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Gott denken

 

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Gott kommt  hin und wieder in den Gesprächen vor.
Manchmal denke ich auch über Gott nach. Dann finde ich mich schnell in einem Gewirr von Argumenten wieder. Höre ich auf meine Umwelt, dann treffe ich viele, die keine abschließende Meinung haben. Sie lassen die Frage nach der Existenz Gottes offen. Dann gibt es andere, die es genau wissen. Von diesen kann man sich vereinnahmt fühlen.

Ob Menschen, die die Existenz Gottes behaupten, für ihre Position eintreten oder die Gottesleugner, sie alle vermitteln den Eindruck: Es ist doch ganz selbstverständlich, es gibt Gott oder die andere Position: Es ist Unsinn, die Existenz eines Wesens anzunehmen, das jenseitig, allmächtig, ewig sein soll. Ich will mich aber nicht von anderen abhängig machen. Deshalb brauche ich Argumente, Erfahrungen, Gründe, die mir persönlich einleuchten, so dass ich mich auf niemand verlassen muss, der mich unbedingt von seinem Standpunkt überzeugen will. Gott muss ja in meinem Denken und nicht nur in dem der anderen vorkommen.

Im Folgenden soll das eigene Denken der Ausgangspunkt sein. Wie ist es möglich, dass ich überhaupt einen Gedanken, eine Vorstellung entwickle, die  zu der Annahme führen könnte: Es gibt Gott. Das würde auch für die zutreffen, die die Existenz Gottes leugnen. Denn auch derjenige, der die Existenz Gottes für nicht bewiesen oder unsinnig erklärt, hat ja eine Vorstellung von Gott.

Gott in der persönlichen Erfahrung
Menschen, die gläubig geworden sind, berufen sich auf besondere Erfahrungen. Sie fühlen sich von Gott ergriffen, sie haben einen Ausweg aus einer aussichtslosen Situation gefunden, sie berichten davon, dass ihnen innere Kraft zugewachsen ist. Andere haben einen tieferen Blick auf ihr Leben gewonnen, dass eine überirdische Macht sie liebt, sie fühlen sich in ihrem Inneren berührt und vergessen diese Erfahrung nicht, sondern ändern ihr Leben. Für diejenigen, die diese Erfahrungen gemacht haben, besteht kein Zweifel an der Existenz Gottes. Sie sind gänzlich überzeugt.

Aber nur wenige Menschen machen diese Erfahrungen. Viele, die regelmäßig beten, an Wallfahrten teilgenommen haben und die Kirche besuchen, sind nicht so tief ergriffen worden. Aber auch sie können sich auf Erfahrungen stützen: Die Erfahrung der Schönheit der Welt.
Jeder von uns hat Sekunden und Minuten erlebt, in denen er von der Schönheit eines Sonnenaufgangs, eines Meeresstrandes, eines Blicks von einem Gipfel erfasst wurde und sich gesagt hat: Wie schön hat der Schöpfer die Welt geschaffen.Der Anruf, etwas zu tun, zu helfen, sich für ein soziales Projekt einzusetzen, macht eine Stimme hörbar, die mehr von mir will als Menschen von mir fordern könnten.
Wer den Anruf hört, fühlt sich von einer Macht gefordert, die größer ist als der Staat, die Familie, der Freundeskreis. Viele Projekte wie das Rote Kreuz, Amnesty international, die religiösen Orden der verschiedenen Religionen gehen darauf zurück, dass Menschen einen besonderen Anspruch gespürt haben, der eine höhere Autorität in sich trug als sie Menschen, seien es Generäle, Minister, Schulleiter oder Bischöfe, für sich beanspruchen können.

Mit gleicher Autorität fordert uns unsere Freiheit, das eigene Leben in die Hand zu nehmen und die wichtigen Entscheidungen selbst zu treffen.

