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Johannes 3,1

Ich denke auch an die Bibel, wo es von Abraham, über den Auszug aus Ägypten bis zu Jesus und Nikodemus immer wieder diese Frage nach Neubeginn und Aufbruch gibt. Und die Bibel macht uns Mut, dass ein solcher Aufbruch und ein neues Leben tatsächlich möglich ist.

Joh 3,1 Es war ein Pharisäer namens Nikodemus, ein führender Mann unter den Juden.
2 Der suchte Jesus bei Nacht auf und sagte zu ihm: Rabbi, wir wissen, du bist ein Lehrer, der von Gott gekommen ist; denn niemand kann die Zeichen tun, die du tust, wenn nicht Gott mit ihm ist.
3 Jesus antwortete ihm: Amen, amen, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen.
4 Nikodemus entgegnete ihm: Wie kann ein Mensch, der schon alt ist, geboren werden? Er kann doch nicht in den Schoß seiner Mutter zurückkehren und ein zweites Mal geboren werden.
5 Jesus antwortete: Amen, amen, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen.
6 Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; was aber aus dem Geist geboren ist, das ist Geist.
7 Wundere dich nicht, dass ich dir sagte: Ihr müsst von neuem geboren werden.
8 Der Wind weht, wo er will; du hörst sein Brausen, weißt aber nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist es mit jedem, der aus dem Geist geboren ist.
9 Nikodemus erwiderte ihm: Wie kann das geschehen?

Neues wagen


Neues ausprobieren: sehr reizvoll. Den neuen Film anschauen, der gerade so positiv besprochen ist. Die neuen Jeans zum ersten Mal tragen. Man fühlt sich ganz anders. Das neu eröffnete Schwimmbad besuchen: alles ist so frisch und sauber, so unverbraucht und strahlend. Wie ein erster Ferientag in der Sonne.

Neu beginnen: schwierig und angstbesetzt. Der erste Tag bei der neuen Stelle. Man fühlt sich unsicher, man weiß noch nicht, wie es läuft. Man hat Angst, Fehler zu machen, sich zu blamieren. Wo sind hier die Fallen und die Fettnäpfchen? Man setzt sich den prüfenden Blicken anderer aus. Werde ich mich bewähren? Schaffe ich das? Ungleich größer ist dann natürlich die Freude, wenn ich es schaffe, wenn ich mich bewähre, wenn es gelingt. Das Maß an Freude und das Maß an Herausforderung scheinen etwas miteinander zu tun zu haben.

Ein neues Leben beginnen: Sehnsucht und Ungläubigkeit. Kann man wirklich ein neues Leben beginnen? Es gibt eine tiefe Sehnsucht danach. Vor allem wenn ich das Gefühl habe, ich lebe nicht richtig. Es läuft vieles falsch. Es wäre so schön, wenn es tatsächlich so etwas wie einen Neubeginn gäbe. Aber kann ich denn aus meiner Haut heraus? Keiner kann doch aus seiner Haut. Also Ungläubigkeit. Besonders dann wenn ich es schon so oft versucht habe. Mit dem Rauchen aufhören. Nichts leichter als das. Ich habe es schon 100 Mal probiert.

Falle ich nicht immer wieder in die alten Fallen zurück und sitze dann noch trauriger wieder da, wo ich begonnen habe?
Von Hermann Hesse stammt der oft zitierte Vers:

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.“

Haben wir diesen Zauber des Anfangs nicht selbst schon einmal gespürt. Dieses Beschütztsein in der gefahrvollen Zeit des Aufbruchs?