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Bin ich ein Produkt des Zufalls oder bin ich gewollt?


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Irgendwann drängt sich jedem die Frage auf: Woher komme ich her?
Mit dem Wissen, das ich mir erworben habe, kann ich folgende Schritte zurückgehen: Ich komme aus dem Unbewussten. Irgendwie bin ich entstanden, wurde geboren, habe die Augen aufgeschlagen. Ich wusste von mir selbst nichts, auch wenn ich Hunger und Bauchweh hatte und vor Angst geschrien habe.

Irgendwann bin ich mir meiner selbst bewusst geworden, dass ich auch so etwas bin wie meine Eltern und die anderen Kinder um mich herum. Ich habe dann gemerkt, dass ich mich durchsetzen kann, wenn ich schreie, charmant bin, mir etwas hole oder einfach mal weglaufe.
Im Jugendalter habe ich mich dann erst freigeschwommen, mich von meinen Eltern unabhängig gemacht, mein Leben selbst in die Hand genommen. Ich habe Niederlagen einstecken müssen, aber auch Erfolge verbuchen können.

Obwohl ich jetzt besser weiß, wer ich bin, mein Ursprung liegt im Dunkeln. Ich kann nur die Linie zurückverfolgen. Meine Großeltern, deren Eltern und dann zurück bis in die Steinzeit und noch weiter, als der Mensch sich aus dem Affen heraus entwickelte, aufrecht gehen lernte, ein größeres Gehirn bekam und dann auch sprechen konnte.
Viel früher hat alles mit sehr einfachen Lebewesen angefangen. Wie kann ich angesichts dieser Erkenntnisse der Wissenschaft mich persönlich orten?

Zufall oder doch gewollt?
Es ist ein großer Unterschied, ob ich davon ausgehe, ob ich durch Zufall entstanden bin, oder ob es eine Macht oder jemanden gibt, der mich so gewollt hat. Mein Leben fühlt sich anders an, je nachdem, wie ich die Frage beantworte. Die Antwort auf die Frage hat auch entscheidende Konsequenzen für das Zusammenleben. Es hängt davon ab, wie ich andere einschätze und wie ich von anderen gesehen werde.

Wenn ich nur ein Produkt des Zufalls bin, hat mein Leben in den Augen anderer keinen so großen Wert. Mit einem durch Zufall entstanden komplexen Stück Materie kann man auch mal experimentieren und wenn andere feststellen, ich sei nicht mehr so nützlich oder wegen meines schlechten Erbguts eine Belastung für die menschliche Gemeinschaft, dann kann ich auch verschwinden.
Ganz anders, wenn der Mensch eine unantastbare Würde hat, die nicht einfach zufällig entstanden ist. Wie erklärt die Wissenschaft die Entstehung des Menschen

Zufall und Auslese: Die Erklärungsprinzipien der Evolutionstheorie

Seit Darwin die Evolutionstheorie entwickelte, ist deutlich, dass alles Leben zusammenhängt, sich aus einem Ursprung entwickelt hat, nach den gleichen Gesetzen funktioniert. Sonst könnten wir keine Pflanzen oder Fische essen, wenn sie nicht die Stoffe bereitstellten, die unser Körper braucht.
Darwin hat zwei weitere Prinzipien eingeführt, nämlich die Mutation und die Selektion. Sind diese Prinzipien von Veränderung und Auswahl die Erklärung dafür, wer ich bin?

Mutation heißt, dass sich die Zusammensetzung der Gene ändert. Dabei werden nicht wie heute mit den Erkenntnissen der Genetik gezielt einzelne Gene ausgewechselt, oder in den Chromosomenfaden eingebaut, sondern der Zufall führt zu Änderungen. Da die meisten Veränderungen an der Erbsubstanz keine Verbesserung herbeiführen, sondern das Lebewesen weniger überlebensfähig machen, muss es ein zweites Prinzip geben. Dieses zweite Prinzip muss sicherstellen, dass nur das überlebt und weiteres Leben zeugen kann, das tatsächlich überlebensfähiger ist.

