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Es gibt viele Psalmen zu verschiedenen Situationen im Leben: Klage, Bitte, Lob, Dank. An vielen Stellen in der Bibel danken die Menschen Gott. Im nachfolgenden Psalm dankt David Gott für seine Treue, auch in schwierigen Situationen. Er verleugnet nicht die negativen Erlebnisse im Leben mit Gott, aber er zeigt, dass die positiven Erfahrungen überwiegen.

© Foto: Jonathan Lwowski - CC BY 2.0

Psalm 30,3-6

3 Herr, mein Gott, ich habe zu dir geschrien /
und du hast mich geheilt.
4 Herr, du hast mich herausgeholt aus dem Reich des Todes, /
aus der Schar der Todgeweihten mich zum Leben gerufen.
5 Singt und spielt dem Herrn, ihr seine Frommen, /
preist seinen heiligen Namen!
6 Denn sein Zorn dauert nur einen Augenblick, /
doch seine Güte ein Leben lang. Wenn man am Abend auch weint, /
am Morgen herrscht wieder Jubel.

Seitwert


© Foto: Katharina Penits


Danke

"Danke für diesen guten Morgen, danke für jeden neuen Tag, danke ...."

Kennen Sie dieses Lied noch aus ihren Kindertagen?

Das beliebte Kinderlied spricht viel von Dankbarkeit und zeigt die schönen Dinge des Lebens auf, für die wir dankbar sein sollten. Das Lied erinnert aber auch an die Schattenseiten des Lebens, für die wir nicht direkt Danke sagen würden wie in Strophe vier des Liedes: "Danke für manche Traurigkeiten ..." Warum also steht auch so etwas in einem Kinderlied? Seit wann sind Kinder dankbar dafür, dass sie traurig sind? Wir Erwachsenen klagen Gott im Gebet eher dafür an, dass wir traurig oder wütend, ängstlich oder einsam sind anstatt ihm dafür zu danken. Warum sollte man auch für negative Gefühle und Ereignisse dankbar sein? Jeder Mensch möchte gerne positive Gefühle haben wie Liebe und Freude.

Auf manchen Internetportalen wird auch die Dankbarkeit als ein positives Gefühl gezählt. Wie kann das positive Gefühl der Dankbarkeit dann mit negativen Gefühlen wie Trauer zusammen passen?

Möglicherweise, indem wir unseren "erwachsenen" Blick auf die Dinge verändern und uns die Wichtigkeit von beidem, positiven wie negativen Gefühlen, bewusst machen. Kinder haben oftmals noch einen stärkeren Blick dafür, dass auch die negativen Erlebnisse und Gefühle wichtig sind fürs Leben und auch, dass wir für alle Dinge dankbar sein sollten.

Wir Erwachsene haben oft das Bewusstsein für die schönen und kleinen Dinge im Leben, vor allem im Alltag, verloren. Erst durch besondere Ereignisse lernen wir die uns selbstverständlich gewordenen Dinge wieder neu zu schätzen. In der Fastenzeit beispielsweise, wissen wir nach 40 Tagen Verzicht wieder, was es bedeutet Schokolade oder Fleisch zu essen und schätzen es nach der langen Abstinenz wieder mehr wert. Oft hält das zwar nur die ersten Tage an, aber immerhin, wir haben wieder das Bewusstsein dafür, dass es nicht selbstverständlich ist, eine leckere Tafel Schokolade oder ein saftiges Steak zu essen.

Es ist schwierig, im Alltag den wertschätzenden Blick auf die Dinge zu bewahren. Keiner möchte das ganze Jahr über fasten. 40 Tage vor Ostern, einmal im Jahr, das reicht den meisten schon völlig aus und ist für viele schon viel zu lang. Schließlich ist es jedes Mal eine Überwindung und fordert viel Durchhaltekraft, wenn man bewusst auf etwas verzichtet. Aber irgendwie ist es auch schön, wenn man nach der Fastenzeit oder nach einer Diät stolz auf sich ist, dass man es geschafft hat und auch dann ist man dankbar.

In Europa geht es uns vergleichsweise gut, daher vergessen wir eventuell, dass es wichtig ist, dankbar zu sein. Nach Naturkatastrophen wie Überschwemmungen, Waldbränden oder Erdbeben wird uns die Ohnmacht gegenüber der Natur bewusst. Viele Menschen klagen dann, warum so etwas passiert ist und fragen sich, wie Gott nur solch ein Unheil zulassen kann.

Klar fällt es schwer, in so einer schwierigen Situation, die voller negativer Gefühle wie Trauer, Wut und Verzweiflung ist, dankbar zu sein. Die Dankbarkeit bringt auch die zerstörten Häuser und Toten nicht wieder zurück, aber die Dankbarkeit zeigt uns einen neuen Blick auf die Dinge. Wir können dankbar sein, dass nicht noch mehr Menschen verletzt oder gestorben sind, nicht noch mehr Häuser zerstört wurden.

Auch wenn es schwer fällt, manchmal ist es gut, dankbar zu sein. Schön, wenn uns das zu bestimmten Zeiten im Jahr bewusst gemacht wird, wie in der Fastenzeit oder am Muttertag. Vielleicht gelingt es ja auch, im Alltag, auch außerhalb der vorgesehenen Zeiten und Anlässe einmal bewusst dankbar zu sein.

In einer Buchhandlung habe ich neulich ein kleines Büchlein entdeckt mit dem Titel "Mein Glückstagebuch". Dort steht in der Anleitung, dass man jeden Tag mindestens eine Sache aufschreiben soll, für die man dankbar ist am Ende dieses Tages. Es ist vielleicht ein erster Schritt hin zu mehr Dankbarkeit im Alltag.

Ein so kleines Wort, das so viel bewirkt, und doch viel zu selten im Alltag gesagt wird: Danke!

Viele Grüße
Ihre Katharina Penits

20. September 2017

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