührte.

Als ich dann mit der Last besser umgehen konnte, dass ich jetzt ganz für mein Leben verantwortlich bin, habe ich dann auch einen Blick dafür gewonnen, dass andere ja auch mit ihrer Freiheit umgehen müssen. Sie machen das sehr verschieden. Mich interessierte zuerst, wie sie das machen. Ich bin auch viel öfter ins Kino gegangen. Es waren nicht mehr die Actionfilme und die Teenykomödien, ich fand Geschmack an den anspruchsvollen Filmen. 

Irgendwann habe ich dann gemerkt, dass die Freiheit der anderen mit meiner Freiheit zu tun hat. Es fing eigentlich im Freundeskreis an. Dass mir andere immer gute Ratschläge geben wollten, das war längst vorbei. Belastend waren für mich die, die „nicht zu Potte“ kamen. Erst habe ich versucht, gut zuzureden, nicht die Flügel immer hängen zu lassen. Aber dann wurde mir das ständige Gejammer zu viel. Ich merkte: Es fehlt die Kraft zur Entscheidung. Prüfungen wurden hinausgeschoben, dann die Stunden im Internet. Aus Gesprächen bin ich oft etwas dumpf herausgegangen. Meine Freiheit braucht andere als Ansporn, die auch ihr Leben in die Hand nehmen. Die es nicht tun, rauben mir den Elan. 

Etwas hat mein tieferes Verstehen, was meine Freiheit bedeutet, noch mit mir gemacht. Ich wurde empfindlicher für Nachrichten über Beschädigungen der Freiheit, wenn Journalisten eingesperrt oder sogar umgebracht werden, nur weil sie einen Misstand aufdecken. „Reporter ohne Grenzen“ wurde für mich interessant. Mir ist viel zu spät klar geworden: Für die Freiheit der anderen muss man etwas tun. Ich habe meine Freiheit nur, wenn andere sie auch in Anspruch nehmen können. Und: Meine Freiheit hat nur Elan, wenn andere ihrem Leben nicht ausweichen. Für Journalisten in Gefahr kommt mir leicht ein Gebet über die Lippen. Für die, die sich nicht zu ihrer Freiheit aufschwingen können, fällt mir das Beten schwer. Beten für andere, das braucht Kraft. Von denen, die wegen ihrer Freiheitsarbeit verfolgt werden, geht Kraft aus. Für die anderen sollte ich um Kraft beten. 

Gebet

Wir feiern den Mut der Menschen,
die bereit sind zum Heilen und Helfen,
die es nicht scheuen, ihre Gesundheit,
ihre Ruhe und Freiheit,
sogar ihr Leben aufs  Spiel zu setzen,
um ihren Schwestern und Brüdern
Schwester und Bruder zu sein. 

Wir feiern den Mut der Menschen,
die ihren Mund auftun, und mit Briefen und Eingaben
gegen ungesetzliche Festnahmen,
Folter und Gefangenschaft kämpfen.

Wir feiern ihren Mut und ihre Ausdauer,
mit der sie bereit sind,
sich für sie einzusetzen,
die von der Welt bereits vergessen wurden. 

Wir feiern die Selbstlosigkeit,
zu der Menschen fähig sind.
Wir feiern die Energie des Geistes,
aufzustehen, standzuhalten, zu wagen.

Wir feiern die Menschen,
die begriffen haben, dass Liebe
die einzige Macht ist, die nicht zerstört....  Amen 

(Gebet der ACAT, Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter)


13.04.2010

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