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Wenn Jesus dem blinden Bartimäus das Augenlicht wieder schenkt, dann kann er nicht nur wieder sehen wie vorher. Dann sieht er tiefer. Dann erkennt er, dass Gott ihn durch Jesus sehen lässt. Dass dieser Jesus das Licht der Welt ist „und er folgt Jesus auf dem Weg.“ Lassen wir auch dieses Licht in unser Herz und unsere Seele, damit sie licht werden.

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Mk 10, 46 Sie kamen nach Jericho. Als er mit seinen Jüngern und einer großen Menschenmenge Jericho wieder verließ, saß an der Straße ein blinder Bettler, Bartimäus, der Sohn des Timäus.

47 Sobald er hörte, dass es Jesus von Nazaret war, rief er laut: Sohn Davids, Jesus, hab Erbarmen mit mir!

48 Viele wurden ärgerlich und befahlen ihm zu schweigen. Er aber schrie noch viel lauter: Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!

49 Jesus blieb stehen und sagte: Ruft ihn her! Sie riefen den Blinden und sagten zu ihm: Hab nur Mut, steh auf, er ruft dich.

50 Da warf er seinen Mantel weg, sprang auf und lief auf Jesus zu.

51 Und Jesus fragte ihn: Was soll ich dir tun? Der Blinde antwortete: Rabbuni, ich möchte wieder sehen können.

52 Da sagte Jesus zu ihm: Geh! Dein Glaube hat dir geholfen. Im gleichen Augenblick konnte er wieder sehen, und er folgte Jesus auf seinem Weg.

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Unruhig ist unser Herz, unsere Seele

Schon öfter habe ich über den Titel dieser Homepage nachgedacht: Update Seele. – Die Seele „updaten“, wie geht das eigentlich?

Mein Computer bietet mir regelmäßig „Updates“ an. Mit ihrer Hilfe bringe ich gespeicherte Daten oder mögliche Funktionen auf den neuesten Stand. Überholtes oder Überflüssiges wird dabei entfernt bzw. ersetzt, Neues hinzugefügt. Genauso ist es mit meinem Telefonbuch von der Post, das ich jährlich als überarbeitete Neuauflage bekomme, unaufgefordert und kostenlos. „Ihr neues Telefonbuch ist da“, so oder ähnlich lag neulich wieder eine Karte in meinem Hausbriefkasten. Damit gehe ich einfach zum nächsten Postamt und hole mein Exemplar dort ab. Toll! So eine Nachricht wünschte ich mir hin und wieder auch für meine Seele: „Ihr überarbeitetes Exemplar ist da. Kostenlos zur Abholung beim nächsten Seelen-Amt.“

Täglich strömt Mannigfaltiges auf mich ein, was ich bewusst oder unbewusst abspeichere in meinem Fühlen, Denken und Wollen. Oft habe ich das Gefühl, dass so Vieles überholungsbedürftig in meiner Seele ist: ab- oder ungenutzt, störend, unaufgeräumt, überflüssig, eben nicht mehr „up to date“ im Sinne von Stimmigkeit und Ausgewogenheit. Wie kann ich all das erkennen? Wer oder was hilft mir, meine innere Festplatte durchzusehen, um zu unterscheiden, was (noch) wichtig ist, was vielleicht unnötig viel Platz einnimmt, was gleichzeitig an verborgenen Schätzen in den vielen sogenannten Ordnern schlummert, von denen ich regelmäßig brav „Sicherungskopien“ mache?

Entlastend finde ich einen Satz des heiligen Augustinus aus dem 4. Jahrhundert, der sagt, dass unser Herz [unsere Seele] unruhig ist, bis es Ruhe findet in Gott, als Gebet zu finden im „Gotteslob“ unter der Nr. 3, 3. Bezeichnend heißt die katholische Toten- oder Seelenmesse „Requiem“, was sich aus dem Lateinischen von Ruhe oder Rast ableitet. Zu unserem Lebensalltag jedoch gehört eine gesunde Unruhe, die uns wach hält in der Frage, was im jeweiligen Augenblick und aufs Ganze gesehen die Richtung zu einem erfüllten und wahrhaftigen Leben ist. Ignatius von Loyola (16. Jh.) spricht von „Trost“ oder „Misstrost“ als tiefe, anhaltende Gestimmtheit, wenn er nach dem richtigen Weg fragt. Dabei ist eine gesunde (Un-)Ruhe ein wichtiges Kriterium, um die „Geister“ unterscheiden zu können. Mehr dazu findet sich z.B. in dem kleinen Büchlein von Stefan Kiechle, „Sich entscheiden“.

Beim „Update“ im Sinne von „Aufräumen der Seele“ in all ihrer nötigen und unnötigen Unruhe können kleine Dinge im Alltag helfen, zum Beispiel ein Moment der Stille auf einer Park- oder Kirchenbank, ein Musikstück oder Film, die Natur, eine sinnvolle Lektüre (z.B. auch dieser Homepage), ein (Christus-)Bild, eine herzliche Begegnung. Dem inneren Ordnen kann auch ein ehrlicher Tagesrückblick - vielleicht 15 Minuten vor Gott - dienen. Ein Gespräch mit einem vertrauten Menschen kann beim Reflektieren helfen. Auch die Buß- und Versöhnungsgesten im Gottesdienst oder beim Sakramentenempfang bringen die Seele wieder „behutsam an ihren Platz zurück“ (Franz von Sales, s.u.).

Manchmal trifft ein Wort der Heiligen Schrift mitten auf meiner „Festplatte“ eine Leerstelle oder es sprengt ein Knäuel von „Daten“, in die ich mich verwickelt habe – wenn Jesus etwa den Blinden in Jericho, so auch mich, anspricht: Was soll ich dir tun? (Markus-Evangelium 10,51). Oder wie den Psalmisten im Alten Testament erfasst mich ein Staunen: Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst? (Psalm 8,5). Auch ich darf dann mit dem anschließenden Vers weiter beten: Du hast mich mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt! (8,6)

Im Alltag müssen wir Vieles üben, z.B. im Sport, beim Erlernen einer Sprache oder beim Gestalten unserer Beziehungen. Da braucht es oft Geduld, Aufmerksamkeit und Ausdauer, zuweilen Überwindung. So ist es auch beim „Update für die Seele“, bei dem wieder und wieder unsere Ausdauer und Wachsamkeit gefordert ist. Franz von Sales, Bischof im 17. Jahrhundert, würde es heute vielleicht „Update Herz“ nennen, wenn er schreibt:

"Wenn dein Herz wandert oder leidet, bring es behutsam an seinen Platz zurück und versetze es sanft in die Gegenwart deines Herrn. Und selbst, wenn du in deinem Leben nichts getan hast, außer dein Herz zurückzubringen und wieder in die Gegenwart unseres Gottes zu versetzen, obwohl es jedes Mal wieder fortlief, nachdem du es zurückgeholt hattest, dann hast du dein Leben wohl erfüllt"

Franz von Sales

Das ist eine einfache, ganz elementare und doch anspruchsvolle Art des Updatens: mein Herz, meine Seele wieder und wieder zurück in die Gegenwart Gottes zu bringen.

Wirkliche Updates bekommen wir geschenkt - wenn wir wollen und uns auf den Weg machen: Überarbeitete Neuauflage zur Abholung.

DANKE, liebes Postamt. Wie sind nochmal Deine Öffnungszeiten?
DANKE, Gott meines Lebens, bedingungslos, 24 Stunden. 

26.10.2011

Marlies Fricke, Paderborn
Mitglied der Gemeinschaft Christlichen Lebens

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