Sie sind hier: {$rootlineLinkWrap}updateseele.de{$rootlineLinkWrap}Impuls der WocheDas Größere im Blick - am Reich Gottes mitbauen
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Wie wir uns am Größeren ausrichten und zuerst Gottes Herrschaft suchen können, schreibt uns Matthäus im sechsten Kapitel seines Evangeliums als Predigt Jesu:

 

(c) Maida Terzic - Fotolia.com


Mt 6,25
Deswegen sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben und darum, dass ihr etwas zu essen habt, noch um euren Leib und darum, dass ihr etwas anzuziehen habt. Ist nicht das Leben wichtiger als die Nahrung und der Leib wichtiger als die Kleidung? 

26 Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie? 

27 Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Zeitspanne verlängern? 

28 Und was sorgt ihr euch um eure Kleidung? Lernt von den Lilien, die auf dem Feld wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht. 

29 Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen. 

30 Wenn aber Gott schon das Gras so prächtig kleidet, das heute auf dem Feld steht und morgen ins Feuer geworfen wird, wie viel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen! 

31 Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen? 

32 Denn um all das geht es den Heiden. Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht. 

33 Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben. 

34 Sorgt euch also nicht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat genug eigene Plage.

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Das Größere im Blick - am Reich Gottes mitbauen 

Gott fängt mit uns den Tag an. Er lässt die Sonne aufgehen, wir spüren die Luft zum Atmen. Unser Körper ist so entworfen, dass wir nachts Kräfte für den Tag sammeln. Acht und mehr Stunden fordert uns der Tag, dann kommt der Abend, wir überantworten uns wieder mit unseren Träumen der langen Fahrt durch die Nacht. 

Ehe wir den Tag anpacken, spüren wir noch kurz, wie er in unserer Handfläche liegt. Ein ganzer Tag, Chance, etwas zustande zu bringen, andere zu treffen, Wohlwollen zu erfahren und zu schenken, mit Widrigkeiten fertig zu werden, sich ärgern, ohne wütend zu werden, jemanden zu trösten. 

Wo geht der Tag aber abends hin? Schluckt ihn der Rachen der Zeit einfach auf? Oder trage ich vielleicht doch etwas zu einem großen Werk bei? 

Es könnte so scheinen, dass er einfach so zerrinnt, wie das Spülmaschine ausräumen, im Stau stehen, etwas hinterherlaufen, was längst hätte erledigt sein müssen. Auch aus solchen Tagen entsteht die Geschichte der Menschen, die großen und kleinen Kriege bringen nicht mehr zustande. 

Jeden Tag ausrichten 

Jeden Tag bauen wir am Haus der Geschichte mit. Deshalb ist jeder Tag wichtig. Wir können deshalb keinen Tag in den Müllcontainer werfen. Denn aus jedem Tag baut sich die Vollendung auf, die das Ganze einmal erreichen soll. Jeder von uns gehört dazu. 

Aber, so frage ich mich an manchen Abenden, das mag ja für die Tage stimmen, an denen ein Kind geboren, eine Erfindung gemacht, eine Brücke fertig gestellt wird. Aber die vielen Tage mit ihrem Kleinkram, mit den verspäteten Zügen, dem Nicht-Erledigten, dem kleinen Streitereien? Ich würde solche Tage am liebsten vergessen, einfach abschreiben. 

Jedoch, der Kleinkram gehört auch dazu, unser Leben webt sich auch durch Stunden von Abrechnungen, im Stau stehen, Wäsche waschen, Telefonate erledigen. Ich muss nur all das in das große Ganze integrieren. Denn auch der Kleinkram braucht seine Würde. 

Das ist die Intuition des Alltagsgebetes und des Gebetsapostolates: Jeden Tag mit am Reich Gottes bauen, Großes und vieles Kleine beitragen. Deshalb nehme ich, ehe ich Hand anlege, morgens das Ganze in den Blick. 

So lasst uns miteinander beten: 

Gott, dein Sohn ist Mensch geworden, um alle Menschen zur Vollendung zu führen, um alles, auch das Schlimmste, zu heilen. Lass mich zu diesem großen Werk meinen Beitrag leisten, mit dem, was mir heute gelingt und mit dem vielen Kleinkram, der auch noch zu erledigen ist. 

Dein Reich komme, in dem 

  • die, die am Rande stehen, Platz finden;
  • die Menschen sich nicht gegeneinander stark machen, sondern ihre Kraft dem Nächsten schenken,
  • Gott als Vater aller erkannt wird;
  • der Sohn am Ende alles zusammenführt. 

(05.01.2010)

Eckhard Bieger