Dieses zweite Prinzip heisst Selektion. Es werden die Veränderungen am Erbgut ausgewählt, die zu einer biologischen Überlegenheit führen. Es zeigt sich z.B. daran, dass die heutigen Säugetiere den Sauriern überlegen sind. Die Saurier sind ausgestorben, die Säugetiere leben noch. Möglicherweise geht in irgendeinem Winkel der Erde die Evolution weiter und es entstehen Wesen, die den Säugetieren überlegen sind. Da der Mensch ein Säugetier ist, wird er vielleicht einmal durch ein ihm überlegenes Tier ersetzt und ist zum Aussterben verurteilt.

Die Prinzipien der Evolution gelten auch für unser Wirtschaftsleben. Zwar entstehen neue Produkte wie die Digitalkamera und der Laptop nicht durch Zufall, sondern durch Überlegung. Aber der Markt wirkt wie die Natur. Der Bessere überlebt, die Firmen, die schlechtere Produkte anbieten, verschwinden. Wenn die Prinzipien von Mutation und Selektion, d.h. von zufälligen Änderungen und der Auslese, die der Überlebenskampf bewirkt, meine Existenz erklären, dann bin ich erst einmal ein Produkt des Zufalls. Dann sollte ich auch alles weitere Fragen einstellen.
Ich sollte mich nicht mehr so wichtig nehmen. Ob mein Leben gelingt oder nicht, hängt dann letztlich auch nur von Zufällen ab. Vor allem ist die Frage, ob mein Leben irgendeinen Sinn haben könnte, überflüssig.

Überlebensfähiger: Eine Rassentheorie oder ein Rechtsstaat
Wenn die Evolutionstheorie die letzte Erklärung liefert, dann ist das einzige, worauf es ankommt, der Kampf ums Überleben und dass der Nachwuchs vielleicht noch überlebensfähiger wird als ich es schon bin.
Das Prinzip des Überlebens führt dann notwendig zu einer Politik, wie sie z.B. die Nationalsozialisten umgesetzt haben. Konkurrierende biologische Rassen, die das Überleben meiner Rasse gefährden, müssen bekämpft und nach Möglichkeit ausgemerzt werden. Das würde auch für Tierarten, die dem Menschen einmal überlegen sein werden, gelten. Sie müssen um des Überlebens der eigenen Rasse willen bekämpft und vernichtet werden.
Unter der Herrschaft des Nationalsozialismus galten die Menschenrechte nichts. Wenn das System das Erbgut einer Menschengruppe für unzureichend, oder sogar für schädlich in dem Sinne erklärte, dass das Erbgut die arische Rasse beeinträchtige, dann konnten diese Menschen umgebracht werden. Juden und Zigeuner hatten nach Ansicht der Nationalsozialisten kein gutes Erbgut. Aber auch der einzelne, der über ein gutes Erbgut verfügte, war in seinen Rechten nicht gesichert, wenn er sich den Herrschenden widersetzte. Dann beeinträchtigte er den Siegeszug der arischen Rasse und musste ebenfalls ausgemerzt werden. Der Nationalsozialismus folgte in seiner Rassentheorie dem Prinzip der Selektion.

Da der Nationalsozialismus die Prinzipien der Evolutionstheorie angewandt hatte, musste er sich auch selbst als überlebensfähiger erweisen. War er aber tatsächlich erfolgreicher als die Demokratien, die ihn schlussendlich überwunden haben?

