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Levitikus 26,12

Ich gehe in eurer Mitte; ich bin euer Gott und ihr seid mein Volk.

Ich bin der Herr, euer Gott, der euch aus dem Land der Ägypter herausgeführt hat, sodass ihr nicht mehr ihre Sklaven zu sein braucht.

Ich habe eure Jochstangen zerbrochen und euch wieder aufrecht gehen lassen.

Die Erdanziehung

1. Bewusst wird es uns nur manchmal, nämlich wenn etwas überraschend runterfällt. Oder wenn wir gar selber hinfallen, was ja für einen erwachsenen Menschen gewöhnlich eine sehr demütigende Erfahrung ist. Dann merkt man an den eigenen Knochen: alles unterliegt der Erdanziehung.

Erich Kästner hat das in einem seiner Aphorismen präzise so ausgedrückt:

Dem Gesetz des Falles
gehorcht auf Erden alles.


2. Der Aphorismus spielt natürlich nicht nur auf diese grundlegende physikalische Tatsache an, sondern meint das noch etwas tiefer. Zuerst einmal im politischen Sinne: Jede Herrschaft und jedes Regime kommt einmal zu Fall. Das kann es eine sehr tröstliche Nachricht sein.

Es ist zum zweiten aber auch die Feststellung, dass wir selbst diesem Fallgesetz unterliegen.Das Gute: die Erdanziehung hält uns auf dem Boden und gewöhnlich alle Gegenstände um uns. Ich bin auch der Meinung, dass uns diese ständig wirkende Kraft im Laufe der Jahre verformt und verändert. Wir werden allmählich breiter und kleiner. Aber es macht das Menschsein aus, dass wir aufrecht gehen und aufrecht stehen. Unsere körperliche Gestalt verrät uns schon, dass wir uns immer gegen dieses Gesetz des Falles wehren. Ja, unser Leben ein Kampf dagegen ist, dass wir dadurch ganz niedergedrückt werden.

3. All das gilt auch im spirituellen Sinne. Alles unterliegt dem Gesetz des Falles. Alles hatdie Neigung sich zu verschlechtern, herunterzukommen und haltlos zu werden. Ja, je höher etwas oder jemand steht, umso größer ist diese Gefahr des Falles und umso schlimmer ist der Fall. Wenn ein Kind fällt, passiert meist nicht viel. Wenn ein Zweimeter-Mann fällt, dann kracht das schon erheblich. Wenn eine Eiche fällt, dann gibt es auch in der Umgebung einigen Schaden. Und so auch im geistlichen Sinn.

Gerade diejenigen, die sich nicht eingestehen, selbst diesem Gesetz zu unterliegen, sind in besonders großer Gefahr.Und wie das leibliche Leben des Menschen ganz davon geprägt ist, sich gegen diese ständig nach unten ziehende Kraft zu wehren und wie wir davon unsere leibliche Gestalt haben, so ist auch das geistliche Leben ganz davon geprägt, sich ständig gegen diese Kraft nach unten zu wehren. Und innerlich ein aufrechter Mensch zu sein und gerade zu bleiben.

Und das ist also auch ein spirituelles Gesetz, immer wieder auf zu stehen, wenn man gefallen ist und sich zu hüten, dass man nicht fällt.

Und als zweites ebenso wichtiges Gesetz: Ganz bewusst, den Kontakt mit der Erde zu behalten, auf dem Boden zu bleiben, von der eigenen Gefährdung zu wissen.

Zu beidem: dem geraden Menschsein und der demütigen Erdverbundenheit muss uns Gottes Geist helfen, der uns immer wieder aufrichtet und tröstet.