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Der Epheserbrief spricht in seinem 5. Kapitel von der Unterscheidung der Geister, wie sie die Gemeinde damals und auch heute leben soll. Der Weg Gottes führt aus der Dunkelheit zum Licht. Auf diesem Weg sollen wir bleiben. Und prüfen, was Gottes Wille und Weg ist. 

Diesmal stelle ich Ihnen zwei verschiedene Übersetzungen an diese Stelle. Die erste ist die aus der revidierten Lutherbibel. Da spürt man noch die Kraft und Wucht des Lutherwortes. Anschließend die milde und moderne der Einheitsübersetzung, wenn Ihnen der Luthertext etwas zu fremd bleibt.

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Eph 5,8 Denn ihr waret weiland Finsternis; nun aber seid ihr ein Licht in dem HERRN.

9 Wandelt wie die Kinder des Lichts, die Frucht des Geistes ist allerlei Gütigkeit und Gerechtigkeit und Wahrheit,

10 und prüfet, was da sei wohlgefällig dem HERRN.

11 und habt nicht Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis, strafet sie aber vielmehr.

12 Denn was heimlich von ihnen geschieht, das ist auch zu sagen schändlich.

13 Das alles aber wird offenbar, wenn's vom Licht gestraft wird; denn alles, was offenbar ist, das ist Licht.

14 Darum heißt es: "Wache auf, der du schläfst, und stehe auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten."

15 So sehet nun zu, wie ihr vorsichtig wandelt, nicht als die Unweisen, sondern als die Weisen,

16 und kaufet die Zeit aus; denn es ist böse Zeit.

17 Darum werdet nicht unverständig, sondern verständig, was da sei des HERRN Wille.

18 Und saufet euch nicht voll Wein, daraus ein unordentlich Wesen folgt, sondern werdet voll Geistes:

19 redet untereinander in Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singet und spielet dem HERRN in eurem Herzen

20 und saget Dank allezeit für alles Gott und dem Vater in dem Namen unsers HERRN Jesu Christi.

 

 

Eph 5,8 Denn einst wart ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr durch den Herrn Licht geworden. Lebt als Kinder des Lichts! 

9 Das Licht bringt lauter Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit hervor. 

10 Prüft, was dem Herrn gefällt, 

11 und habt nichts gemein mit den Werken der Finsternis, die keine Frucht bringen, sondern deckt sie auf!

12 Denn man muss sich schämen, von dem, was sie heimlich tun, auch nur zu reden. 

13 Alles, was aufgedeckt ist, wird vom Licht erleuchtet. 

14 Alles Erleuchtete aber ist Licht. Deshalb heißt es: Wach auf, du Schläfer, / und steh auf von den Toten / und Christus wird dein Licht sein. 

15 Achtet also sorgfältig darauf, wie ihr euer Leben führt, nicht töricht, sondern klug. 

16 Nutzt die Zeit; denn diese Tage sind böse. 

17 Darum seid nicht unverständig, sondern begreift, was der Wille des Herrn ist. 

18 Berauscht euch nicht mit Wein - das macht zügellos -, sondern lasst euch vom Geist erfüllen! 

19 Lasst in eurer Mitte Psalmen, Hymnen und Lieder erklingen, wie der Geist sie eingibt. Singt und jubelt aus vollem Herzen zum Lob des Herrn! 

20 Sagt Gott, dem Vater, jederzeit Dank für alles im Namen Jesu Christi, unseres Herrn!

Seitwert
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Aus dem Nebel in die Klarheit 

Den letzten Impuls hatte ich damit geschlossen, dass Gott uns aus der Enge in die Weite, aus Ängsten in die Freiheit führt. Daran kann ich immer das Wirken Gottes erkennen. Das ist eine der Regeln zur Unterscheidung des Geistes Gottes von anderen Geistern.  

Freiheit bedeutet nicht einfach nur zu tun, was ich will. Tun, was ich will, ohne sich Rechenschaft über mein Wollen zu geben, ist Willkür. Willkür ist das Gegenteil von Freiheit. Denn Freiheit will wissen, was sie tut und warum sie sich zu etwas entscheidet. Freiheit will sich Rechenschaft geben. Freiheit will und muss sich verantworten. Zuerst vor sich selbst. Das nennt man Autonomie (=„Selbstgesetz“). Die Freiheit gibt sich selbst das Gesetz, dem die folgt, dem sie sich unterwirft. Wie denn? Ist nicht Freiheit gerade Freiheit vom Gesetz? Nein, das Gesetz, dem die Freiheit folgen will und muss, ist die Wahrheit.

Freiheit, die sich in ihren Entscheidungen und Handlungen nicht nach der Wahrheit richtet, scheitert an der Wirklichkeit. Insofern macht erst die Wahrheit die Freiheit wirklich frei. Sie lässt das Handeln wirksam werden. Aber auch umgekehrt gilt: die Wahrheit braucht die Freiheit, denn erst die Freiheit der Gedanken, lässt uns die Wahrheit erkennen. So hängen Wahrheit und Freiheit innerlich zusammen. 

