Sie sind hier: {$rootlineLinkWrap}updateseele.de{$rootlineLinkWrap}Impuls der WocheBeten, weil ich einmalig bin
DeutschEnglishFrancais

Hierdieser berühmte Psalm 139 noch einmal im Zusammenhang.
Gott selbst ist der eine und einzige und einmalige und er geht immer mit und er ist immer da. Das ist ja sein Name „Ich bin da“. Das tröstet uns, der der immer da ist, liebt uns. Er ist da für uns.

(c) Fotolia.com - #245066


Ps139,1 [Für den Chormeister. Ein Psalm Davids.] Herr, du hast mich erforscht und du kennst mich. / 

2 Ob ich sitze oder stehe, du weißt von mir. / Von fern erkennst du meine Gedanken. 

3 Ob ich gehe oder ruhe, es ist dir bekannt; / du bist vertraut mit all meinen Wegen.

4 Noch liegt mir das Wort nicht auf der Zunge - / du, Herr, kennst es bereits.

5 Du umschließt mich von allen Seiten / und legst deine Hand auf mich. 

6 Zu wunderbar ist für michdieses Wissen, / zu hoch, ich kann es nicht begreifen. 

7 Wohin könnte ich fliehen vor deinem Geist, / wohin mich vor deinem Angesicht flüchten? 

8 Steige ich hinauf in den Himmel, so bist du dort; / bette ich mich in der Unterwelt, bist du zugegen. 

9 Nehme ich die Flügel des Morgenrots / und lasse mich nieder am äußersten Meer, 

10 auch dort wird deine Hand mich ergreifen /und deine Rechte mich fassen. 

11 Würde ich sagen: «Finsternis soll michbedecken, / statt Licht soll Nacht mich umgeben», /

12 auch die Finsternis wäre für dich nicht finster, die Nacht würde leuchten wie der Tag, / die Finsternis wäre wie Licht. 

13 Denn du hast mein Inneres geschaffen, / mich gewoben im Schoß meiner Mutter. 

14 Ich danke dir, dass du mich so wunderbar gestaltet hast. / Ich weiß: Staunenswert sind deine Werke. 

15 Als ich geformt wurde im Dunkeln, / kunstvoll gewirkt in den Tiefen der Erde, / waren meine Glieder dir nicht verborgen.

16 Deine Augen sahen, wie ichentstand, / in deinem Buch war schon alles verzeichnet; meine Tage waren schongebildet, / als noch keiner von ihnen da war. 

17 Wie schwierig sind für mich, o Gott, deine Gedanken, / wie gewaltig ist ihre Zahl!

18 Wollte ich sie zählen, es wären mehr als der Sand. / Käme ich bis zum Ende, wäre ich noch immer bei dir. 

19 Wolltest du, Gott, doch den Frevler töten!/ Ihr blutgierigen Menschen, lasst ab von mir! 

20 Sie reden über dich voll Tücke / undmissbrauchen deinen Namen.

21 Soll ich die nicht hassen, Herr, die dich hassen, / die nicht verabscheuen, die sich gegen dich erheben? 

22 Ich hasse sie mit glühendem Hass; / auch mir sind sie zu Feinden geworden. 

23 Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz, / prüfe mich und erkenne mein Denken!

24 Sieh her, ob ich auf dem Weg bin, der dich kränkt, / und leite mich auf dem altbewährten Weg!

(c) juanjo tugores - Fotolia.com


Beten, weil ich einmalig bin 

Ich schaue mit einer Lupe die Kuppe meines Zeigefingers an und kann zu mir sagen: diese Linien gibt es nur auf diesem Finger. Ich gehe zum Spiegel und schaue mir in die Augen: diese Iris gibt es nicht noch einmal. Ich kann das auch zu mir sagen: Dich gibt es nicht noch einmal, Du bist nicht nur mit Deinem Fingerabdruck und der Iris Deiner Augeneinmalig, Du bist als Person einmalig.