Die Kriegsforschung hat inzwischen herausgefunden, dass Demokratien deshalb überlebensfähiger sind und daher auch Kriege gewinnen, weil sie schneller aus Fehlern lernen, als Regime, die einer Ideologie verpflichtet sind.
Diese autoritären Regime folgen ihrer Ideologie gerade dann, wenn ihnen die Wirklichkeit einen anderen Weg zeigt.
Weiter haben Historiker aufgezeigt, dass der Nationalsozialismus in Wissenschaft und Technik gar nicht soviel Neues auf die Beine gestellt hat, sondern von den Forschungen und Erfindungen profitierte, die in den Jahrzehnten vor seiner Machtergreifung gemacht wurden. Für die Forschung, wie auch für Erfindungen bieten Staaten, in denen eine größere Freiheit herrscht und die weniger von einer Ideologie bestimmt sind, bessere Voraussetzungen.

Der Nationalsozialismus hat zu einer noch weit bedeutsameren Einsicht geführt. Das Recht steht über der Macht. Ein Volk ist überlebensfähiger, wenn es sich dem Recht unterwirft. Das Recht basiert jedoch nicht auf der Überlegenheit einer Rasse oder einer Menschengruppe, sondern auf der Übereinkunft, sich an die Prinzipien des Rechts zu halten, auch wenn es gegen den eigenen kurzfristigen Vorteil ist.
Auf lange Sicht macht eine Rechtsordnung ein Volk überlebensfähiger, obwohl sie den Schwächeren schützt und so dem weniger Überlebensfähigen ein Daseinsrecht sichert.
Eine Rechtsordnung entsteht auch nicht nach dem Zufallsprinzip, sondern durch Überlegung. Damit eine Rechtsordnung wirken kann, muss sie von den Mitgliedern der Rechtsgemeinschaft akzeptiert werden. Das ist nur dann der Fall, wenn die Mitglieder dieser Gemeinschaft die Bestimmungen der Rechtsordnung als sinnvoll erkennen können.

Die Erfahrungen der deutschen Geschichte zeigen, dass ein Volk in den Niedergang geführt wird, wenn das Prinzip von Zufall und Auslese des Überlebensfähigeren konsequent angewendet wird. Wir können es an all den Ländern verfolgen, die über keine akzeptierte Rechtsordnung verfügen. Wenn das Recht nicht akzeptiert wird, wenden die Bürger Gewalt an, um das zu bekommen, was ihnen zuzustehen scheint.
Wenn Gewalt herrscht, dann gibt es keine Demokratie, weil Demokratie auf der Anerkennung einer Rechtsordnung basiert. Der Verlierer einer Wahl muss freiwillig, ohne eigene Milizen gegen den Gewinner der Wahl einzusetzen, zurücktreten.

Der Mensch ist nur erklärbar, wenn es in der Evolution ein Prinzip der Höherentwicklung gibt
Eine Rechtsordnung verlangt, dass die Bürger sich verständigen können. Daher setzt sie Sprache voraus. Sprache wurde bereits bei den griechischen Philosophen als das Merkmal angesehen, das den Menschen vom Tier unterscheidet.
Zwar gibt es bei Tieren, die in Rudeln, oder in sog. Ameisenstaaten zusammenleben, auch ein abgestimmtes Verhalten. Jedoch liegt diesen Rudeln und Staaten kein Rechtsverständnis zu Grunde, auf das sich die Mitglieder eines Rudels verständigt hätten. Anders der Mensch.
Er wird in eine Gemeinschaft hineingeboren, die sich selbst eine Ordnung gibt und sich über die Sprache verständigen kann. Damit ist er den Tieren überlegen.

Allerdings kommt diese Überlegenheit nicht durch Zufall zustande, sondern durch Überlegung. Daraus folgt, dass der Mensch seinen Ursprung im Geistigen, in dem, was er mit der Sprache mitteilen und verstehen kann, suchen muss.
Das Geistige begegnet dem Menschen in seiner Freiheit, denn diese verlangt, dass er nicht irgendwelchen Instinkten oder Moden folgt, sondern sein Leben in die Hand nimmt, indem er über den Kurs seines Lebensschiffes selbst entscheidet. Freiheit und Einmaligkeit

Weiter ist deutlich, dass Zufall und Auslese, Mutation und Selektion nicht erklären können, wieso die Menschen sich eine Rechtsordnung geben und sich mittels der Sprache verständigen. Neben den Prinzipien der Mutation und Selektion muss noch ein weiteres Prinzip angenommen werden, nämlich die Höherentwicklung.

