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Jesaja 52, 13-53

Die Deutung des Leidens als Befreiung für andere ist bereits im Alten Testament vorgezeichnet ist, im sog. vierten Lied vom Gottesknecht:

Seht, mein Knecht hat Erfolg, er wird groß sein und hoch erhaben.

Viele haben sich über ihn entsetzt, denn er sah entstellt aus, nicht wie ein Mensch, seine Gestalt war nicht mehr die eines Menschen.
Jetzt aber setzt er viele Völker in Staunen, Könige müssen vor ihm verstummen.

Denn wovon ihnen kein Mensch je erzählt hat, das sehen sie nun;
was sie niemals hörten, das erfahren sie jetzt.
Wer hat geglaubt, was uns berichtet wurde?
Die Hand des Herrn - wer hat ihr Wirken erkannt?

Vor den Augen des Herrn wuchs er auf wie ein junger Spross,
wie der Trieb einer Wurzel aus trockenem Boden.
Er hatte keine schöne und edle Gestalt, und niemand von uns blickte ihn an.
Er sah nicht so aus, dass er unser Gefallen erregte.
Er wurde verachtet und von den Menschen gemieden,
ein Mann voller Schmerzen, mit der Krankheit vertraut.

Wie ein Mensch, vor dem man das Gesicht verhüllt,
war er bei uns verfemt und verachtet.
Aber er hat unsere Krankheiten getragen
und unsere Schmerzen auf sich genommen.
Wir meinten, er sei vom Unheil getroffen,
von Gott gebeugt und geschlagen.

Doch er wurde durchbohrt wegen unserer Verbrechen,
wegen unserer Sünden misshandelts.
Weil die Strafe auf ihm lag, sind wir gerettet,
durch seine Wunden sind wir geheilt.
Wir hatten uns alle verirrt wie die Schafe, jeder ging für sich seinen Weg.

Doch der Herr warf all unsere Sünden auf ihn.
Er wurde geplagt und niedergedrückt, aber er tat seinen Mund nicht auf.
Wie ein Lamm, das man wegführt, um es zu schlachten,
und wie ein Schaf, das verstummt, wenn man es schert,
so tat auch er seinen Mund nicht auf.

Durch Haft und Gericht kam er ums Leben,
doch wen kümmerte sein Geschick?
Er wurde aus dem Land der Lebenden verstoßen
und wegen der Verbrechen seines Volkes getötet.

Bei den Gottlosen gab man ihm sein Grab,
bei den Verbrechern seine Ruhestätte,
obwohl er kein Unrecht getan hat,
und aus seinem Mund kein unwahres Wort kam.
Doch der Herr fand Gefallen an seinem misshandelten (Knecht),
er rettete den, der sein Leben als Sühneopfer hingab.

Er wird lange leben und viele Nachkommen sehen.
Durch ihn setzt der Wille des Herrn sich durch.
Nachdem er so vieles ertrug, erblickt er wieder das Licht
und wird erfüllt von Erkenntnis.

Mein Knecht ist gerecht, darum macht er viele gerecht;
er nimmt ihre Schuld auf sich.
Deshalb gebe ich ihm seinen Anteil unter den Großen
und mit den Mächtigen teilt er die Beute;
denn er gab sein Leben hin und wurde zu den Verbrechern gerechnet.
Er trug die Sünden von vielen und trat für die Schuldigen ein.

Die Dynamik des Bösen


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Vom Läster-Opfer bis zum Menschen-Opfer

Wenn wir uns mit Bekannten, Freunden, Kollegen und Kolleginnen über andere Menschen unterhalten, geht es meist nicht um deren guten Seiten. Vielmehr sprechen wir das Negative durch, was sie Spitzes gesagt hat, was er mal wieder nicht erledigt hat, wo sie schlecht über eine andere geredet hat, dass er eine Dreckspur zurückgelassen hat, dass ein Kunde sich über den Kollegen beschwert hat usw.

