Sie sind hier: {$rootlineLinkWrap}updateseele.de{$rootlineLinkWrap}Impuls der WocheDein Reich komme
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Es ist deutlich, dass Gott ein solches Reich nicht einfach vom Himmel herabfallen lassen kann. Es muss in den Herzen der Bewohner entstehen. Schon die Propheten des Volkes Israel haben ein solches Reich angekündigt. Bei Ezechiel wird in Kap. 36 den nach Babylon verschleppten Juden verheißen:

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Ez 36,24

Ich gieße reines Wasser über euch aus, dann werdet ihr rein. Ich reinige euch von aller Unreinheit und von allen euren Götzen.

Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. Ich nehme das Herz von Stein aus eurer Brust und gebe euch ein Herz von Fleisch.

Ich lege meinen Geist in euch und bewirke, dass ihr meinen Gesetzen folgt und auf meine Gebote achtet und sie erfüllt.

Dann werdet ihr in dem Land wohnen, das ich euren Vätern gab. Ihr werdet mein Volk sein und ich werde euer Gott sein.

Ich befreie euch von allem, womit ihr euch unrein gemacht habt. Ich rufe dem Getreide zu und befehle ihm zu wachsen. Ich verhänge über euch keine Hungersnot mehr.

Ich vermehre die Früchte der Bäume und den Ertrag des Feldes, damit ihr nicht mehr unter den Völkern die Schande einer Hungersnot ertragen müsst.

Dann werdet ihr an euer verkehrtes Verhalten und an eure bösen Taten denken und es wird euch ekeln vor euch selbst wegen eurer Gräueltaten.

So spricht Gott, der Herr: Wenn ich euch von all euren Sünden gereinigt habe, mache ich die Städte wieder bewohnbar und die Ruinen werden wieder aufgebaut.

Das verödete Land wird bestellt, es liegt nicht mehr öde vor den Augen all derer, die vorüber gehen.

Dann wird man sagen: Dieses verödete Land ist wie der Garten Eden geworden; die zerstörten, verödeten, vernichteten Städte sind wieder befestigt und bewohnt.

Ich hole euch heraus aus den Völkern, ich sammle euch aus allen Ländern und bringe euch in euer Land.

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Dein Reich komme –  oder braucht Gott meine Freiheit? 

Wir bauen uns in unserem Leben etwas auf. Zuerst einmal durch die Ausbildung, damit wir beruflich etwas erreichen. Eine Familie zu gründen, heißt ebenfalls, etwas aufzubauen. Dann kommt der Hausbau. Wer sich selbständig macht oder ein Unternehmen leitet, baut ständig, indem er neue Angebote entwickelt, Werbemaßnahmen konzipiert und umsetzt. Jeder von uns werkelt, auch im eigenen Garten, in der eigenen Werkstatt. Wenn ein Chor, eine Musikgruppe, ein Orchester proben, dann bauen Sie auch an der Aufführung. Um uns wird auch ständig gebaut, neue Bürotürme, Museen, Autobahnen, Schienenstrecken. 

Die eigene Person erbauen

Wenn wir einiges erreicht haben, dann wendet sich der Blick mehr nach Innen. Manchmal treibt den Erwachsenen die Frage, ob das jetzt alles war. Ich bin durch die Jahre gegangen, immer vor Aufgaben und Herausforderungen gestellt, die ich anpacken musste. Die eigene Person wird Thema. Muss ich nicht innerlich noch viel mehr wachsen, als dass ich etwas im Außen auf die Beine stelle? Ich entdecke die Kunst, gehe in Ausstellungen, höre anspruchsvollere Musik und fange wieder an, wie in der Kinderzeit, zu lesen. Hinter dem, was alles zu erledigen ist, liegen tiefer gehende Fragen. Worum geht es eigentlich im Leben? Was ist, wenn ich von all der beruflichen Tätigkeit krank werde, wenn die Altersteilzeit beginnt? Auf was will ich eigentlich mal zurückblicken? Dann wird auch das wieder nach oben gespült, was misslungen ist, was auf „meine Kappe“ geht, wo ich Menschen schwer enttäuscht habe. Nachts, wenn ich wach im Bett liege, stehen manche Szenen aus meinem Leben, nicht nur die gelungenen, sondern auch die misslungenen, wieder vor mir. Ich stoße immer wieder auf das Üble, auf die geheimnisvolle Kraft des Bösen. Sie wirkt nicht nur in Terroranschlägen, in der Geldgier der Investmentbanker, sondern auch in meinem Leben. Mir wird immer deutlicher: Die Welt ist nicht so, wie sie sein sollte. An meinem Leben kann ich ablesen: Nicht jeder Erfolg lässt das Gute wachsen. Ich „baue“ nicht nur hin und wieder Mist, ich öffne auch dem Bösen die Tür. 

