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Der Geist Jesu


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Im Inneren berührt werden


Es gibt eine Landschaft, ein Musikstück, ein Gedicht, ein Kunstwerk, die mich innerlich berühren und mir nicht aus dem Sinn gehen. Viele andere schauen sich das Werk an oder hören die Musik, aber registrieren das nur. Natürlich gibt es Kunstwerke, Sinfonien, Filme, die viele Menschen berühren und die daher einen gewissen Ruf haben. Wer in den Louvre in Paris geht, wird sich die Mona Lisa anschauen. Wer nach Köln fährt, wird in den Dom gehen. Aber das muss nicht heißen, dass ich von dem berühmten Bild oder von der Raumerfahrung eines Domes innerlich so berührt werde, dass ich ein zweites Mal dorthin fahren würde. Ich habe die Mona Lisa gesehen und war im Dom, weil das zum Programm gehört. Aber dabei bleibt es oft.

Aber sie können mich auch ansprechen, mich berühren?


Diese Erfahrung, dass mich etwas im Inneren anspricht, gilt auch für Menschen. Und sie sind gerade für das Religiöse grundlegend.

Wenn ich Jesus nicht nur als bedeutende historische Persönlichkeit erkenne, sondern als den Retter, den Gesandten Gottes, dann muss mich innerlich etwas berühren. Wer zum Glauben an Jesus kommt, auf den springt etwas über von der Person Jesu. Das haben wir nicht in der Hand. Deshalb sind die Menschen nicht zu verurteilen, die Jesus als Persönlichkeit anerkennen und seine ethischen Forderungen schätzen, aber in ihm nicht ihren Retter und Erlöser sehen, der sie von ihren Verstrickungen befreit. Aus sich heraus kann der Mensch nicht mehr leisten. Es muss etwas hinzu kommen, was der Mensch nicht in der Hand hat. Was überspringt, nennen die Christen seit dem ersten Pfingstfest den Geist Jesu. Können wir heute auch mit dem Geist rechnen?

Der Glaube an Jesus kommt durch seinen Geist


Die Jünger Jesu waren die ersten, die zum Glauben an ihn gekommen sind. Dieser Glaube war aber gar nicht so richtig entwickelt, als Jesus in Konflikt mit der Obrigkeit geriet. Die Berichte der Evangelien sehen die Jünger äußerst kritisch, bis dahin, dass Petrus, der der Fels der Kirche werden sollte, Jesus feierlich abschwor, als es brenzlig wurde.


Die Jünger sind Jesus erst einmal gefolgt, weil sie in ihm den erwarteten Messias sahen. Sie verbanden durchaus politische Erwartungen mit ihrem Engagement für den jungen Mann, bis dahin, dass die Mutter von Jakobus und Johannes bei Jesu vorstellig wurde, um ihren Söhnen in dem kommenden Reich zwei Ministerposten zu verschaffen.
Die Jünger haben gesehen, dass Jesus wirkungsvoller predigte und die jüdische Bibel ganz anders zum Sprechen bringen konnte als die damaligen Theologen.

Durch sein Auftreten und die Heilungen erfüllte Jesus alle Kriterien, die einen Propheten als den von Gott gesandten Messias ausweisen mussten. Aber als Jesus am Kreuz hingerichtet wurde, war der Glaube der Jünger erloschen. Sie sahen ihre Hoffnungen enttäuscht, verbargen sich aus Furcht in dem Abendmahlssaal.
Als dann zuerst Frauen berichteten, Jesus sei gar nicht tot, sondern er lebe, überzeugte das die Apostel nicht. Sie waren noch drei Tage vorher, als Jesus mit ihnen das jüdische Passahmahl begangen hatten, vorbereitet worden. Jesus hatte sehr deutlich von seinem baldigen Tod gesprochen hatte. Als dann Jesus nach seinem Tod ihnen erschien, kamen Petrus und die anderen Apostel kamen nur langsam zu der Überzeugung, dass Jesus nicht im Tod geblieben war. Aber irgendwelche Konsequenzen zogen sie daraus noch nicht. Als sie jedoch am Pfingsttag mit dem Geist begabt wurden, waren sie andere Menschen. Ohne Furcht predigten sie Jesus, heilten wie er Kranke und zogen bald in die ganze Welt hinaus.


