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Ein sehr altes und frohes Osterlied ist das „Christ ist erstanden…“ Hier können Sie es hören.
Und es macht froh und geht ganz durch, wenn Sie es kräftig singen. Bitte probieren und mit dem sympathischen Chor mitsingen!


Christ ist erstanden
von der Marter alle.
Des solln wir alle froh sein;
Christ will unser Trost sein.
Kyrieleis.

Wär er nicht erstanden,
so wär die Welt vergangen.
Seit dass er erstanden ist,
so freut sich alles, was da ist.
Kyrieleis.

Halleluja,
Halleluja,
Halleluja.
Des solln wir alle froh sein;
Christ will unser Trost sein.
Kyrieleis.

Seitwert


© Foto: Childrenschorussa - CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons


Singen

Singen löst. Das habe ich jetzt gerade (wieder) erfahren. In den stillen Tagen vor Ostern haben wir nicht nur geistliche, nein, auch körperliche Übungen gemacht. Es geht dabei darum, im Liegen und mit sehr einfachen kleinen Bewegungen den eigenen Körper wieder zu spüren und in die rechte Spannung zu kommen, also weder in die An- und oft heute Überspannung, auch nicht in die Entspannung, sondern in die Wohlspannung, die rechte Spannung zu kommen. Oft merke ich bei diesen Übungen erst die ganze Verspannung, in der ich mich befinde und es tut weh. Oh meine linke Schulter – oh und es strahlt bis in den Oberarm. Es tut so weh. Ich bin manchmal dankbar, wenn mir jemand in den Mantel hilft. Peinlich.

Bei der letzten Übung dieser Tage haben wir dann getönt oder gesungen – auf dem Rücken liegend. Das Lied, das uns gerade im Sinn war. So oft ist uns ja ein Lied im Sinn. Bei mir war es gerade das Exsultet, von dem ich das letzte Mal schon geschrieben habe: „Frohlocket ihr himmlischen Scharen…“. Es war in mir, weil ich es in der Osternacht singen durfte und ich habe es innerlich gesungen und in mir „die heilige Halle“ tönen lassen. Und was ich vorher schon gemerkt habe, das tat sich nun wieder. Es löste sich Spannung: Vom Kopf, über den etwas steifen Nacken bis über Schulter und hin in die Oberarme und floss ab. Halleluja. Fast ist der Schmerz weg. Singen löst. Ich übe nun bei mir zu Hause weiter.

Und was höre ich heute zu Hause im Radio? Eine Sendung über Arvo Pärt, den Musiker und Komponisten aus Estland.

Es hat mich sehr bewegt, seine spirituelle Reise mitzugehen. Sie führte ihn von der neoklassischen russischen Musik eines Schostakowitsch und Prokofjew hin zur Zwölftonmusik Schönbergs und dann in eine Krise, die acht Jahre dauerte. Eine kompositorische und spirituelle Krise. Da entdeckt er dann die Gregorianische Musik in ihrer großen Einfachheit und findet seinen eigenen Stil. Im berühmten Stück: „Für Alina“ kommt sie zum Durchbruch und in die Öffentlichkeit.

Arvo Pärt ist nun nach dieser langen und schweren Zeit ganz einfach und ganz spirituell geworden. Die Musik hat für ihn mit Gott selbst zu tun. Er nennt seine Art zu komponieren „Tintinnabuli“. Das heißt Glöckchen, weil das Grundelement seiner Musik der glockenhafte Dreiklang ist. „Mit der Tintinnabuli möchte ich gewissermaßen unterstreichen, dass die Wahrheit Gottes ewig währet, ich möchte sagen, dass sie einfach ist. Man möchte direkt zu ihr hingehen. Ich denke, es ist der Klarheit und Einfachheit der Konstruktion zu verdanken, dieser absolut klaren Ordnung, die wir alle bewusst oder unbewusst wahrnehmen. Meiner Meinung nach handelt es sich um Schwingungen, die eine Art Resonanz entstehen lassen. Das ist das Geheimnis von Musik, von jeder Musik“, so sagt er in der oben erwähnten Sendung des Deutschlandfunk.

Dahin zu finden war für ihn eine große Anstrengung. Es ist schwer, sehr schwer, ganz einfach zu werden. Denn es ist das Gegenteil von primitiv. Es ist die Einfachheit der Wahrheit. Die Einfachheit Gottes. Es braucht große Mühe und innere Klärung, dahin zu kommen. Oder wie er (in der gleichen Sendung) sagt: „Die Seele so lange läutern, bis sie singt.“ Solches Singen löst, ja erlöst. Und es kündet von der Erlösung.

Und so wünsche ich Ihnen: Lassen Sie sich von der göttlichen Musik durchtönen, bis die Musik Sie ganz durchdringt, erfasst und alle Spannungen löst. Und dann singen Sie, bis auch Sie ganz gelöst sind, ja, Erlösung spüren. Bei so manchen Osterliedern ist das möglich.

Es grüßt Sie herzlich
Thomas Gertler SJ

19. April 2017

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