Diese kann nicht nur darin bestehen, dass immer neue Tier- und Pflanzenarten entstehen, die ihren Vorfahren überlegen sind. Die Entwicklung zielt auf ein geistiges Wesen, das nicht mehr nur von Instinkten gesteuert ist, sondern sich selbst zu steuern vermag, weil es frei ist. Dieses geistige Wesen steht unter dem unbedingten Auftrag, ohne Wenn und Aber sein Leben in die Hand zunehmen und die Freiheit der anderen unbedingt, d.h. ohne Einschränkung, zu achten.
Aus der Freiheit leitet sich die unbedingte Würde jedes einzelnen ab, die der Stärkere achten muss.

Diese Würde ist die Basis unserer Rechtsordnung. Genau auf den Fundamenten von Menschenwürde und den Freiheitsrechten des einzelnen baut das Grundgesetz der Bundesrepublik auf. Sinn der Freiheit

Zusammenfassung
Wir stehen vor der Frage, ob wir aus einem geistigen Prinzip herstammen, oder nur ein besonders komplexes Stück Materie sind.
Sind wir nur Materie, müssen wir uns nicht den hohen Anforderungen der Freiheit unterwerfen und können alles dem zufälligen Spiel der Biologie und des Marktes überlassen. Dann brauchen wir uns auch nicht an der Frage abarbeiten, was der Sinn unseres Lebens sein könnte.

Kommt unsere Freiheit jedoch aus einem geistigen Prinzip, dann müssen wir im Geistigen die Antwort finden. Das haben die Menschen auch mit Hilfe der Philosophie und der Religion versucht. Es ist dann nicht ein bloß zufälliger, sondern eine notwendige Aufgabe, dass wir uns mit dem Wesen des Menschen, den Prinzipien des Geistigen und vor allem mit der Freiheit auseinandersetzen. Denn durch unsere Freiheit bestimmen wir nicht nur den Kurs unseres Lebensschiffes, sondern was der Sinn unseres Lebens sein soll.
Da das Geistige im Menschen durch die Freiheit am tiefsten begründet ist, entscheidet der Mensch auch über die Weltanschauung, der er folgt und die dann auch bestimmt, wie er sein Lebensschiff steuert. Jeder einzelne muss sich darüber klar werden, ob er der Lebenssicht folgt, die er durch die Medien und den eigenen Freundeskreis nahe gelegt bekommt, oder ob er selbst entscheidet, nach welchem Kompass er sein Lebensschiff steuern will.
Es muss Kriterien geben, nach denen ich die gängige Weltanschauung, in die ich hinein geboren wurde, übernehme. Denn die Verantwortung für meine Weltanschauung habe ich selbst. Orientierung finden



Weitere Fragen
Der Mensch ist aus der Evolution erwachsen.
Beim Menschen kommt jedoch noch mit der Sprache eine geistige Fähigkeit hinzu. Wenn die Evolution auf den Menschen hin läuft, dann muss er für das Ganze des Universums eine Bedeutung haben. Mensch-Kosmos
Die geistige Natur des Menschen erfordert eine genauere Analyse. Gerade das Geistige stellt ihn unter einen hohen Anspruch. Denn nur, wenn der Mensch sich über das alltägliche Überleben hinaus sich Gedanken machen kann, kann er Gott denken.

Fragen für mich


Wie empfinde ich mich eigentlich?

Fühle ich mich als Zufall, als ein Produkt an dessen Stelle auch ein anderes hätte sein können, ohne dass es eine Rolle spielen würde?

Das scheint auch mit meinem Selbstwertgefühl zusammenhängen. - Bin ich mir soviel Wert, wie etwas zufällig entstandenes, oder kann ich in meiner Einmaligkeit nur gewollt sein?


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