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Der 150., der letzte Psalm im Buch der Psalmen lobt Gott mit vielen Musikinstrumenten, mit Gesang und Tanz. Wir sind geschaffen, um Gott zu loben, so sagt der heilige Ignatius. Wir sind geschaffen, um Gott zu loben und zu singen, weil wir seine Güte, Liebe, Größe und Schönheit erfahren. Musik ist für die Ewigkeit.

Psalm 150, 1-6

150,1Halleluja! Lobt Gott in seinem Heiligtum, / lobt ihn in seiner mächtigen Feste!
2 Lobt ihn für seine großen Taten, / lobt ihn in seiner gewaltigen Größe!
3 Lobt ihn mit dem Schall der Hörner, /lobt ihn mit Harfe und Zither!
4 Lobt ihn mit Pauken und Tanz, / lobt ihn mit Flöten und Saitenspiel!
5 Lobt ihn mit hellen Zimbeln, / lobt ihn mit klingenden Zimbeln!
6 Alles, was atmet, / lobe den Herrn! Halleluja!

Seitwert


© Foto: Thomas Gertler

Mit dem Klavier

Schon wieder der Augsburger Holbeinplatz. Den Mai über stand da plötzlich dieses ganz fröhlich maienhaft angemalte Klavier. Und öfter saß auf dem Klavierhocker auch ein Spieler oder eine Spielerin. Zuweilen tummelten sich auch zwei oder gar drei auf dem Podium. Manchmal spielte ein anderes Instrument mit. Leute blieben stehen, lauschten, klatschten. Ich auch. Und mit diesen Personen müssen Sie sich das Bild oben vorstellen. Ich habe es aber aus rechtlichen Gründen ohne Personen aufgenommen.

Auf dem Klavier stand ein Schild: „Play me, I’m yours – Spiel mich, ich bin Dein“. Jede und jeder durfte sich daran setzen und spielen. Diese Aktion ist die Verwirklichung der Idee eines englischen Künstlers namens Luke Jerram. In vielen Städten ist die Aktion schon gelaufen. In Augsburg standen Klaviere an zehn verschiedenen Orten, nicht nur am Holbeinplatz. Auch in München hat es ähnlich stattgefunden.

Und der Gedanke dabei ist natürlich nicht: „Gebnse dem Mann am Klavier nochn Bier!“ und auch nicht: „Man müsste Klavier spielen können, wer Klavier spielt hat Glück bei den Fraun…“. Nein, die Idee dahinter ist: MIT DEM KLAVIER VOM ICH ZUM WIR. Musik führt zusammen. Wer da spielt, der macht (wenn er denn spielen kann) vielen Freude, wenn nicht, bringt er trotzdem viele zum Lachen. Musik ist etwas Urmenschliches. Damit meine ich nicht nur, dass es Musik wohl gibt seit es Menschen und Urmenschen gibt, sondern damit meine ich, dass Musik etwas zutiefst Menschliches ist. Und wie fast alles zutiefst und uraltes Menschliches ist es von Anfang auch immer schon etwas Religiöses und Heiliges. Zuerst wurde im Raum des Heiligen gesungen und Musik gemacht.

Mich hat einmal sehr angerührt, als ein junger, geistig behinderter Mann zu mir sagte, wenn er Musik hört, vor allem Gitarrenmusik, dann kann er an Gott glauben. Musik hat ihn so getröstet in all seinen vielen Ängsten, von denen er geplagt war, dass er dabei Gott und seinen Geist nahe fühlte. Ich denke, so geht es ganz vielen. Nur sagen wir das nicht so ganz einfach, wie dieser junge Mann. Er hat es auf den Punkt gebracht.

Gibt es für Sie auch solche Musik, die Ihnen hilft, an Gott zu glauben und sie in Ängsten und Nöten zu trösten? Welche ist das?

Ich weiß, dass es für viele Mozart ist. Für mich ist es eher moderne Kirchenmusik. Es gibt manche neue geistliche Lieder, die mir zum Glauben helfen. Ich habe schon mal darüber geschrieben, dass ich das Lied: „Ihr Mächtigen, ich will nicht singen eurem tauben Ohr…“ sehr gern mag und dass es wichtig für mich ist. Aber auch andere Lieder und andere Musik helfen mir zum Glauben.

Ich bin so froh, dass es kaum je einen Gottesdienst bei uns gibt, in dem nicht gesungen wird. Das ist nicht in allen Ländern so. Wir haben da viel der Reformation und dem Lautenspieler und Komponisten Martin Luther zu verdanken. Auch dem wunderbaren Paul Gerhardt. Aber als Reaktion auf die Reformatoren auch dem Jesuiten Friedrich von Spee, der viele Lieder gedichtet hat, die wir heute noch singen.

„Wenn auch du in den Chor der Engel aufgenommen sein willst, so singe mit der Kirche!“, schrieb schon Jahrhunderte vorher Clemens von Alexandrien (150-215 n. Chr.). Haben Sie ein Lieblingslied aus dem Gotteslob? Hier mein Lieblingslied in der Version aus dem Film „Vaya con dios“.

Viel Freude und Rührungstränen damit!

Mit dem Klavier vom Ich zum Wir! Und auf der Orgel Schwingen in den Himmel dringen und mit den Engeln singen!

Das wünscht Ihnen
Thomas Gertler SJ

28. Juni 2017

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