Sie sind hier: {$rootlineLinkWrap}updateseele.de{$rootlineLinkWrap}Heiliger GeistDen Geist spüren
DeutschEnglishFrancais

Den Geist spüren


» Als PDF ansehen

Im Alltag spüren


Im Alltag verlassen wir uns meist auf unser Gespür. Wenn wir ein Geschäft betreten, spüren wir sofort, ob es uns zusagt und ob wir hier etwas kaufen werden. Ämter, Schulen, Kirchenräume – überall spüren wir etwas. Sind wir zu einem Fest oder einer Veranstaltung eingeladen, haben wir meist schnell ein Gespür dafür, ob wir hier hin passen oder nicht.

Was wir spüren, ist nicht so leicht fassbar. Es macht sich weniger an einzelnen Gegenständen fest, sondern mehr an der Raumkomposition und der Art, wie die Menschen miteinander umgehen, wie ich begrüßt werde, ob man mich überhaupt wahrnimmt.
In einem Verein, in einem Team nennt man das, was zu spüren ist, den guten oder den schlechten Geist. Natürlich gilt das Spüren auch für mein Leben. Ich spüre, ob ich in einem guten Fahrwasser vorankomme. Ich spüre schon im Voraus, ob mein Lebensschiff in Strudel und Turbulenzen gerät. Auch das religiöse Leben steht und fällt mit dem Spüren. Wenn ich nichts spüre, dann bleiben die Worte, die ich über Gott, die Erlösung, das gute Ende, zu dem Gott die menschliche Geschichte dennoch führen wird, ohne Bedeutung.


Gott spüren


Wie kann ich aber Gott erspüren? Die griechischen Philosophen sagen bereits, dass alles mit dem Staunen anfängt. Solange ich in das alltäglich „Zu Tuende“, in die großen und kleinen Pflichten verstrickt bin, läuft das Leben vor sich hin. Es wird angetrieben von der Sorge um all das, was ich zum Überleben brauche. Viel Raum nimmt die Pflege der Beziehungen deshalb ein, damit ich nicht aus dem menschlichen Miteinander herausfalle.


Wie kann ich aber einen Blick über den Alltag hinaus werfen?


Es geschieht offen mitten in diesem Alltag, dass ich im Inneren von etwas berührt werde. Mir wird plötzlich klar, dass es gar nicht so selbstverständlich ist, dass ich morgens aufwache und Energie habe, um den Tag in Angriff zu nehmen.
Eine Nachricht, dass jemand anders verunglückt ist, kann mich zu diesem sehr einfachen Gedanken führen: Es ist ja gar nicht so selbstverständlich, dass ich da bin.

Es sind oft nur kleine Erfahrungen, die die von Alltäglichkeiten zugestellte Welt in einem Spalt öffnen. Durch den Spalt dringt Neues ein, ich sehe tiefere Zusammenhänge. Die Welt hat plötzlich eine Melodie und ich ahne, was das Wort „Paradies“ beschreiben könnte. Auch hier gibt es ein Spüren. Ich vergesse nie mehr wieder, wie sich solche Augenblicke angefühlt haben. Ich weiß zumindest eines ganz sicher: Mein Leben besteht nicht nur aus den alltäglichen Pflichten. Ich verstehe dann auch, warum es Kunst, Feste, Gottesdienste geben muss, nicht nur als etwas, das der Mensch sich auch einmal leisten kann, sondern als notwendiger Anker, der das Größere im Fluss des Lebens festmacht, so dass der Alltag nicht alles in seinem ermüdenden Griff hält.

In Zeiten, in denen die Menschen mehr als heute in dem verankert waren, was den Menschen übersteigt, haben sie Kirchen, Opernhäuser und Schlösser gebaut, die in unserer, durch Nüchternheit und Effektivität geprägten Epoche, immer noch faszinierend wirken. Wir schaffen es nicht, solche Kirchen zu bauen, wir können sie nur mit den heutigen technischen Mitteln restaurieren. Eine gotische oder barocke Kirche ist die Antwort auf eine Erfahrung Gottes. Diese Räume sind nämlich als Abbild des Himmels entworfen. Wer eine romanische, gotische oder barocke Kirche betritt, wird von den Heiligen, den Bewohnern des Himmels empfangen. Die Deckengemälde einer Barockkirche ermöglichen einen Blick in den Himmel. Die mittelalterlichen Kirchen arbeiten mit einer Symbolik, die uns heute nicht mehr vertraut ist.
So ist die achteckige Kuppel ein Hinweis auf den 8. Tag der Auferstehung Jesu und des Beginns der Neuen Schöpfung, denn am 7. Tag war die Welt vollendet, aber noch nicht über sich hinaus geführt. Die Gewölbe, die seit der Romanik konstruiert wurden, symbolisieren den Himmel, durch die Fenster gotischer Kirchen fällt das himmlische Licht. Das alles soll uns vor Augen stellen, was im Inneren geschieht.
Die Links finden sich bei Symbolik und Kirchenraum auf kath.de (http://www.kath.de/kurs/symbole/ )