In solchen Gesprächen versuchen wir, den Ärger loszuwerden, der sich angestaut hat. Da ich es aber der Person nicht direkt sagen kann - das gehört sich ja nicht, ich könnte mich damit unbeliebt machen - bleiben die Verärgerungen im Halbdunkel und wirken in diesem Raum fort. Denn die anderen, die mir zugehört haben, bekommen ein schlechtes Bild von der Kollegin, dem Vereinsmitglied, dem Nachbarn.
Um mit den täglichen Verärgerungen fertig zu werden, genügt es meistens, sich auf diese Weise zu entlasten, so dass ich am nächsten Tag wieder mit Elan an die Arbeit gehen kann. Wenn es aber nicht genügt, einem anderen meinen Ärger erzählt zu haben, dann wächst der Mißmut und die Stimmung wird immer schlechter. Wenn ich morgens zur Arbeit fahre, weiß ich schon, auf welche Stimmung ich treffe.
Ähnlich kann es im Verein oder in einer WG sein. Wenn sich nichts mehr zu ändern scheint, dann muss eine andere Lösung gefunden werden.

Mobbing oder der Sündenbock-Mechanismus

Die normale Dynamik von Gruppen, Teams, Haus- und Dorfgemeinschaften läuft darauf hinaus, dass sich immer mehr Verärgerungen, Mißlichkeiten, gegenseitige Verletzungen ansammeln und die Stimmung nach unten ziehen. Niemandem macht es mehr Spaß.
Ist meine Umwelt negativ getönt ist, bin auch ich versucht, für mein Unbehagen, für meine schlechte Laune, meine kleinen und großen Misserfolge andere verantwortlich zu machen. Wenn es keine rituelle Bereinigung der schlechten Stimmung gibt, wie sie der Karneval und die Bußzeiten der Kirche darstellen, dann muss sich eine Gruppe wie auch ein Team einen anderen Ausweg suchen.

Der besteht entweder darin, dass man auseinander geht oder dass die Gruppe, die Nachbarschaft, die Abteilung sich jemanden aussucht, auf den sie den Ärger abladen und diese Person mit dem auf sie gesammelten Ärger „in die Wüste schicken“ kann. Ist die Person ausgestoßen, fühlen sich die Zurückgebliebenen entlastet, die Luft ist anders, man kann wieder atmen und hat ein neues Gefühl der Zusammengehörigkeit.
Es ist wie bei einem Erfolg, dem Gewinn eines Pokals, nach einem gelungenen Fest: Die Erfahrung, etwas gemeinsam zustande gebracht zu haben, führt zu einer größeren Verbundenheit untereinander. Der Mechanismus wird bereits in der Bibel als die Austreibung eines Sündenbocks beschrieben. Im Buch Levitikus, in dem vor allem die Kultgesetze gesammelt sind, lesen wir im 16. Kapitel:

„Aaron soll den lebenden Bock herbeibringen, er soll seine beiden Hände auf den Kopf des lebenden Bockes legen und über ihm alle Sünden der Israeliten, alle ihre Frevel und alle ihre Fehler bekennen. Nachdem er sie so auf den Kopf des Bockes geladen hat, soll er ihn durch einen bereitstehenden Mann in die Wüste treiben lassen und der Bock soll alle ihre Sünden mit sich in die Einöde tragen.“ Verse 20 -22

Was an der rituellen Austreibung des Bösen auffällt, ist die Übertragung auf ein Tier. Nicht ein Mensch wird ausgestoßen, sondern ein Tier wird zum stellvertretenden Opfer.
Wird beim Mobbing ein Mensch zum Opfer gemacht, damit die Mißstimmung aus der Gruppe, dem Team ausgetrieben wird, ist es im Ritus ein Tier. Wie läuft die Opferhandlung in einem Mobbing ab?

Überwindung der Menschenopfer
Wenn ein Mobbingprozess in meinem direkten Umfeld in Gang kommt, kann ich mich selten der Dynamik entziehen. Denn wenn ich nicht mit mache, gerate ich bei den Betreibern des Mobbings in ein schlechtes Licht und sie könnten mich auswählen als den, der ausgestoßen werden muss.

Ich bin also garnicht frei, mich herauszuhalten oder mich gar für den Kollegen, die Kollegin einzusetzen. Nun könnte man sagen, dass es so oft ja gar nicht vorkommt. Aber sind die Ausstoßung oder Ächtung eines Menschen tatsächlich nur Randphänomene und gehört es nicht zum Zusammenleben unter Menschen, dass immer wieder Opfer produziert werden? Irgendwoher muß die Dynamik kommen, die zu Morden, Attentaten, Kriegen führt.

