Sie sind hier: {$rootlineLinkWrap}updateseele.de{$rootlineLinkWrap}Impuls der WocheBeten - für mein Leben
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Gott möchte, dass wir etwas wagen, aus uns herausgehen, die einmaligen Talente und Gaben, die wir haben, erproben und so vermehren. Er will nicht, dass wir unsere Einmaligkeit verstecken und verkümmern lassen. Er traut uns zu, dass unsere Gaben in allen Stürmen und Gefährdungen bestehen können, denn schließlich sind es ja Seine Gaben. Jesu macht uns das deutlich in dem berühmten Talentgleichnis am Ende des Matthäus-Evangeliums.

 

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Mt 25,14 Es ist [mit dem Himmelreich] wie mit einem Mann, der auf Reisen ging: Er rief seine Diener und vertraute ihnen sein Vermögen an.

15 Dem einen gab er fünf Talente Silbergeld, einem anderen zwei, wieder einem anderen eines, jedem nach seinen Fähigkeiten. Dann reiste er ab. Sofort

16 begann der Diener, der fünf Talente erhalten hatte, mit ihnen zu wirtschaften, und er gewann noch fünf dazu.

17 Ebenso gewann der, der zwei erhalten hatte, noch zwei dazu.

18 Der aber, der das eine Talent erhalten hatte, ging und grub ein Loch in die Erde und versteckte das Geld seines Herrn.

19 Nach langer Zeit kehrte der Herr zurück, um von den Dienern Rechenschaft zu verlangen.

20 Da kam der, der die fünf Talente erhalten hatte, brachte fünf weitere und sagte: Herr, fünf Talente hast du mir gegeben; sieh her, ich habe noch fünf dazugewonnen.

21 Sein Herr sagte zu ihm: Sehr gut, du bist ein tüchtiger und treuer Diener. Du bist im Kleinen ein treuer Verwalter gewesen, ich will dir eine große Aufgabe übertragen. Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn!

22 Dann kam der Diener, der zwei Talente erhalten hatte, und sagte: Herr, du hast mir zwei Talente gegeben; sieh her, ich habe noch zwei dazugewonnen.

23 Sein Herr sagte zu ihm: Sehr gut, du bist ein tüchtiger und treuer Diener. Du bist im Kleinen ein treuer Verwalter gewesen, ich will dir eine große Aufgabe übertragen. Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn!

24 Zuletzt kam auch der Diener, der das eine Talent erhalten hatte, und sagte: Herr, ich wusste, dass du ein strenger Mann bist; du erntest, wo du nicht gesät hast, und sammelst, wo du nicht ausgestreut hast;

25 weil ich Angst hatte, habe ich dein Geld in der Erde versteckt. Hier hast du es wieder.

26 Sein Herr antwortete ihm: Du bist ein schlechter und fauler Diener! Du hast doch gewusst, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und sammle, wo ich nicht ausgestreut habe.

27 Hättest du mein Geld wenigstens auf die Bank gebracht, dann hätte ich es bei meiner Rückkehr mit Zinsen zurückerhalten.

28 Darum nehmt ihm das Talent weg und gebt es dem, der die zehn Talente hat!

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Beten – für mein Leben 

Mein Fingerabdruck und meine Iris bleiben mein Leben lang gleich - mein Leben aber nicht. Es entwickelt sich. Denn meine Einmaligkeit soll sich immer mehr herausbilden. Wie meine Iris bin ich einmalig, noch mehr aber soll ich einmalig werden. Wie finde ich aber das Einmalige an mir heraus? Ich muss es finden, damit es meinem Leben Gestalt gibt. 

Ich kann Bäcker, Erzieherin, Hochleistungssportler, Politiker, Mönch, Arzt und vieles andere werden. Ich muss mich bereits im Jugendalter für einen bestimmten Lebensberuf entscheiden, denn ich kann nicht mit der Ausbildung warten. Irgendwann muss ich von etwas leben. Aber wenn ich Ingenieur oder Lehrer, Schauspielerin oder Schlosser werde – es gibt viele andere, die den gleichen Beruf anstreben. In manchen Berufen, so in der Schauspielerei, gibt es viele, die um einen Platz an einem Theater oder für eine Rolle in einer Fernsehserie konkurrieren. 

