Sie sind hier: {$rootlineLinkWrap}updateseele.de{$rootlineLinkWrap}Das UniversumSchöpfung - Nichts?
DeutschEnglishFrancais

Schöpfung - aus dem Nichts?


Als PDF ansehen


Woher? Wie? Wer?

Die Menschen machen sich seit den ersten Generationen Gedanken, woher die Welt eigentlich kommt, wie sie entstanden ist und wer sie gemacht hat.
Zuerst hat man sich Geschichten von Göttern erzählt, Mythen, mit denen die Entstehung der Welt beschrieben wurde. Solche Geschichten stehen auch am Anfang der Bibel.

Wir fragen heute anders, geschult durch das naturwissenschaftliche Denken. Wir wissen, dass das ganze Weltall aus einem Urknall heraus entstanden ist und sich ständig ausdehnt.

Wir können aber noch weiter denken, hinter den Urknall zurück. Zwar können die Naturwissenschaften untersuchen, was nach dem Urknall passiert ist, aber denkend kann der Mensch noch weiter zurück gehen.

Das Denken kommt schließlich beim Nichts an. Was hat das Denken aber damit gedacht?

Im Folgenden soll aufgezeigt werden, was es bedeutet, dass der Mensch bis zum Nichts hin denken kann. Denn daraus entspringt ein großartiger Gedanke, nämlich dass die Schöpfung nicht einfach so da ist, sondernd gewollt ist. Schöpfung aus dem Nichts – wie kann der Mensch diesen Gedanken denken?

Ehe etwas war, war nichts

Tiere werden sich wahrscheinlich nicht vorstellen können, dass es so etwas wie Nichts gibt. Nichts bedeutet auf den Denkenden bezogen, dass er selbst auch nicht sein könnte. Ich könnte nicht sein, die Erde könnte nicht sein, die Sterne nicht. Es wäre dann noch nicht einmal Raum und Zeit. Weil der Gedanke schwer zu denken und noch schwerer zu ertragen ist, sind Generationen von Menschen davon ausgegangen, dass die Materie zeitlos sein muss.

Der Urstoff, aus dem die Welt gestaltet wurde, hätte keinen Anfang. So dachte der griechische Philosoph Aristoteles. Gott, den Aristoteles als den „Unbewegten Beweger“ bezeichnete, hat dem materiellen Substrat Gestalt gegeben und den lebendigen Wesen als Lebensprinzip eine Seele.

Viele Mythen, die den Ursprung der Erde und des Menschen beschreiben, setzen auch eine Art Urstoff voraus, aus dem ein Gott die jetzige Welt geformt hat.
Das Alte Testament geht einen Schritt weiter. Es lässt neben Gott keine andere Macht zu, sondern erklärt Gott zum einzigen, der am Anfang etwas bewirken konnte. Am Anfang war nichts ausser Gott.

Steht damit Gott das Nichts gegenüber?
Dann gäbe es ausserhalb von Gott ja etwas. Aber das Nichts gibt es ja nicht, also gibt es neben Gott keine konkurrierende Macht. Aber der Mensch kann das Nichts denken. Das hat auch eine Bedeutung. Allerdings macht dieses Denken-Können des Nichts den Menschen auch ortlos:


Aus dem Gedanken an das Nichts entspringt meine Angst


Wir beobachten vieles, das anfängt.
Eine Firma wird gegründet, ein Haus, ein Schiff werden eingeweiht. Auch Menschen fangen an. Ich kann daraus schließen, dass auch ich einmal angefangen habe. Als ich entstand, hatte ich kein Bewusstsein, mit dem ich meinen Anfang hätte registrieren können.

Je mehr ich erkenne, dass ich auch nicht sein könnte, befällt mich die Angst, in den Abgrund des Nichts zu stürzen. Das ist etwas anderes, als wenn ich mich durch einen gefährlichen Hund, ein Gewitter, eine Pistole bedroht fühle. Diese Angst ist grundlos und deshalb kriecht sie so tief in mein Empfinden.