Offensichtlich gewöhnt sich eine Gruppe, ein Volk, eine Religionsgemeinschaft daran, dass es nun einmal Menschenopfer gibt und dass sie selbst dafür sorgen dürfen, ja sogar müssen, dass andere umgebracht werden. Die Selbstmordattentate sind die raffinierteste Form von Menschenopfern. Junge Männer und Frauen werden als Waffe eingesetzt und mit dem Versprechen in den Tod geschickt, dass sie unmittelbar in das Glück des Himmels versetzt werden.
Aber kann der Mensch Menschenopfer wirklich rechtfertigen und war es nicht sehr viel „humaner“, anstelle eines Menschen einen Ziegenbock in die Wüste zu treiben?

Was sagt das Christentum zu dieser unerbittlichen Dynamik, die zu Mobbing- und überhaupt zu Menschenopfern führt?

Die Opferung Isaaks und der Tod Jesu

Im ersten Buch der Bibel findet sich eine Versuchungsgeschichte, in die Gott selbst den ersten Menschen, den er zu einem persönlichen Glauben berufen hat, führt. Abraham soll seinen Sohn Isaak opfern, weil im damaligen religiösen Verständnis jede Erstgeburt Gott geweiht werden muss, da er das Leben schenkt.

Als Abraham seinen Sohn auf den Opferaltar gebunden hat, greift Gott durch einen Engel ein. Abraham wird davon abgehalten, seinen Sohn zu opfern. Der Engel weist Abraham auf einen Widder hin, der sich mit seinen Hörnern im Gestrüpp verfangen hat. Der Mensch ist also aufgefordert, anstelle der eigenen Kinder Tiere zu opfern. Die Opfer gehen jedoch weiter, auch wenn der Mensch aus dem Kreis der Opfertiere herausgenommen wird. Es gibt jedoch ein Menschenopfer, das Gott selbst zugelassen hat.

Das Opfer, das mit Jesus am Kreuz geschehen ist, unterliegt dem gleichen Mechanismus wie das Mobbing. Das machen die Evangelien an verschiedenen Stellen deutlich. So berichtet Johannes von einer Beratung im höchsten jüdischen Gremium:

„Da beriefen die Hohenpriester und die Pharisäer eine Versammlung des Hohen Rates ein. Sie sagten: Was sollen wir tun? Dieser Mensch tut viele Zeichen. Wenn wir ihn gewähren lassen, werden alle an ihn glauben. Dann werden die Römer kommen und uns die heilige Stätte und das Volk nehmen.
Einer von ihnen, Kajaphas, der Hohepriester jener Jahre, sagte zu ihnen: Ihr versteht überhaupt nichts. Ihr bedenkt nicht, dass es besser für euch ist, wenn ein einziger Mensch für das Volk stirbt, als wenn das ganze Volk zugrunde geht. Das sagte er nicht aus sich selbst, sondern weil er der Hohepriester jenes Jahres war, sagte er aus prophetischer Eingebung, dass Jesus für das Volk sterben werde.
Aber er sollte nicht nur für das Volk sterben, sondern auch, um die versprengten Kinder Gottes wieder zu sammeln. Von diesem Tag an waren sie entschlossen, ihn zu töten.“ Johannes, Kap.11, 47-53

In dem jüdischen Gremium wird das Opfer Jesu damit gerechtfertigt, dass auf diese Weise ein Aufstand verhindert werden kann. Damit bekommt die römische Besatzungsmacht keine Handhabe, noch schärfer gegen die jüdische Bevölkerung vorzugehen.
Das Ganze geschieht in einem Umfeld politischer Anspannung und Enttäuschung. Israel ist, obwohl es seinen Gott verehrt und viele sich um religiöse Vollkommenheit bemühen, unter Fremdherrschaft geraten. Gott scheint sein Volk vergessen zu haben. Es gibt Widerstandskämpfer, die Zeloten. Einige der Jünger Jesu stammen aus dieser Bewegung.

