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Der Psalm 147 ist voller solcher natürlichen Wunder. Alles, worüber wir uns wundern und was uns zu Gott führt und zu seinem Lob und zur Dankbarkeit ist für die Bibel Wunder. Das muss gar nichts Übernatürliches sein. Es kann ganz natürlich sein wie zum Beispiel der Schnee, der so wunderbare Kristalle bildet…

Psalm 147 1 - 20

Halleluja! Gut ist es, unserm Gott zu singen; / schön ist es, ihn zu loben.
2 Der Herr baut Jerusalem wieder auf,
er sammelt die Versprengten Israels.
3 Er heilt die gebrochenen Herzen /
und verbindet ihre schmerzenden Wunden.
4 Er bestimmt die Zahl der Sterne und ruft sie alle mit Namen.
5 Groß ist unser Herr und gewaltig an Kraft, /unermesslich ist seine Weisheit.
6 Der Herr hilft den Gebeugten auf /und erniedrigt die Frevler.
7 Stimmt dem Herrn ein Danklied an, / spielt unserm Gott auf der Harfe!
8 Er bedeckt den Himmel mit Wolken,
spendet der Erde Regen / und lässt Gras auf den Bergen sprießen.
9 Er gibt dem Vieh seine Nahrung, / gibt den jungen Raben, wonach sie schreien.
10 Er hat keine Freude an der Kraft des Pferdes, /
kein Gefallen am schnellen Lauf des Mannes.
11 Gefallen hat der Herr an denen, die ihn fürchten und ehren, /
die voll Vertrauen warten auf seine Huld.
12 Jerusalem, preise den Herrn, / lobsinge, Zion, deinem Gott!
13 Denn er hat die Riegel deiner Tore fest gemacht, / die Kinder in deiner Mitte gesegnet;
14 er verschafft deinen Grenzen Frieden / und sättigt dich mit bestem Weizen.
15 Er sendet sein Wort zur Erde, /rasch eilt sein Befehl dahin.
16 Er spendet Schnee wie Wolle, / streut den Reif aus wie Asche.
17 Eis wirft er herab in Brocken, /
vor seiner Kälte erstarren die Wasser.
18 Er sendet sein Wort aus und sie schmelzen, /
er lässt den Wind wehen, dann rieseln die Wasser.
19 Er verkündet Jakob sein Wort, /
Israel seine Gesetze und Rechte.
20 An keinem andern Volk hat er so gehandelt, /
keinem sonst seine Rechte verkündet. Halleluja

Seitwert


© Foto: Tobi85 - CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons


Natürliche Wunder

Die Exerzitien, die stillen Tage des Gebets mit einer persönlichen Begleitung über meist acht Tage, gehen jetzt dem Ende zu. Hermann sehnt sich so sehr, Christus zu berühren, ihn zu erfahren, ihm nahe zu sein. Es passiert nicht. Er erfährt eher, was ja auch in den Berichten über die Auferstehung steht: „Er ist nicht hier.“ Hermann möchte gern wie Thomas wirklich erfahren, dass Er lebt und dass er da ist. Es geschieht nicht.

Es lässt sich nicht erzwingen. Er bittet darum und sehnt sich so. Es ist Samstag. Am Sonntag werden die Tage zu Ende sein. Er geht alle die Tage schon immer den gleichen Weg von etwa einer Stunde durch den Wald. Ein schöner Weg durch den Mischwald, der auch so viel junges, frisches Grün trägt. So hoffnungsvoll und voller Leben. Aber er geht traurig durch den Wald. Er kommt an einen Baumstumpf und will sich ein wenig hinsetzen. Gerade tritt er heran, da sieht er, eine Schlange hat sich an den Wurzeln zusammengerollt. Nein, da kann er sich nicht setzen. Er geht. Er geht weiter auf dem Weg, aber etwas anders als sonst. Die Schlange hat ihn verstört.

Statt die gewohnte Biegung zurück einzuschlagen, geht er weiter. Nach ein paar hundert Metern sieht er ein gemauertes kleines Gebäude. Es könnte ein Grabmal sein oder auch eine Waldkapelle. Er kommt näher. Tatsächlich fast eher eine Höhle oder ein Grab als eine Waldkapelle. Er steht jetzt direkt davor. Und da sieht er: In der Höhlung steht der auferstandene Christus mit weit ausgebreiteten Armen. Es trifft ihn wie ein Schlag. Es ist wie die Erfüllung seines Wunsches. Ja, Christus lebt. Er lässt sich sehen. Er lässt sich berühren. Ein Wunder für Hermann. So ein Geschenk am letzten Tag der Exerzitien! Haben Sie so etwas Ähnliches auch schon erlebt?

Und es ist gar kein Wunder. Es ist ja alles ganz natürlich zugegangen. Keine Durchbrechung von irgendwelchen Naturgesetzen. Nein. Diese Kapelle hatte schon lange da gestanden mit der Figur des Auferstandenen darin, der auf den Besucher gleichsam zugeht. Nur Hermann war an diesem Tag eben ein paar Schritte weiter gegangen. Alles ganz normal. Gar kein Wunder. Oder doch vielleicht ein natürliches Wunder?

Mich erinnert es an „Sankt Ulbricht“. Das ist der Spottname für den Berliner Fernsehturm. Er wurde unter Walter Ulbricht gebaut. Walter Ulbricht war ein scharfer Kirchengegner. Er hat die mittelalterliche Leipziger Universitätskirche sprengen lassen, weil sie ihm in der Mitte der Stadt und als Teil der sozialistischen Universität nicht passte. Eine furchtbare Schande! Nach seiner Fertigstellung prangte auf der Kugel des Fernsehturms riesig und unübersehbar im Sonnenschein ein Kreuz. Ein Wunder! Kein Wunder! Humor Gottes und eine Freude und ein Spaß für die Christen. „Sankt Ulbricht“ war über der Hauptstadt der DDR errichtet. Ein natürliches Wunder.

Und ich meine, die meisten Wunder, die wir erleben, sind solche „natürlichen“ Wunder. Nämlich ein Zusammentreffen, das für den, der es erlebt, ein Zeichen, etwas von Bedeutung ist. Einfach wunderbar. So wie für Hermann die Waldkapelle. So wie für die Christen in der DDR dieses wunderbare Phänomen des Kreuzes auf dem Fernsehturm. Gehen Sie einmal der Geschichte Ihrer natürlichen Wunder nach. Es werden eine ganze Menge sein. Es ist gut, sich ihrer zu erinnern. So wirkt Gott – ganz unauffällig, ganz versteckt, mit Zärtlichkeit, mit Humor, mit Macht. Und es gibt kleine und große. So ein kleines mit Augenzwinkern erlebe ich immer, wenn die Fußgängerampel gerade auf Grün umspringt, wenn ich schnellen Schrittes zum Bahnhof komme. Hermann hat schon etwas Mittelgroßes erlebt. Der Fall der Mauer war eines von biblischem Ausmaß. Ein Wunder? Natürlich ein Wunder!

Es grüßt sie herzlich
Thomas Gertler SJ

17. Mai 2017

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