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Hier einige Texte aus den Paulusbriefen, die bestätigen, dass wir immer und unter allen Umständen zu Gott beten sollen.

Quelle: Wikimedia Commons (Damir Jelic)

1 Kor 10,31 Ob ihr also esst oder trinkt oder etwas anderes tut: Tut alles zur Verherrlichung Gottes!

Phil 4,6 Sorgt euch um nichts, sondern bringt in jeder Lage betend und flehend eure Bitten mit Dank vor Gott!

1 Thess 5,16 Freut euch zu jeder Zeit! 17 Betet ohne Unterlass! 18 Dankt für alles; denn das will Gott von euch, die ihr Christus Jesus gehört.19 Löscht den Geist nicht aus!

1 Tim 2,1 Vor allem fordere ich zu Bitten und Gebeten, zu Fürbitte und Danksagung auf, und zwar für alle Menschen, 2 für die Herrscher und für alle, die Macht ausüben, damit wir in aller Frömmigkeit und Rechtschaffenheit ungestört und ruhig leben können. 3 Das ist recht und gefällt Gott, unserem Retter; 4 er will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen.

Hebr 13,15 Durch ihn also lasst uns Gott allezeit das Opfer des Lobes darbringen, nämlich die Frucht der Lippen, die seinen Namen preisen.

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Darf man beim Beten rauchen?

Nein, natürlich darf man beim Beten nicht rauchen! Umgekehrt ist es allerdings erlaubt. Sie dürfen beim Rauchen beten. Das ist ja klar. Da Sie immer und überall beten dürfen, dürfen Sie es auch beim Rauchen. Na ja, das ist ein alter Witz. Aber wie jeder gute Witz sagt er mehr, als beim ersten Lachen gedacht.

Also zu Recht darf man beim Beten nicht rauchen. Nicht nur heutzutage, wo das Rauchen im öffentlichen Raum fast völlig verboten ist. Nein, schon immer darf man beim Beten man nicht rauchen, weil das ein Mangel an Ehrfurcht ist. Es gehört sich einfach nicht. Denn Gebet soll dem angemessen sein, an den es sich richtet. Wenn ich von Queen Elisabeth empfangen werde, dann gehe ich da auch nicht im Trainingsanzug hin. Wenn ich zu Gott bete, soll ich mir bewusst sein, wem ich gegenübertrete. Und dem Bewusstsein, wem ich gegenübertrete, entspricht das äußere Auftreten. Ich nehme die entsprechende Haltung ein, das ist keine stramme Haltung wie vor einem General, sondern eine dem Beten entsprechende. Also bei uns ist das meist das Hände Falten als Zeichen, dass die Hände nun ruhen. Seltener ist das Erheben der Hände. Das ist eine alte Form. Sie hat die gleiche Bedeutung, weist aber nach oben auf den Himmel als Ort Gottes. Das hält man nicht sehr lange aus. Da gibt es die schöne Geschichte von Mose, der Helfer braucht, um die Hände oben zu halten (vgl. Exodus 17,8-13). Beim Beten stehe ich oder knie ich. In der frühen Kirche hat man sich zum Zeichen der Ehrfurcht oft zu Boden geworfen, wie es heute noch im Karfreitagsgottesdienst die Zelebranten am Beginn des Gottesdienstes tun. Das Sitzen ist für das längere persönliche und stille Beten vorgesehen.

Also wir lernen zweierlei daraus: Gebet fordert zuerst eine innere Haltung von mir. Zuerst also ein Bewusstsein dessen, was ich tue. Darum sagt mir mein Ordensvater Ignatius: „Mach erst mal deine Zigarette aus!“ – Nein, das sagt er nicht. Er sagt, bevor ich ins Gebet gehe, soll ich vorher einen Moment innehalten und überlegen, was ich jetzt beginne. Und dann soll ich das immer gleiche Gebet zu Beginn beten. Hier in meinen Worten: „Guter Gott schenke mir, dass ich nun innerlich ganz auf Dich ausgerichtet bin, dass alle meine Gedanken, alle meine Empfindungen und Gefühle, alle meine Sehnsüchte und Wünsche, alle meine Entschlüsse auf Dich ausgerichtet sind!“ Dieses sich innerlich zu Gott Erheben ist das Wichtigste beim Beten. Darauf kommt es an. Ich kann das nicht nur aus eigener Kraft. Darum bitte ich Gott mir dabei zu helfen.

Und diese innere Haltung wird sich dann als Zweites äußerlich ausdrücken und verleiblichen in einer bestimmten Köperhaltung. Und ich werde mir für mein regelmäßiges längeres Gebet dann auch eine Gebetsecke einrichten: Kerze, Bild, Bibel, ein bestimmter Stuhl oder ein Gebetsschemel. Und dieser Ort wird dann ausstrahlen und sobald Sie sich dann da hinsetzen, wird es leichter sein zu beten. Dann kann es auch rauchen – also manche lieben es, dann Weihrauch zu verbrennen. Weihrauch ist wie die Kerze mit ihrer aufwärts weisenden Flamme Symbol für das Beten als sich zu Gott Erheben. „Wie Weihrauch steige mein Gebet zu dir auf.“ (Ps 141,2)

Ja, damit sind wir dann bei der anderen Wahrheit: selbstverständlich darf ich beim Rauchen beten. Ich bitte jeden Raucher und jede Raucherin (das sind wohl inzwischen mehr als die Männer) sogar herzlich darum – nicht um Weihrauch. Nein, jede/r Raucher/in sollte beim Rauchen beten, denn es ist, wie der Gesundheitsminister sagt lebensgefährlich (und macht schlechten Teint, meine Damen!). Aber Scherz beiseite. Ich muss ja gestehen, dass ich früher selbst geraucht habe, und es hat mir meine Pfeife sehr, sehr gut geschmeckt. Es war ein Hochgenuss und ich muss sagen, dass ich dafür nicht genügend gedankt habe. Aber auch das ist nicht der Grund, warum man beim Rauchen beten darf. Der Grund ist der, den ich oben schon genannt habe. Ich darf immer und überall und unter allen Umständen beten. Immer darf ich mein Herz zu Gott erheben, auch beim Rauchen. Und ich kann dann wirklich genießen und zugleich danken für den Genuss. Das sollte ich übrigens auch beim Essen tun. Gott dankbar sein und allen, die mir das Essen ermöglichen.

Ja, es ist sogar das Ziel des Christseins immer und überall zu danken und immer und überall zu beten. Nicht nur beim Rauchen. Darum gibt es eine Tradition, die das Beten mit dem Atmen verbunden hat. Ich bete dann gar nicht mehr immer bewusst, sondern mit jedem Atemzug. Das Atmen geschieht nur selten bewusst. Rauchen ist dabei gewissermaßen eine Fehlform des Atmens – schädliches Atmen. Wenn Sie einmal das berühmte Buch „Aufrichtige Erzählungen eines russischen Pilgers“ lesen, werden Sie mit dieser Tradition in Berührung kommen. Und vielleicht selbst mit dem Jesus-Gebet beginnen.

Jedenfalls wünsche ich Ihnen, dass Sie aufhören zu rauchen und anfangen zu beten.

16.11.2011

Thomas Gertler SJ

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