Jesus selbst hatte die Hoffnung geweckt, er würde ein politisches Mandat übernehmen. Er hat sich aber entzogen.
Jesus hat die angespannte Situation und die Kritik an seiner Person erkannt und sich aus dem jüdischen Gebiet in den heutigen Libanon zurückgezogen. Er ist aber dann doch nach Jerusalem zum jüdischen Passahfest gegangen. Er hat wohl gehofft, das Ruder herumreißen und die Menschen von der Nähe des Reiches Gottes überzeugen zu können. Das erklärt aber noch nicht, warum Jesus die Marter an sich geschehen lassen hat.

Er hätte sich aus Jerusalem zurückziehen können, um weiter in Galiläa oder in dem benachbarten Ausland zu predigen. Offensichtlich hat Jesus sich ab einem bestimmten Moment der Dynamik seiner Verurteilung ergeben und ist den Weg zum Kreuz gegangen. Er hat das Passahmahl als Abschiedsmahl mit seinen Jüngern gefeiert und ihnen das Mahl als das stärkste Element des Gedächtnisses an ihn anvertraut. In den Deuteworten über Brot und Wein, die in jeder Messe gesprochen werden, hat er Brot und Wein mit seinem Leiden in Beziehung gesetzt.
Im Gebet am Ölberg hat er sich versichert, dass durch seinen Kreuzweg Gott, sein Vater, die Rettung der Menschen erreichen wird.

Den Kreuzweg Jesu verstehen
Wie kann aus einem Menschenopfer die Wende kommen?
Es hat unzählige Kreuzigungen gegeben. Wollte Jesus die Opfer damit legitimieren, oder ist er aus Solidarität mit den vielen unschuldig Hingerichteten den Weg gegangen?

Theologen, so der Engländer Anselm von Canterbury im 12. Jahrhundert, haben das Kreuz Jesu als Gott wohlgefälliges Opfer gedeutet und sind missverstanden worden, als ob Gott dieses Opfer seines Sohnes verlangt hätte.
Diese Deutung hat zu einem Teil die Kreuzesverehrung bis heute geprägt. Aber sie findet sich nicht im Neuen Testament.

Wohl sagen Paulus und andere Texte, dass es die Sünde der Menschen war, die den Unschuldigen ans Kreuz gebracht hat. Das ist bei jedem Mobbingprozess und bei den vielen Menschenopfern, die täglich vollzogen werden, der Fall.

Der Theologe Raymund Schwager deutet den Kreuzweg Jesu im Anschluß an den französischen Ethnologen René Girard als bewusste Überwindung des Sündenbockmechanismus. Jesus hat, wie die Evangelisten es zeigen, das Mobbing ertragen. Das wird in der Szene nach der Geißelung deutlich.
Pilatus führt den zerschlagenen jungen Mann den Vertretern der Juden vor, in der Erwartung, dass es damit genug sein könne, zumal Jesus die Tortur der Geißelung nur als Krüppel würde überleben können.
Aber die Vertreter der Juden fordern nicht etwa seine Begnadigung, sondern seinen Tod. Erst der Tod des Opfers bringt die Erleichterung von den eigenen Enttäuschungen und der daraus folgenden Mißstimmung.
Jesus wäre wie viele andere längst vergessen, hätten seine Jünger nicht nach dem jüdischen Pfingstfest plötzlich angefangen, seine Botschaft zu verbreiten. Aus ihrer Grundstimmung wird deutlich, was der Tod Jesu bewirkt hat.

Die Überwindung von Hass und Rache
Die normale Reaktion der Anhänger Jesu hätte darin bestehen müssen, die jüdische Obrigkeit anzuklagen und den Tod ihres Meisters zu rächen.
Stattdessen treten Petrus und die anderen mit einem Versöhnungsangebot auf. Sie richten im Auftrag Gottes das Einladung aus, sich zu Jesus zu bekehren, seiner Botschaft vom anbrechenden Reich Gottes zu trauen.
Später wird der Brief an die Hebräer, also an die Juden, aufzeigen, dass mit der Kreuzigung Jesu die Opfer beendet sind. Es gibt keine Opfer mehr, die das Opfer Jesu überflüssig machen bzw. überholen könnten. Mit seinem Kreuzweg hat Jesus die Spirale von Gewalt und Gegengewalt überwunden.

