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Der Psalm 145 fordert uns auf zum Lob Gottes. Warum sollen wir ihn loben? Weil Gott sorgt und weil Gott hört: 145,18 Der Herr ist allen, die ihn anrufen, nahe, /allen, die zu ihm aufrichtig rufen. 19 Die Wünsche derer, die ihn fürchten, erfüllt er, /er hört ihr Schreien und rettet sie. Gott ist wirklich der, der da ist für uns. Er ist ganz und gar da in jeder Situation und hört uns. Glauben wir das? Es ist eine Herausforderung.

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Ps 145,1 Ich will dich rühmen, mein Gott und König, /und deinen Namen preisen immer und ewig;

2 ich will dich preisen Tag für Tag /und deinen Namen loben immer und ewig.

3 Groß ist der Herr und hoch zu loben, /seine Größe ist unerforschlich.

4 Ein Geschlecht verkünde dem andern den Ruhm deiner Werke /und erzähle von deinen gewaltigen Taten.

5 Sie sollen vom herrlichen Glanz deiner Hoheit reden; /ich will deine Wunder besingen.

6 Sie sollen sprechen von der Gewalt deiner erschreckenden Taten; /ich will von deinen großen Taten berichten.

7 Sie sollen die Erinnerung an deine große Güte wecken /und über deine Gerechtigkeit jubeln.

8 Der Herr ist gnädig und barmherzig, /langmütig und reich an Gnade.

9 Der Herr ist gütig zu allen, /sein Erbarmen waltet über all seinen Werken.

10 Danken sollen dir, Herr, all deine Werke /und deine Frommen dich preisen.

11 Sie sollen von der Herrlichkeit deines Königtums reden, /sollen sprechen von deiner Macht,

12 den Menschen deine machtvollen Taten verkünden /und den herrlichen Glanz deines Königtums.

13 Dein Königtum ist ein Königtum für ewige Zeiten, /deine Herrschaft währt von Geschlecht zu Geschlecht. [Der Herr ist treu in all seinen Worten, /voll Huld in all seinen Taten]

14 Der Herr stützt alle, die fallen, /und richtet alle Gebeugten auf.

15 Aller Augen warten auf dich /und du gibst ihnen Speise zur rechten Zeit.

16 Du öffnest deine Hand /und sättigst alles, was lebt, nach deinem Gefallen.

17 Gerecht ist der Herr in allem, was er tut, /voll Huld in all seinen Werken.

18 Der Herr ist allen, die ihn anrufen, nahe, /allen, die zu ihm aufrichtig rufen.

19 Die Wünsche derer, die ihn fürchten, erfüllt er, /er hört ihr Schreien und rettet sie.

20 Alle, die ihn lieben, behütet der Herr, /doch alle Frevler vernichtet er.

21 Mein Mund verkünde das Lob des Herrn. /Alles, was lebt, preise seinen heiligen Namen immer und ewig!

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Hallo, hörst Du mich?

Es gibt begnadete Zuhörer. Es ist wunderbar, bei einem solchen Menschen zu sitzen. Er hört zu, wirklich. Er ist ganz Ohr. Er ist interessiert an dem, was ich sage. Das macht es mir leicht, immer mehr von mir selbst zu erzählen. Und das wieder hilft mir, mir über mich und die erzählten Fragen und Probleme klarer zu werden. Das ist etwas Wunderbares. Durch das Zuhören des anderen verstehe ich mich selbst besser. Das schafft eine tiefe Gemeinschaft.

Aber es gibt das wohl immer weniger, dass jemand gerne und gut zuhört. Höchstens noch so gut und gerne. Denn lieber will ich ja selber was sagen und gehört werden. Hör doch mal zu! Hey, hör doch mal zu. Nein, er hört nicht. Er ist mit sich beschäftigt. Männer hören einfach nicht zu. Manchmal auch Frauen nicht. Kein Interesse an dem, was der andere da so erzählt. Ja, ich muss zugeben, wenn ich relativ oft ungewollt den Gesprächen im Zug lausche, entweder einer Gruppe, die da unterwegs ist oder jemandem mit seinem Handy, dann bin ich zuweilen erschrocken über die schiere Banalität oder auch das fast hysterische Gieren nach Aufmerksamkeit, das sich in der Stimmhöhe oder der schrillen Story Ausdruck verschafft. Wie soll ich da gern zuhören? Da höre ich nicht gern zu und denke leider nichts Gutes in meinem Herzen.