Ja, beides zusammen ist das, was das unterscheidend Menschliche ausmacht. Es sind die Fähigkeit, die Wahrheit zu erkennen, und die Fähigkeit, frei zu sein und frei zu handeln, die uns als Menschen auszeichnen. Darin besteht unsere Menschenwürde. Das wird besonders dort ganz evident, wo beides unterdrückt wird. Gerade in Diktaturen kämpfen die Menschen darum. Da wachsen die Sehnsucht nach Freiheit und die Sehnsucht nach Wahrheit miteinander. Und da gibt es keinerlei Diskussionen darüber, ob Freiheit nicht letztlich eine Einbildung ist. Oder ob Wahrheit überhaupt erkennbar ist. 

Kehren wir nun zur Unterscheidung der Geister zurück. Gottes Geist führt immer auch dem Nebel in die Klarheit und aus dem Irrtum in die Wahrheit. Das ist mühsam und anstrengend. Klarheit und Einsicht zu finden, ist mit heftiger innerer Arbeit verbunden. Auch das kostet Zeit, Rückzug, Stille. Es kostet Ringen und Kämpfen. Das kennt man aus der Mühsal, die eine wissenschaftliche Erkenntnis macht. Oft muss jahrelang geforscht werden. Es liegt so nahe und man kriegt es nicht zu fassen. Erst wenn man es dann endlich hat, sieht es so einfach aus. Dann kann auch ein Kind in der Schule den Satz des Pythagoras verstehen. 

Für die spirituelle Erkenntnis ist das zuweilen noch mühsamer und langwieriger, weil wir uns dabei immer auch selbst besiegen müssen. Denn wie leicht erkenne ich den Splitter im Auge des anderen, aber den Balken im eigenen Auge sehe ich nicht. Wir stehen uns so oft selbst im Wege. Aber auch da gibt es dann den wunderbaren Augenblick, wo es einem wie Schuppen von den Augen fällt. Wo in einem Moment alles klar und einfach und hell wird.  

Damit habe ich gleich ein paar Kriterien für meinen Weg mit Gott: Was immer komplizierter, undurchsichtiger, seltsamer wird, dem gegenüber sollten wir kritisch sein, ob es wirklich Gottes Weg ist. Was immer geheimnisvoller und geheimniskrämerischer wird, was niemandem gesagt und mitgeteilt werden kann, das ist mit einem Fragezeichen zu versehen. Es kann gute Gründe für Diskretion geben. Das ist hier nicht gemeint. Gemeint ist eine Heimlichtuerei und Exklusivität, die keine Rechenschaft geben will, keine Probe verträgt. 

Die einfache Wahrheit Gottes wird immer tiefer und umfassender wahr. Sie erweist sich als tiefer und integrativer als es auf den ersten Blick scheint. Sie passt tatsächlich ganz und gar. Und nicht nur ein bisschen. Daher verwandelt sie auch immer mehr und tiefer. Sie führt zu mehr Wahrheit. Roger Schutz hat einmal gesagt (ich konnte das Zitat nicht wiederfinden, aber so erinnere ich mich): "Und wenn Du nur einen einzigen Satz aus der Bibel verstanden hast, lebe ihn und er wird dich weiterführen..." So ist diese Wahrheit. 

Es gibt einen wichtigen Unterschied zwischen einfach und primitiv. Die primitive Wahrheit ist brutal und gewalttätig. Die einfache Wahrheit ist schön und harmonisch, nicht zerstörerisch. Sie führt zusammen. Sie stimmt in dem Sinne, wie eine Geige richtig gestimmt ist. Sie stimmt und klingt eben mit den anderen Tönen zusammen.

Die Wahrheit ist immer größer als ich. Das bedeutet, dass ich sie bei aller Klarheit und Lichtheit nie ganz durchschaue, nie ganz ausschöpfe. Sie bleibt auch ein Geheimnis, das mich überragt. Darum bleibt bei aller Wahrheitsüberzeugung auch immer Dialog möglich und tieferes Erkennen der Wahrheit. Sie ist eben nicht Besitz, sondern Geschenk. Ich kann versuchen, sie zu instrumentalisieren. Damit missbrauche ich sie aber und dann rächt sich das irgendwann. Das erleben wir immer bei der Manipulation von wissenschaftlichen Ergebnissen oder ihrer Ausbeutung. Das führt in Katastrophen. 

Die Wahrheit ist größer als ich. Ich unterstelle mich ihr. Ich kann sie nicht besitzen und nicht als Mittel benutzen. Den Anspruch an mich richtet die Wahrheit und nicht ich beanspruche die Wahrheit. Ich richte mich nach der Wahrheit, ja ich lasse mich von ihr richten. Ich gebe ihr die Ehre. Wie ich Gott die Ehre gebe. Ich setze sie, ich setze Ihn an die erste Stelle. 

Dass Sie die befreiende Wirkung der Wahrheit erfahren, wünscht Ihnen 

Thomas Gertler 

10. August 2010

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