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Die Apostel Petrus und Johannes haben einen Gelähmten geheilt. Das macht Aufsehen. Sie werden verhaftet und verhört. Sie haben ihn geheilt nicht aus eigener Kraft, sondern durch die Anrufung des Namens Christi, der von den Toten auferstanden ist. Das ist das eigentliche Wunder. Der Hohe Rat in Jerusalem will aber auf keinen Fall, dass das weiter erzählt wird. Hier lesen Sie, wie es weiterging.

Apg 4,15 - 20

4, 15 Dann berieten sie miteinander 16 und sagten: Was sollen wir mit diesen Leuten anfangen? Dass offensichtlich ein Wunder durch sie geschehen ist, ist allen Einwohnern von Jerusalem bekannt; wir können es nicht abstreiten. 17 Damit aber die Sache nicht weiter im Volk verbreitet wird, wollen wir ihnen bei Strafe verbieten, je wieder in diesem Namen zu irgendeinem Menschen zu sprechen. 18 Und sie riefen sie herein und verboten ihnen, jemals wieder im Namen Jesu zu predigen und zu lehren. 19 Doch Petrus und Johannes antworteten ihnen: Ob es vor Gott recht ist, mehr auf euch zu hören als auf Gott, das entscheidet selbst. 20 Wir können unmöglich schweigen über das, was wir gesehen und gehört haben.

Seitwert


© Foto: Túrelio (via Wikimedia-Commons), 2006 / Lizenz: CC-BY-SA-2.5


Zum Beispiel

Die Frau hustet und hat gerötete Augen. Auch ihr Kind hustet. Nein, sie sind nicht krank. Es passiert vielmehr etwas ganz Alltägliches. Die Frau kocht Essen für die Familie in ihrer Hütte in Nepal. Sie tut es wie Millionen andere auch auf der Welt am offenen Feuer und der Qualm zieht durch die Hütte, dringt in Lungen und Augen. Die Folge sind dann oft Krankheiten der Atemwege und der Augen. Außerdem ist so ein offenes Feuer sehr gefährlich für Kinder, besonders für kleine Kinder. Ja, ein Ofen mit einem Rauchabzug, das wäre ein Ausweg.

Zum Glück kommen eines Tages tatsächlich Ofenbauer in das kleine Dorf am Fuß des Himalajas und setzen der Familie einen kleinen Ofen mit Rauchabzug. Ein Zufall? Einfach Glück? Nein, die Initiative eines Vereins in München, der sich „Die Ofenmacher e. V.“ nennt. Das ist doch wirklich mal ein gutes Beispiel. Sie haben inzwischen fast 57 000 Öfen gesetzt. Nicht nur in Nepal, auch in Äthiopien und Kenia. Sie bauen nicht nur selbst die Öfen. Sie leiten Einheimische an, Öfen zu bauen und schaffen so Arbeitsplätze vor Ort. Sie sammeln Geld, um den Ofenbau zu finanzieren. Ein Ofen kostet ungefähr 10 €.

Diese imponierende Initiative war in diesem Jahr Teil eines Wettbewerbs, der jährlich vom Radiosender Bayern2 veranstaltet wird und „Gutes Beispiel“ heißt. Eben habe ich mir die fünf Finalisten noch einmal angeschaut und es hat mich sehr angerührt, ja, es kamen mir sogar die Tränen bei all den Guten Beispielen. Hier können Sie die Reihenfolge dieses Jahres sehen.

Die Ofenmacher haben gar nicht den ersten Preis bekommen. Den Preis hat eine Initiative für Schulaufbau in den Flüchtlingslagern des Libanon bekommen. Und das ist sicher gerade jetzt unbedingt nötig und fördernswert. Denn es gibt etwa eine Million Flüchtlinge in diesem kleinen Land von sechs Millionen Einwohnern. Es ist so dringend nötig, dass alles unterstützt wird, was da hilft und die Situation bessert.

Mir haben die Ofenbauer so gefallen, weil es so einfach ist und nachhaltig. Weil es auch die Ressourcen schont, denn so ein Ofen braucht nur die Hälfte des Brennmaterials eines offenen Feuers. Und weil ich Freunde aus Nepal habe.

Mir hat aber auch noch etwas anderes so sehr gefallen, dass ich es gern als Impuls hierher setzen wollte. Und das ist das gute Beispiel und die großartige Idee von Radio Bayern, solche Initiativen bekannt zu machen, mit seinen Mitteln zu unterstützen und zu fördern. Das ist so wichtig angesichts einer weit verbreiteten Medienschelte und vieler Verurteilungen der Medien und der Verbreitung von Fake News. Es gibt viel mehr gute und stärkende und ermutigende Nachrichten, als wir oft meinen. Die Menschen sind nicht so schlecht, wie sie uns oft und leicht erscheinen. Und es geht nicht alles immer nur hin zum Schlimmeren. Wir sollten auf all das Gute in den Nachrichten achten und wir sollten das Gute gern weitererzählen. Es gibt ja noch mehr ähnliche Wettbewerbe und große Sammelaktionen, auf die wir auch andere aufmerksam machen können.

Denn das ist der Hintergrund des Wortes Beispiel überhaupt. Das Wort Beispiel hat nämlich nichts mit Spiel oder Spielen zu tun, sondern mit dem (alt-)englischen „to spell“, nämlich dem Erzählen. Was man eben so als Beispiel erzählt, um einen Sachverhalt anschaulich zu machen. Und da ist es ja verwandt mit dem Evangelium, der Guten Nachricht, die wir nicht für uns behalten sollen, sondern weitererzählen sollen.

„Kommt, sagt es allen weiter, helft dass es auch die Blinden sehn…“ (Go Tell It On The Mountain).

Es grüßt Sie herzlich
Thomas Gertler SJ

10. Mai 2017

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