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Die Erbschaft des Bösen


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Wie die Konsequenzen nach einer kleinen Lüge…

Wir ahnen es und es bestätigt sich auch:
Eine böse Tat zieht weiteres Schlechte nach sich. In einem Umfeld von Misstrauen, Wut, Aggressivität wird selten etwas Gutes geboren. Ich selbst werde von meinen Bosheiten und Lügen eingeholt. Irgendwann bekomme ich es zurück, wenn ich andere verletzt, meine Überlegenheit ausgespielt, schlecht über andere geredet habe.
Lügen zeigen besonders schnell die Verstrickung ins Böse. Denn wenn ich etwas Falsches gesagt habe, um mir einen kleineren oder größeren Vorteil zu sichern oder von einer schlechten Tat abzulenken, muss ich bei der Lüge bleiben. Ich kann nicht einfach zur Wahrheit zurückkehren, denn dann würde ja meine Lüge auffliegen. Kommt es dann heraus, dass ich gelogen habe, verliere ich das Vertrauen der anderen. Denn diese wissen nicht, ob ich gerade mal die Wahrheit sage oder vielleicht wieder etwas vorgebe, was doch nicht stimmt.

Auch wenn wir uns über die eigenen Untaten hinwegzusetzen versuchen und glauben, das Leben ginge normal weiter, in einer tieferen Schicht wissen die Menschen, dass sich täglich der Berg des Bösen weiter aufschichtet.
Wir wissen auch, dass wir diesen Berg nicht wirklich abtragen können. Eine der Wurzeln des Religiösen ist die Ahnung, dass wir Menschen die Folgen des Bösen nicht aus der Geschichte heraustragen können.

Aber warum lässt Gott es zu, dass das Böse eine solche Wirkung in jede menschliche Biographie und in das Ganze der menschlichen Geschichte hinein entwickeln kann? Ist es die Sexualität, die der Mensch mit dem Biss in den Apfel entdeckt und die ihm den Tod gebracht hat?

Warum war der Biss in den Äpfel tödlich?
Der Mensch muss sich erklären, wie der Tod in die Welt kommt. Dass wir sterben müssen, das wissen wir nicht einfach natürlich, so wie wir Hunger, Kälte und Wärme spüren. Als Kinder und junge Menschen leben wir ja so, als würde das Leben ständig weiter gehen.
Wir erleben aber, wie Tiere und Menschen sterben und erkennen irgendwann mit Schrecken, dass auch wir einmal diesen Weg gehen müssen. Wie kommt der Tod in die Welt? Dazu erzählen sich die Völker Mythen, denn es muss ja jedem Mitglied der Gesellschaft erklärt werden, warum er, warum sie sterben müssen. Eine Weltanschauung, die diese Frage übergeht, kann auch das übrige Leben nicht angemessen erklären.

Dass das Sterbenmüssen mit den bösen Taten zu tun hat, liegt nahe. Jedoch besagt der Tod nicht unbedingt, dass er Strafe für böses Tun sein muss.
Die Geschichte vom Paradiesesapfel, die in ähnlicher Weise in vielen Kulturen erzählt wird, nimmt den Apfel als Bild für die Sexualität. Der Biss besagt, dass der Mensch seine Sexualität entdeckt und ausprobieren wird. Damit kommt er dem Kern des Lebens noch viel näher. Denn so wohltuend Sexualität erlebt wird, sie rührt an das Geheimnis des Lebens und hat daher mit dem Tod zu tun.
Denn auch ohne ein Schuldig-werden des Menschen führt die Sexualität deshalb notwendig in den Tod, weil die Elterngeneration der Nachwachsenden nicht nur Haus und Hof übergeben, sondern ganz abtreten muss, damit die nächste und übernächste Generation Platz zum Leben bekommt.
In der Paradieseserzählung der Bibel wie in vielen ähnlichen Mythen, die rund um den Erdball erzählt werden, verbindet sich die Entdeckung der Sexualität mit Schuldmotiven. Die Schuld hat ihren Ursprung jedoch nicht in der Sexualität.
Ursprung des Bösen.
Damit wird erklärt, dass wir nicht mehr im Paradies leben, denn die Schuld entwurzelt uns und macht uns heimatlos. Wir müssen den Ort fliehen, der durch unsere bösen Taten verunstaltet ist.

