Sie sind hier: {$rootlineLinkWrap}updateseele.de{$rootlineLinkWrap}Impuls der WocheIch bin da. Ich passe auf.
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Im Lukas-Evangelium (Lk 17,5-6) behauptet Jesus, dass der kleinste Glaube riesige Maulbeerbäume versetzen könne. Schon ein senfkorngroßer Glaube würde dazu reichen. Da müsste man doch mithalten können, oder?


Nur ein Senfkorn?
Das muss man doch hinbekommen.
Was ist das schon?
Das kann doch nicht so schwer sein.
Ein senfkorn-großer Glaube?
Was könnte dieser Glaube alles bewirken?
Jesus sagt, ich könnte Maulbeerbäume verpflanzen.
Das will ich gar nicht!
Mir wäre wichtig:
Zuversicht zu haben – trotz all der schlechten Nachrichten aus dieser Welt.
Ruhe zu finden – trotz all der notwendigen Dinge, die es zu erledigen gibt.
Trost zu spüren – in der Trauer um einen lieben Menschen.
Der Maulbeerbaum kann gerne bleiben wo er ist.
Aber diesen kleinen, fast übersehbaren senfkorn-großen Glauben,
den möchte ich gerne haben,
der täte mir und anderen sicher gut.
Daher bete ich:
Gott, schenke mir Glauben und sei er noch so klein.

Thomas Wendland (2016)

Seitwert


„Ich bin da. Ich passe auf.“

Während des Weihnachtsmarktes war es besonders schwierig, rückwärts mit dem Auto aus dem Grundstück herauszufahren. Pausenlos Passanten und Autos von rechts und links, während ich mich Zentimeter um Zentimeter zwischen den Häuserwänden vorantastete.

Einmal blieb ein älterer Herr an der Hausecke stehen, um mich heraus zu lotsen. „Wie schön“, dachte ich, ließ mit einem lächelnden Nicken das Fenster herunter und bewegte mein Gefährt im Schneckentempo weiter. Aber konnte ich dem Mann wirklich trauen? Hatte er wirklich alles im Blick? Vorsichtshalber und eher unbewusst wendete ich nochmals den Kopf nach hinten - rechts, links -, bis ich die Stimme meines Helfers hörte: „Ich bin da. Ich passe auf.“ – Leicht beschämt rief ich ihm beim Wegfahren noch ein „Danke“ zu. - Warum bin ich misstrauisch gewesen?

An der Schwelle zum neuen Jahr wünschen sich nicht wenige Menschen (neues) Vertrauen, und zwar ein Vertrauen, das nicht enttäuscht wird. Vertrauen in die Zukunft, Vertrauen in Partnerschaft und Familie, in die nächsten Mitmenschen und Arbeitskollegen, Vertrauen in die Kirche und in die Medien, Vertrauen in das Gesundheitssystem, die Sicherheitspolitik und den Finanzmarkt, und nicht zuletzt Vertrauen in sich selbst und die eigenen Möglichkeiten. Möge da in unsicheren Momenten doch verlässlich ein Lotse stehen, der sagt: „Ich bin da. Ich passe auf dich auf.“

Ich möchte Sie in diesen letzten Tagen des Jahres zu einer persönlichen Besinnung einladen, vielleicht an der Krippe in einer Kirche:

    • Wo gab es vertrauenstärkende Lotsen im zu Ende gehenden Jahr für mich? Wo hat jemand, wo hat Gott mir die Hand auf die Schulter gelegt – so wie auf dem Bild mit Jesus und Abt Menas (s. oben)?
    • Was möchte ich mit Vorfreude oder innerem Stolz über die Jahresschwelle tragen, so wie der Bräutigam die Braut über die Türschwelle trägt? Was ist mir besonders kostbar und verheißungsvoll?
    • Die alten Baumeister wussten, dass eine Türschwelle Zugluft und Hochwasser abhält. – Welchen Ballast möchte ich an der Schwelle zum neuen Jahr zurücklassen? Wofür bitte ich das Kind in der Krippe um Hilfe, Klarheit und Mut?

Vieles kann die Schwelle ins Jahr 2017 nicht zurückhalten. Vieles werden wir scheinbar barrierefrei mit hinübernehmen müssen. Die Welt ist nach dem Geburtsfest des Friedensfürsten nicht friedlich, der Kranke wird mit der Ankunft des Retters nicht automatisch gesund, der Abseitsstehende immer noch nicht integriert, unschuldige Kinder werden nicht geliebt, Flüchtende nicht gerettet. „Noch manche Nacht wird fallen auf Menschenleid und -schuld. Doch wandert nun mit allen der Stern der Gotteshuld.“ (Jochen Klepper, Gotteslob 220)

Seit Weihnachten „wandert“ also etwas Neues mit. Den „Stern der Gotteshuld“, von dem der Dichter spricht, Gottes Nähe und Wirkkraft, können jedoch nur jene sehen, die ihren Blick heben und sich Vertrauen und Glauben zusprechen lassen, manchmal nur senfkorngroß und oft in dunkler Nacht. Das ist kein billiger, sondern göttlicher Trost; Trost, der bleibt in allem, was kommt, auch im neuen Jahr; Ermutigung und Auftrag, die Friedensbotschaft von Betlehem mit unserem Leben in die Welt zu tragen.

Das Wichtigste aber ist, dass wir MIT GOTT über die Schwelle treten und dabei ihm glauben und seiner Stimme trauen: „Ich bin da. Ich passe auf.“

Der Du allein der Ewge heißt und Anfang, Ziel und Mitte weißt
im Fluge unsrer Zeiten:

Bleib du uns gnädig zugewandt und führe uns an deiner Hand,
damit wir sicher schreiten.

Mit diesen nochmaligen Worten von Jochen Klepper (Gotteslob 257) wünsche ich Ihnen ein gesegnetes neues Jahr und den Stern vom Betlehem über jedem Tag!
Marlies Fricke (GCL)

28.12.2016

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