Seine Jünger und die vielen in den folgenden Jahrhunderten, die seinen Auftrag zur Feindesliebe verstanden haben, konnten die Gefühle der Verbitterung und Rache überwinden. Jesu hat den Sündenbockmechanismus außer Kraft gesetzt, zwar noch nicht endgültig, aber doch im Kern. Deshalb sprechen seine Anhänger von einer frohen Botschaft: Niemand ist mehr zu Gewalt und Rache verpflichtet. Das ist die wirkliche Befreiung der Freiheit von ihrer tiefsten Bedrohung.

Die Jünger Jesu haben bei der Rückschau auf die Worte Jesu und sein Verhalten viele Anhaltspunkte zur Deutung des Kreuzweges gefunden. Es wird in den Evangelien auch offen bekannt, dass Petrus und die anderen die Ankündigungen Jesu von seinem schmerzlichen Sterben nicht verstanden haben.
Eine weitere Deutung fanden die Jünger in der jüdischen Bibel, um den für sie so schwer verständlichen Weg Jesu als Ausweg aus der Spirale von Gewalt und Rache zu erkennen: im Buch des Propheten Jesaja finden sich vier Lieder von einem Gottesknecht. Das vierte beschreibt den Weg Jesu und die Reaktion Gottes so wie die Jünger den letzten Weg Jesu erlebt haben.

Zusammenfassung
Unter Menschen entstehen aus vielen kleinen Verletzungen, Enttäuschungen, Mißhelligkeiten Gefühle des Misstrauens, Stimmungstiefs, die abgebaut werden müssen. Dazu dienen die vielen Gespräche über das, was andere alles falsch gemacht, wo sie sich falsch verhalten haben, wo sie mich verletzt haben.

Der angestaute Mißmut muss heraus geschafft werden, damit die Gruppe, das Team wieder frei atmen können. Wenn ein Sündenbock gefunden ist, auf den man alle schlechten Gefühle laden und ihn dann vertreiben kann, fühlt sich die Gruppe von der inneren Unzufriedenheit erlöst. Der Sündenbock, das Mobbingopfer, nimmt alles Schlechte mit und wird damit zum Opfer.
Der Sündenbockmechanismus erklärt die vielen Menschenopfer, die täglich gebracht werden. Der Sündenbock kann aber nicht auf Dauer die Gruppe vor interner Missstimmung bewahren.
Brauen sich wieder Unzufriedenheit, Ärger, aus Misserfolgen erwachsende Enttäuschungen zusammen, muss ein neues Opfer gefunden werden. Auch die Verurteilung, die Geißelung und der Kreuzweg Jesu stellen die Austreibung eines Sündenbocks dar. Jesus hat diesen Mechanismus durchschaut und ihn durch sein Leiden innerlich überwunden. Das wird an den fehlenden Rachegefühlen seiner Anhänger deutlich und in der Interpretation seines Leidens durch die Evangelien und die neutestamentlichen Briefe.

Weiterführung
Das Kreuz ist nicht das Ende der Geschichte von Jesus. Vor allem ist es nicht der Auslöser der christlichen Predigt von der Erlösung. Für die Anhänger Jesu war nämlich sein Tod erst einmal das Zeichen, dass seine Mission gescheitert war und Gott sich offensichtlich von seinem Messias eingesetzt hat, hat er ihn doch durch Heiden, die Römer, umbringen lassen.
Ohne die Auferstehung Jesu und den Geist, den die Anhänger Jesu am Pfingstfest geschenkt bekamen, ist die Botschaft von der Überwindung der Menschenopfer und der wirklichen Erlösung des Menschen nicht verstehbar. Die zentrale Frage ist: Wie hat Gott auf die Hinrichtung seines Gesandten reagiert. Eigentlich müsste er sein Volk endgültig verstoßen.

Fragen für mich


Gibt es Menschen an meinem Arbeitsplatz / an meiner Uni / an meiner Schule, die als Sündenböcke herhalten müssen?

Wie gehe ich damit um?
Versuche ich sie zu verteidigen oder mache ich besser einfach mit, um nicht auch ein Opfer zu werden?

Wie hat sich die Situation ergeben?
Wo liegen die Wurzeln für Mobbing oder Hass in einem Umfeld?


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