Lieber als immer nur zuzuhören, will ich selber gehört werden. Hörst Du mich? Wer hört mich? Wer liebt mich so, dass er mir gern zuhört? Nicht nur den belehrenden und erklärenden Worten, die ich so an mir habe und leicht von mir gebe. Wie leicht verfalle ich so in die Attitüde des Lehrers und Erklärers. Das macht auch Spaß. Und es ist schön, wenn ich jemandem was erklären kann und meine Zuhörer mir gern lauschen. Wenn ich ein Aha-Erlebnis auslösen kann.

In welche Redeweise verfallen Sie am leichtesten? Manche sind immer von irgendetwas begeistert und das müssen sie jetzt unbedingt erzählen. Schön. Andere sind Meister des Spotts und der Häme. Nicht schön. Andere können nie genug klagen oder sich beschweren. Auch schwer zu ertragen. Wieder andere quellen über von Witzen und Späßen. Nur nicht zu lange, bitte! Alle Weisen, sich mitzuteilen, möchten eins: Gehört werden.

Hörst Du mich? Hören will gelernt sein. Es gibt den guten Zuhörer, die gute Zuhörerin nicht einfach so. Es erfordert tatsächlich, dass ich von mir selbst weggehe und mich und meine Interessen los lasse. Dass ich nichts erreichen will. Dass ich jetzt nicht selbst rede – auch nicht innerlich für mich. Dass ich offen bin für den anderen, wie er/sie jetzt ist, nicht wie ich ihn oder sie haben möchte. Dass ich wohlgesinnt bin. Also dass ich nicht nur passiv zuhöre, den anderen nur ertrage oder dulde. Nein, aktiv, ermunternd zuhöre. Nicht drängend oder schon wieder besser wissend. Nein, mitgehend mit dem anderen. Und doch ein echtes Gegenüber sein. Nicht, dass ich in den anderen hineinkrieche. Sondern, dass ich wirklich auf das Wort Antwort sein kann.

Wussten Sie schon, dass Gott ein solcher Zuhörer ist? Gott ist ganz Ohr. Wir denken ja manchmal eher, dass Gott ganz Auge ist und alles sieht. Nein, Gott ist ganz Ohr. Nicht wie das Ohr beim großen Lauschangriff. Gott belauscht mich nicht heimlich und gegen meinen Willen. Aber er ist ganz Ohr, wenn ich zu ihm rede. Er lässt mich ausreden. Und er hört meine Bitten. Erhört er sie auch? Ja, er erhört jede Bitte. Er erfüllt sie nicht unbedingt, aber er erhört sie. Ist das schon nicht wieder so ein Trick? Ein Sprachtrick? Erhören, aber nicht erfüllen. Dazu muss ich wohl einen eigenen Impuls schreiben. Denn wie sollte ich denn Gott, den unendlichen, allmächtigen und allwissenden Gott mit meinen Bitten irgendwie beeinflussen können? Jetzt nur so viel: Ich kann es und ich tue es. Wie das geht, weiß Gott allein (und vielleicht der nächste Impuls?). Aber wir dürfen bitten. Wir sollen bitten. Das sagt uns Jesus. Und Gott erhört uns. Er ist ganz Ohr, mehr und besser als der beschriebene gute Zuhörer. Aber das dürfen Sie alles auch von Gott so sagen (Versuchen Sie es mal mit diesem Abschnitt über den guten Zuhörer, das so von Gott zu sagen). Er will in seinem Hören nichts erreichen. Er will nichts von mir. Er will etwas für mich. Er will Gott sein – für mich. Durch sein Hören, verwandle ich mich.

Und noch wichtiger und tröstlicher und beherzigenswerter als die Frage nach der Erhörung meiner Bitten ist darum dies: Mit allem was ich bin, mit allen meinen Bitten und Sehnsüchten, mit all meiner Not, meiner Ohnmacht und Armut, mit meinen inneren Widersprüchen und mit allem, was ich bei mir selbst nicht verstehe, also ganz und gar mit mir selbst und als ich selbst darf ich zu ihm kommen. Meiner tiefsten Sehnsucht darf ich folgen, Ihm nicht immer nur etwas zu sagen – und sei es meine tiefste Bitte – nein, ich darf mich selbst aussprechen, ganz und gar. Und er ist ganz Ohr. Bis nichts mehr zu sagen bleibt. Nur das Schweigen und das Wissen, Er nimmt mich an.

02.11.2011

Dass Sie das Beten so erleben können, wünscht Ihnen
Thomas Gertler SJ

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