Ich erinnere mich an den Moment, als mir zuerst bewusstwurde: Ich bin ich, jemanden wie mich gibt es nicht noch einmal. Mir fallen dann auch die Stunden ein, in denen ich nicht Ich sein wollte. Als ich mich für eine Ausbildung entscheiden musste und ich nichtwusste, woher ich die Kraft nehmen sollte. Ein ganzes Leben einem bestimmten Beruf zu widmen. Musste ich mich so festlegen? 

Oder ich hatte etwas verbockt und wurde zur Rechenschaft gezogen. Ich musste hinstehen, ob ich wollte oder nicht. Am liebsten wäre ich im Boden versunken oder hätte mich unsichtbar gemacht. 

Wenn ich mich jetzt frage: Woher kommt meine Einmaligkeit?, dann finde ich niemanden. Meine Eltern haben mich zwar gezeugt und meine Mutter hat mich geboren, aber sie haben mich nicht einmalig gemacht. Sie waren ja selbst überrascht, wer da zur Welt kam. Auch der Kindergarten hat mich nicht einmalig gemacht, sondern, wenn er gut war, meine Einmaligkeit gefördert. Die Schule war kaum an meiner Einmaligkeit interessiert. Ich sollte das lernen, was im Lehrplanvorgesehen war und die gleichen Aufgaben lösen wie der Rest der Klasse.

Ich frage mich: Wer will mich eigentlich einmalig? Eigentlich soll ich doch so funktionieren wie die anderen. Und bei allerVielfalt der Moden, der Handys und Computer – letztlich wollen sie doch mir ein Produkt verkaufen, was besonders oft vervielfältigt wird, damit die Produktion läuft. Wenn ich mich umsehe: Ich finde niemanden, der mich einmalig gemacht hat und ich finde wenige, die überhaupt daran interessiert sind, dass ich einmalig bin. 

Ich muss mich an den wenden, der mich einmalig wollte.

Und da finde ich den, an den sich der Psalm 139 wendet, den Gott, der einzig und einmalig ist und mich auch so einzig und einmalig geschaffen hat. Zu ihm bete ich:   

 

Herr, du hast mich erforscht und du kennst mich.

Ob ich sitze oder stehe, du weißt von mir. Von fern erkennst du meine Gedanken. 

Ob ich gehe oder ruhe, es ist dir bekannt; du bist vertraut mit all meinen Wegen. 

Noch liegt mir das Wort nicht auf der Zunge - du, Herr, kennst es bereits. 

Du umschließt mich von allen Seiten und legst deine Hand auf mich. 

Zu wunderbar ist für mich dieses Wissen, zu hoch, ich kann es nicht begreifen.

Wohin könnte ich fliehen vor deinem Geist, wohin mich vor deinem Angesicht flüchten? 

Steigeich hinauf in den Himmel, so bist du dort; bette ich mich in der Unterwelt, bist du zugegen… 

Denn du hast mein Inneres geschaffen, mich gewoben im Schoß meiner Mutter. 

Ich danke dir, dass du mich so wunderbar gestaltet hast. Ich weiß: Staunenswert sind deine Werke. 

Als ich geformt wurde im Dunkeln, kunstvoll gewirkt in den Tiefen der Erde, warenmeine Glieder dir nicht verborgen. 

Deine Augen sahen, wie ich entstand, … 

Wieschwierig sind für mich, o Gott, deine Gedanken, wie gewaltig ist ihre Zahl! 

Wollteich sie zählen, es wären mehr als der Sand. Käme ich bis zum Ende, wäre ich noch immer bei dir …

(Psalm 139, 1-8,10-18

 

Den nächsten Impuls zum Gebet finden Sie an dieser Stelle in zwei Wochen. 

Bis dahin grüßt Sie herzlich 

Eckhard Bieger SJ

(26.01.2010)