Einen gleichen Anspruch ohne „Wenn und Aber“ stellt das Gewissen an uns. Es verlangt von mir, nicht zu betrügen, die Wahrheit zu sagen, den anderen in seiner Würde zu achten. In den verschiedenen Erfahrungen meldet sich eine Stimme, die nicht heute so und morgen anders zu mir spricht. Ich spüre auch deutlich, dass die Macht, die diesen Anspruch an mich stellt, nicht vom Zufall gesteuert sein kann, sondern mich persönlich meint.
Ich, nicht jemand anderes, soll konkret helfen. Ich und nicht jemand anderes soll meinem Leben eine andere Perspektive geben. Ich soll jetzt ehrlich sein, jetzt die Würde des Menschen achten, der mich beleidigt, hintergangen hat, der einen Mobbingfeldzug gegen mich organisiert.
Dieser Anspruch läßt sich auf keine Bedingungen ein, die ich ihm zu stellen versuche. Er wird daher unbedingt genannt, dass heißt, er gilt ohne „Wenn und Aber“.


Das Unbedingte im Zufälligen


Schaue ich auf mich und wer ich bin, dann stößt etwas Unbedingtes auf ein sehr zufälliges Wesen, das von Stimmungen abhängig ist, sich lieber nach dem richtet, was die anderen für angemessen halten. Ich, der ich ein Produkt des Zufalls bin, der in jedem Moment sterben kann und der überhaupt auch nicht da sein könnte, wird von etwas getroffen, das nicht zufällig ist, das sich nicht an den gängigen Meinungen orientiert, das mehr von mir verlangt als Menschen mir abfordern dürften. Dieses Unbedingte begegnet mir auch immer, wenn es um die Wahrheit geht.
Ob ich die Wahrheit sage oder eine kleine Lüge zu meiner Entlastung einbaue, ob ich in einem Gerichtsprozeß eine Zeugenaussage mache, ob ich als Wissenschaftler das veröffentliche, was ich tatsächlich beobachtet habe, die Wahrheit belangt mich mit einem unbedingten Anspruch.

Dabei geht es um mehr, als dass ich ein Verkehrsschild richtig gelesen oder die richtige Autobahnabfahrt genommen habe. Die Wahrheit ist nicht nur lebenspraktisch, sie verlangt von mir selbst etwas, unabhängig davon, ob meine Aussage mir nutzt oder nicht. Diese Art von Autorität weist auf eine Instanz hin, die sich keine Bedingungen stellen lässt. Die Wahrheit gilt unter allen Umständen, d.h. unabhängig von den aktuellen Bedingungen und Meinungstrends.

Zusammenfassung

Die Vorstellung von Gott, auf die sich Gläubige wie Atheisten beziehen, geht von Erfahrungen aus, in denen die Schönheit der Schöpfung den Menschen innerlich berührt oder der Anspruch an das eigene Handeln, die Entscheidung für das Gute ohne „Wenn und Aber“ erfahren wird.

Weiter erhebt die Wahrheit einen unbedingten Anspruch, sie gilt unabhängig von den Umständen und jeweiligen Meinungstrends. Wenn wir von Gott sagen, er sei nicht den Bedingungen unserer Welt unterworfen, er sei allmächtig, nicht an die Zeit gebunden, dann sind es die oben beschriebenen Erfahrungen, die uns überhaupt ein solches Wesen denken lassen.

Das Unbedingte im Zufälligen führt uns zu der Vorstellung von Gott.


Weiterführende Gedanken

Wenn es darum geht, nicht nur den Anspruch, sondern das Gesicht Gottes deutlicher zu erfassen, dann ist die eigene Freiheit ein Weg zu Gott. Denn wenn Gott der Urheber meiner Freiheit ist, dann muss er selbst etwas von der Freiheit verstehen.

Gott zeigt sein Gesicht, wenn er sich offenbart. Propheten reden von Gott, für die Christen ist Jesus, Sohn Gottes das Antlitz Gottes.

Fragen für mich


Wie erlebe ich Gott?

In welchen Momenten habe ich Gott erlebt und gespürt?

Wie spüre oder höre ich seinen Anruf?

Spüre und höre ich ihn überhaupt?
Woran scheint es zu liegen, wenn es nicht so ist?


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