Im Inneren des Menschen wirkt der Geist Gottes


Wenn wir Gott erkennen sollen, dann muss er sich durch seinen Geist mitteilen. So sind wir Menschen gebaut, dass wir den Geist durch unser Gespür wahrnehmen. Wir würden Gott auch nur für ein Gedankengebilde halten können, wenn wir seinen Geist nicht spürten.
Von den ersten Seiten der Bibel ist vom Geist Gottes die Rede. Schon am Beginn der Schöpfung heißt es, dass der Geist Gottes über den Wassern schwebte. In den Propheten wirkt der Geist Gottes. Am Ende, wenn der Messias kommt, werden nicht nur einige, sondern alle vom Geist Gottes erfüllt werden. Der Name „Christ“ besagt das. Denn „Christ“ kommt vom griechischen Wort für „salben“, die Salbung geschieht durch den Geist. Der Messias ist der durch den Geist Gesalbte. Das wird von allen Evangelisten im Zusammenhang mit der Taufe Jesu erzählt. Der Geist senkt sich, als er im Jordan steht und von Johannes mit Wasser übergossen wird, in der Gestalt einer Taube auf Jesus herab.
An Pfingsten kommt der Geist auf die im Namen Jesu Versammelten herab. Das Wirken des Geistes begleitet die Predigt der Apostel, ohne den Geist gibt es keinen Glauben an Jesus.


Zusammenfassung


Seit 200 Jahren geht der Streit darum ob man die Existenz Gottes beweisen könnte. Die Frage ist wichtig. Siehe unter „Gott beweisen“ bei Update Seele.

Es ist Auffassung sowohl des Alten wie des Neuen Testaments, dass Gott aus den Werken seiner Schöpfung erkannt werden kann. Jedoch genügt diese Erkenntnis nicht, um Jesus zu verstehen. Man muss nämlich erkennen, dass der Weg in die Neue Schöpfung wie auch die Befreiung aus der Verstrickung in das Böse nicht trotz des Kreuzes, sondern wegen des Kreuzes von Gott eröffnet wurde.
Das lässt sich nicht mit den Mitteln der Philosophie beweisen, ebenso wenig, dass Jesus nicht im Tod geblieben, sondern auferstanden. Siehe unter „Auferstehung“ bei Update Seele.

Die Erkenntnis, die wir im Glauben gewinnen, erhalten wir durch den Geist Gottes. Diesen Geist können wir spüren.


Weiterführende Themen


Der Geist wird von Jesus gesendet.

Wie ist das Verhältnis von Jesus und Gottes Geist?

Den Geist erfahren die an Jesus Glaubenden. Ohne den Geist kommt es nicht zur Erkenntnis Jesu und seiner Erlösungsgnade. Der Geist ist die Gnade, die der Mensch empfängt. Deshalb gibt es einen eigenen Ritus, in dem der Geist vermittelt wird Firmung und Konfirmation.
Der Geist Gottes lebt und webt nicht allein in uns. Es gibt auch ungute, böse Geister. Woran erkennt man den Geist Gottes? Da wir nur glücklich werden, wenn wir einem guten Geist folgen, kommt es auf die Unterscheidung der Geister an. Damit der Geist Gottes im Menschen Raum gewinnt, gibt es „geistliche Übungen“ d.h. Meditation, Gebet, Tagesrückblick, das Gespräch über die Bibel. Die verschiedenen Schulen der Spiritualität basieren alle auf der Bibel, gehen jedoch in ihrer Praxis einen je eigenen Weg. Es ist gerade ein Vorteil des Katholischen, dass es nicht auf eine Spiritualität festlegt.

Fragen für mich


Wie und wann spüre ich meine Umwelt?

Achte ich auf mein Ge-Spür?

Spüre ich manchmal den Spalt, der sich in meiner Alltäglichkeit öffnet
und mein Gespür weitet?

Gibt es Momente, in denen ich Gott spüre?
Kann ich mich noch an solche Momente erinnern?

Wie gehe ich dann damit um?
Lasse ich es zu und gehe darauf ein? Oder unterdrücke ich mein Spüren?


Hinweis:


Als registrierter Nutzer  haben Sie die Möglichkeit sich einen Begleiter zuteilen zu lassen, mit dem Sie sich über die einzelnen Fragen austauschen können.
Zur Erstanmeldung gelangen Sie hier...