Ich kann es auch anders versuchen, nämlich dass ich mich mit einem Autotyp, einer Modemarke, einer besonderen Frisur, einem Parfum ausstatte und mich dadurch von meiner Umwelt abhebe. Aber das gleiche Auto fahren auch andere, den Pullover tragen viele, das gleiche Parfum brauchen auch viele andere. Zu meinem Friseur gehen auch andere. Das Muster, das ich mir zugelegt habe, ist vielleicht originell, aber nicht einmalig. 

Das Besondere, das Einmalige kann ich mir nicht von außen holen, es kommt aus meinem Inneren. Von innen her wird der Stempel gebildet, den ich dem, was ich tue, aufdrücke. Wer etwas erfindet, etwas entdeckt, der kommt zu seiner Einmaligkeit. Wer auf der Bühne oder vor der Kamera steht, kann etwas Einmaliges ausstrahlen. Aber auch der Bäcker kann ein Brot backen, das einen besonderen Geschmack hat. Verkäufer, Verkäuferinnen in einem Textilgeschäft können mir einfach etwas verkaufen, im Gedächtnis bleibt mir aber, wer mich besonders gut beraten, das herausgefunden hat, das mir etwas Neues gibt, mich besonders vor anderen erscheinen lässt. Einmalig sind Mutter und Vater für ihr Kind. Aus unserer Schulzeit kennen wir Lehrer und Lehrerinnen, die uns etwas Besonderes gegeben haben, das auf diese Weise nur sie geben konnten. 

Wie ist es diesen Menschen gelungen, einen einmaligen Eindruck bei uns zu hinterlassen. Sie haben einen besonderen Stempel gehabt. Ein Teil des Stempels ist die Begabung. Nicht jeder kann für einen anderen das Kleidungsstück herausfinden, das die Person vorteilhaft erscheinen lässt. Weiter gehört zu dem Stempel ein besonderes Interesse, beim Erfinder an einem ungelösten Problem Bei der Verkäuferin daran, die Kundin mit einem Lächeln das Geschäft verlassen zu sehen. Bei der Schauspielerin, den Charakter auf der Bühne oder vor der Kamera tiefer auszuloten, Saiten zum Klingen zu bringen, die das Publikum aufhorchen lassen.

Weiter gehört zu dem Stempel, den ich anderen aufdrücke, die innere Überzeugung, dass es meine Aufgabe ist, dass ich es nicht nur kann, sondern können soll. Diesen besonderen Lebensauftrag kann jeder von uns in sich spüren. Es sind nicht alle Menschen, die sich trauen, das Einmalige in ihnen nach außen zu tragen. 

Beten heißt, Gott zu bitten, dass ich das Besondere meines Lebens Wirklichkeit werden lasse. Denn ich muss Angst überwinden, weil nur ich wissen kann, was meine besondere Aufgabe im Leben ist. Ich kann vor meiner Angst Ruhe finden, wenn ich Gott für meinen besonderen Lebensauftrag danke. Denn Gott hat sich für mein Leben etwas Einmaliges ausgedacht. 

Im Psalm 139 betet der Psalmist und wir beten mit ihm: 

Denn du hast mein Inneres geschaffen, mich gewoben im Schoß meiner Mutter.

Ich danke dir, dass du mich so wunderbar gestaltet hast. Ich weiß: Staunenswert sind deine Werke.

Als ich geformt wurde im Dunkeln, kunstvoll gewirkt in den Tiefen der Erde, waren meine Glieder dir nicht verborgen.

Deine Augen sahen, wie ich entstand, in deinem Buch war schon alles verzeichnet; meine Tage waren schon gebildet, als noch keiner von ihnen da war.

Wie schwierig sind für mich, o Gott, deine Gedanken, wie gewaltig ist ihre Zahl!

Wollte ich sie zählen, es wären mehr als der Sand. Käme ich bis zum Ende, wäre ich noch immer bei dir. (Verse 13-18) 


Es grüßt Sie bis in vierzehn Tagen 

Eckhard Bieger SJ

(09.02.2010)