Das Rätsel des Bösen
Die mythische Geschichte vom Sündenfall macht einige Andeutungen zum Ursprung des Bösen. Die Schlange will den Menschen von Gott abbringen. Sie zwingt den Menschen nicht zum Bösen, sondern sie verführt ihn. Zwar erleben wir das Böse oft in der Gestalt nackter Gewalt, aber es ist eher wie eine Schlingpflanze, die uns langsam einwickelt und damit unserer Freiheit beraubt.

Auch führt das Böse zum Tode, ist der Zahn der Schlange doch eine Giftspritze. Gott lässt die Schlange gewähren. Aber anders als viele Religionen hat das Böse in der Bibel keine göttliche Substanz. Es gibt keinen Gegengott, kein göttliches Prinzip des Bösen. Gott steht über der Schlange
Aber auf den weiteren Seiten der Bibel zeigt sich, wie das Böse den Menschen immer mehr erfasst. Die Geschichte vom Sündenfall beinhaltet nämlich eine weitere tiefe Einsicht: Der Mensch ist aus sich heraus nicht fähig, das Böse in Schach zu halten. Lässt er sich mit dem Bösen ein, wird es ihn überwältigen, so wie es die Geschichte von Kain und Abel dann zeigen wird. Kain tötet seinen Bruder. Auch das lässt Gott zu und schützt zugleich Kain. Die anderen dürfen Kain nicht umbringen.

Bis auf den heutigen Tag ist es so, dass Gott das Böse gewähren lässt und damit die schuldhafte Seite des Todes. Der Tod ist nicht nur biologisches Faktum, sondern wird von den verschiedenen Kulturen auch als Strafe verstanden. Nur der, der sein Leben aufgeräumt und sich seiner Schuld gestellt hat, kann ruhig auf den Tod zugehen. So gut wir das Böse kennen und es in Romanen, Filmen, durch Psychologen und Philosophen erforscht worden ist, den Ursprung des Bösen verstehen wir nicht. Wir Menschen wissen nicht, woher das Böse kommt und wir wissen auch nicht, warum Gott es zulässt.
Wir wissen nur, dass Gott das Böse im Griff halten kann und dass das Böse nicht die Kraft hat, Gott zu überwältigen.
Weil das Böse so unergründlich ist, gibt es seit Jahrhunderten die Debatte um die Rechtfertigung Gottes angesichts des Bösen in der Welt. Man spricht dabei vom  Theodizee - Problem: www.kath.de/lexikon/philosophie_theologie/theodizee.php
Die Frage ist nur insofern durch Gott beantwortet, als sein Messias die Spirale des Mobbing für die außer Kraft gesetzt hat, die ihm auf diesem Wege folgen.
Dynamik des Bösen

Zusammenfassung
Böses Handeln hat, genauso wie gute Taten, Konsequenzen.
Es gebiert notwendig aus sich selbst Schlechtes. Deshalb stehen wir Menschen in einer Tradition des Bösen.
Es ist auch keine Aussicht, dass der Mensch jemals den Berg des Bösen abtragen könnte. Das Böse ist insofern mit dem Tod verbunden, weil der Mensch mit seinen bösen Handlungen sich schuldig fühlt und den Tod als Strafe erlebt und deshalb auch auf die Idee der Todesstrafe kommen konnte.
Der Tod selbst ist biologisch notwendig, denn mit  Entdeckung der Sexualität muss der Mensch den nächsten Generationen Platz machen.

Weiterführende Überlegungen

Jesus hat durch die Weise, wie er seine Verurteilung und seine Hinrichtung ertragen hat, dem Bösen seien Wirkkraft entzogen. Dynamik des Bösen. Trotzdem muss sich der Mensch mit dem Bösen auseinandersetzen.

Ein Grund könnte darin liegen, dass wir das Gute nur erkennen können, wenn wir mit dem Bösen konfrontiert wurden. Denn ohne das Böse wäre das Gute nur „richtig“. Diese Auseinandersetzung spielt sich weniger auf der Ebene des Verstandes als auf der der Gefühle ab.

Fragen an den Begleiter

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