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Vor einer ganzen Reihe von Jahren sagte der ehemalige Ministerpräsident der Sowjetunion Michail Gorbatschow einmal in einem Interview:

Ich möchte betonen: Die Erfahrungen der letzten Lebensjahre veränderten vollkommen meine Vorstellung über das Beten, über dessen kolossalen Einfluss auf die Menschen. Ich wurde in einer religiösen Familie erzogen. Trotzdem wurde ich in meiner Jugend nicht zu einem traditionell gläubigen Menschen. Damit Ihre Leser mich versehen: Es geht nicht so sehr um die Erfüllung traditioneller Gebetsregeln am Morgen und am Abend, obwohl auch darin ein großer Sinn besteht. Es geht um das Bewusstsein eines inneren Seelenzustandes, bei dem sich der Mensch seiner Liebe zu Gott und der Liebe Gottes zu ihm selbst erfreut.

Fast atemberaubende Worte von jemandem, der der Chef eines atheistisch ausgerichteten Partei und Staates und wesentlich an den großen politischen Umwälzungen beteiligt gewesen war.

Willi Lambert S.J.

Beten - und wie?

(c) Christian Wode


Offensichtlich interessiert - oder?

Sie sind offensichtlich am „Thema Beten“ interessiert, sonst wären Sie nicht auf dieser Internet-Seite gelandet. -  Warum Sie sich wohl dafür interessieren? Ob Sie sich Hilfe in einer Not und Licht in einer inneren Dunkelheit versprechen? Ob Sie Kontakt zu Gott suchen? -  Wir kennen Ihre Antwort nicht, hoffen aber, dass Sie gute Anregungen zum Beten und für Ihr Suchen finden werden.


Was ist Beten für mich?


Wer sich für Wege zum Beten interessiert, der tut gut daran, sich selber zunächst zu fragen:

Wie komme ich dazu, mich jetzt – wieder oder erstmals – mit dem Beten zu befassen?

Was für eine Rolle spielte und spielt Beten in meinem Leben als Kind, als Jugendlicher als Erwachsener?

Welche Erfahrungen habe ich damit gemacht?

Welche Fragen bedrängen mich?

Was erhoffe und verspreche ich mir von Anregungen zum Beten?

Es ist wichtig sich diese Fragen immer wieder einmal vor Augen zu halten. Sie können etwas wie ein Leitstrahl und eine bleibende Motivation sein.


Beten ist wie…

Es gibt viele Worte und Bilder und Definitionen, was denn Gebet sei:
Beten ist für mich wie ein tiefes Aufatmen, wie ein Aufschrei, wie ein Tasten nach Gott, wie ein Daheimsein, wie eine ins All ausgespannte Antenne, wie ein leises inneres Sprechen in der Mitte meines Herzens, wie das Atmen der Seele, wie ein großes Warten – oft ohne Antwort?!


Die großen Definitionen sind diesen einfachen Bildworten nicht fern:

•    „Beten ist die Erhebung der Seele zu Gott oder eine an Gott gerichtete Bitte um die rechten Güter“ (Johannes von Damaskus + 750)

•    „Gebet ist ein Feuer des Herzens, es ist ein einfacher Blick zum Himmel, es ist ein Ausruf der Dankbarkeit und Liebe inmitten der Prüfung und inmitten der Freude“ (Therese von Lisieux)

•    „Gebet ist die liebend auf Gott gerichtete Aufmerksamkeit des Herzens.“ (Charles de Foucauld)

•    „Punkte des Bewusstseins Seines Daseins setzen.“ (Madleine Delbrêl)



Welche Bilder habe ich für das Beten? Welche Umschreibungen?

Wie mit den Hinweisen der „Wege zum Beten“ umgehen?

•    Ganz einfach: So wie Sie selber spüren, dass es Ihnen hilft.•    Schauen, was Ihnen von der Lektüre von selber nachgeht.•    Einen Hinweis besinnlich lesen und eine Woche lang geistig immer wieder damit umgehen.•    Sich ab und zu eine Notiz machen über das, was sich beim Suchen zeigt oder verbirgt.•    Mit jemand andern die Hinweise lesen und darüber sprechen.•    Sich auf’s Beten einlassen, wie es ihnen echt und recht erscheint im Augenblick.•    Vor allem: Vertrauen, dass der Geist selber in uns betet, wie Paulus sagt (Römberbrief 8, 26)Willi Lambert SJ