Betrug, Lüge, Gewalt zerstören

Wenn ich auf den Verlauf der Geschehnisse blicke, wird auch deutlich: Was unter Mithilfe von Tricks, Betrügerei, Gewalt aufgebaut wurde, hat keinen Bestand. Auf deutschem Boden haben der Nationalsozialismus wie auch die DDR den geschichtlichen Beweis geliefert, dass Ungerechtigkeit, Unterdrückung, Unterbindung der freien Berichterstattung ein Staatswesen zum Einsturz bringen. Was im Großen zu beobachten ist, gilt auch im Kleinen. Wer immer Recht haben will, steht am Ende alleine da. Familien, die ihren inneren Streit nicht überwinden, zerfallen. Im Alter bleiben dann die Eltern allein. In vielen Romanen und Filmen wird das beschrieben. Böses tun, mit Tricks arbeiten, andere in ihrer Freiheit bedrängen, anderen den eigenen Willen aufzwingen, das hat keinen Bestand. Wer sich die Lebensläufe von Menschen ansieht, kann erkennen, worauf es ankommt. Die Bautätigkeit des einen hat Bestand, die des anderen errichtet nur Sandburgen, die die nächste Flut zerfließen lässt. Dann gibt es noch das teuflische Bestreben, den Bau anderer zu zerstören. Unsere Sehnsucht geht dahin, an einem Bau mitzuwirken, der Bestand hat. Wir erkennen im Laufe der Jahre immer klarer, dass das nicht einfach, sogar unwahrscheinlich ist, wenn man auf die Gegenkräfte schaut: Neid, üble Nachrede, Mobbing, Zerstörungswut. 

Ein solides Haus bauen 

Europa ist ein Beispiel dafür, dass Menschen aus den Erfahrungen der vielen Kriege gelernt haben. Es braucht ein Haus, das nicht auf militärischer Macht, sondern auf Gerechtigkeit, den Freiheitsrechten, auf freiem Unternehmertum, offenen Grenzen aufgerichtet wird. Ein Haus, das wohnlich sein soll, braucht die Achtung der Würde eines jeden. Das Haus ist auch kein Selbstzweck, sondern bietet seinen Bewohnern Schutz vor Regen und Hitze, Arbeitsräume, Platz zum Wohnen, Freiraum und Sicherheit. In einem solchen Haus wollen wir wohnen. Die vielen Menschen, die aus Afrika, Lateinamerika und östlichen Ländern außerhalb der EU nach Europa hineindrängen, zeigen, dass sie ein neues Haus suchen. Früher hat man das auch Reich genannt, bis die Nationalsozialisten den Begriff durch ihr „Drittes Reich“ entwerteten. Im Vater Unser beten die Christen für das Kommen eines Reiches. Es wird Reich Gottes genannt, weil es ein Reich des Friedens und der Gerechtigkeit sein wird. Dieses Reich kann kein Reich der Unterdrückung, sondern nur eines der Freiheit sein, vor allem, ein Reich, in dem jeder die Freiheit des anderen so hoch schätzt wie seine eigene. 

Wir beten: 

Herr, unser Gott, wir bauen an unserem Lebenshaus. Lass es uns auf Dich bauen und sei Du das Fundament unseres Daseins und sei Du unser sicherer Felsen in den Stürmen das Lebens. Lass Unser Haus nicht einstürzen und zusammenbrechen in der Zeit der Erdbeben und der Unwetter sondern bestehen bleiben, weil wir Dein Wort nicht nur gehört, sondern auch befolgt und gelebt haben (Mt 7,24-27).


(27.04.2010)

Es grüßt Sie herzlich

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