Die Angst, das hat der Philosoph Martin Heidegger herausgearbeitet, korrespondiert mit dem Nichts. Durch unsere Angst nehmen wir das Nichts wahr, wir sind Existenzen, die „in das Nichts hinein geworfen“ sind.
Wir können über lange Strecken leben, ohne dass uns die Angst befällt, dann ist sie plötzlich da. Sie gehört zu unserer Existenz. Wir können uns deshalb Gott als ein Wesen vorstellen, das keine Angst um seine Existenz haben muss. Denn anders als der Mensch kann Gott nicht nicht sein. Gott ist nicht zufällig wie wir, sondern aus sich notwendig.

Das können wir auch nicht verstehen, aber wir können denken, dass Gott ganz anders sein muss als wir, eben nicht zufällig, sondern aus sich heraus notwendig. Dass Jesus als Sohn Gottes wirklich Angst hatte, wie es die Evangelien von der Nacht vor seiner Hinrichtung berichten, ist erstaunlich und war für viele Christen nicht erklärbar.

Da Gott anders als wir keinen Anfang haben kann und auch nicht der Zeit unterworfen ist, sagen wir, er sei ewig. Das heißt im Denken aber nur, dass er keinen Anfang und kein Ende hat. Er ist mit jedem Zeitlichen gleichzeitig. Gott muss nicht in die Zukunft blicken, weil er nicht in Raum und Zeit existiert. Er ist ganz anders.

Weil wir das Nichts denken können, auch wenn wir nicht sagen können, was das Nichts ist, denn es gibt das Nichts ja nicht, sind wir in der Lage, den Gedanken der Schöpfung zu denken. Da alles, was ist, selbst das ganze Universum, auch nicht sein könnte, kommen sie aus dem Nichts.
Anders als die Menschen der Antike wissen wir durch die Allgemeine Relativitätstheorie, dass es vor der Erschaffung der Welt keine Zeit gab. Raum und Zeit gibt es nur im Zusammenhang mit der Materie.

Zusammenfassung

Der Mensch kann mit seinem Denken vor jede Zeit und hinter jeden Raum gelangen und stößt damit auf das Nichts. Deshalb hat der Mensch nicht nur wie ein Tier Furcht vor einer Gefahr, sondern Angst, die ihn einfach befällt. Weil er mit dem Nichts als Denkender und in seinem Empfinden konfrontiert ist, kann er denken, dass die Welt und er selbst aus dem Nichts geschaffen wurden.

Das heißt aber, dass die Welt ganz von Gott abhängt, sie wäre nicht, ohne dass Gott die Welt wollte. Da Gott nicht der Zeit unterworfen ist, sondern ewig ist, ist er mit jeder Zeit gleichzeitig und in jedem Raum anwesend, nicht als Teil der Welt, sondern weil er die Welt und jeden einzelnen und auch mich will, und weil er die Welt und auch mich nicht ins Nichts zurückfallen lässt, auch dann nicht, wenn ich gestorben bin.


Weiterführende Überlegungen

Wenn der Mensch die Schöpfung denken kann, dann muss sein Denken für den Kosmos eine Bedeutung haben, denn der Mensch entspringt einer lagen Entwicklung, die nicht in einem besonders überlebensfähigen Tier ihr Ziel erreicht, sondern in einem Tier, das die ganze Welt denken, die Frage nach dem Ursprung stellen und Naturwissenschaft treiben kann.


Fragen für mich


Wie stelle ich mir das Nichts vor?
Habe ich diesen Gedanken überhaupt schon einmal gehabt?

Der Urknall ist wissenschaftlich belegt, doch was liegt vor dem Urknall?
Wie erkläre ich mir das Zustandekommen der Welt?

Und welche Rolle spielt Gott für mich in der Geschichte der Welt, der Schöpfung?


Hinweis:
Als registrierter Nutzer  haben Sie die Möglichkeit sich einen Begleiter zuteilen zu lassen, mit dem Sie sich über die einzelnen Fragen austauschen können. Zur Erstanmeldung gelangen Sie hier...