Die Kirche und das Zeitalter des Geistes


Eigentlich wurde die Kirche am Gründonnerstag im Abendmahlssaal gegründet. Jesus gab den Jüngern den Auftrag, zu seinem Gedächtnis das Mahl zu feiern. So tun es die Kirchen bis heute.
Im Johannesevangelium und bei Lukas wird berichtet, dass die Apostel zwischen Ostern und Pfingsten bereits dieses Mahl gehalten haben. Aber sie haben es noch nicht als Messe verstanden. Messe kommt vom lateinischen Wort „mittere“, das „senden“ bedeutet. Erst am Pfingsttag sind die Jünger Jesu befähigt, nicht beim Gedächtnis an Jesus zu bleiben, sondern sein Evangelium in die Welt zu tragen. Deshalb gilt Pfingsten als der Startpunkt für die Kirche.
Durch seinen Geist ist Jesus wirksam, durch den Heiligen Geist kommen Menschen zum Glauben an Jesus. Denn mit unserem Verstand können wir nur zur Kenntnis Jesu gelangen, aber nicht, dass durch seinen Tod und seine Auferstehung etwas Entscheidendes geschehen ist. Es ist eine neue Wirklichkeit geschaffen.


Wir sind nicht mehr in der Spirale des Bösen gefangen und nicht mehr dem Tod verfallen. Diese neue Wirklichkeit kann ich auch nur mit den Augen des Glaubens erkennen, denn so viel hat sich an den Verhältnissen in der Welt durch den Tod Jesu nicht geändert, dass ich mit dem Verstand eindeutig darauf schließen könnte, dass Gott wirklich mein Heil gewirkt hätte. Bin ich aber von dem Geist Jesu berührt worden, erkenne ich, dass die neue Wirklichkeit bereits angefangen hat. So wie nach dem Winter sich neues Leben bereits regt, wenn kalter Regen fällt und die Schneereste noch herumliegen.

Die Kirche ist daher eine Hervorbringung des Geistes. So hat sie sich auch immer verstanden. Solange Jesus noch nicht wiedergekommen ist, um die menschliche Geschichte endgültig zu heilen, leben wir in der Zeit der Kirche, denn mit dem Kommen Jesu geht die Kirche in die neue Wirklichkeit der himmlischen Existenz auf. Diese Kirche ist keine rein weltliche Größe, denn von innen lebt sie nur durch die Inspiration des Geistes Jesu.

Zusammenfassung

Um Jesus zu erkennen, ist es wie bei jedem Menschen: Wir müssen den Geist des anderen erfahren, um ihn zu erkennen.
Der Geist Jesu erschließt uns auch, was das Leben Jesu, seine Predigt, seine Heilungen, sein Leidensweg, seine Hinrichtung und seine Auferstehung für mich bedeuten: Es geht dabei um meine Herauslösung aus der Verstrickung in den Tod und um mein Leben nach meinem Tod.

Mit dem Lebensweg Jesu hat Gott der menschlichen Geschichte einen neuen Anfang geschenkt. Dieser ist noch verborgen, aber an der Wurzel hat sich schon alles geändert. Das können wir nicht mit den Methoden der Geschichtswissenschaft erkennen und auch nicht einfach aus den Evangelien ablesen, sondern der Geist Jesu muss uns in diese neue Wirklichkeit führen. 


Weiterführende Themen


Wenn der Geist der Grund des Glaubens ist und mich von innen her berührt, dann muss es eine Chance geben, dass ich entsprechend diesem Geist lebe, der in mir ist. (siehe: Der Heilige Geist: Spiritualität / Kapitel4)

Ich muss mich auch ganz anders verstehen, wenn ich ein Ort des Geistes bin. Paulus nennt den Leib des Menschen „Tempel des Heiligen Geistes“. Wenn ich aber so ausgestattet bin, muss das irgendwie erkennbar werden. (siehe: Der Heilige Geist: Charme der Gnade / Kapitel 5)
Der Geist Jesu gehört zu Gott. Das Verhältnis des Geistes zu Gott, dem Vater und zu Jesus, dem Sohn sagt sehr viel darüber, wer Gott ist.

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