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Wissen Sie, dass Jesus auch so ein großer Stauner war? Er hat auch öfter mal auf einer Wiese gesessen und auf die Blumen und die Vögel geschaut. Und was sagt er uns da? Er nimmt uns unsere Sorgen weg. So wie das Betrachten der täglichen Wunder uns klar macht: es geschehen Wunder. Der Evangelist Lukas hat es uns aufgeschrieben:

Lk 12,22 Und er sagte zu seinen Jüngern: Deswegen sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben und darum, dass ihr etwas zu essen habt, noch um euren Leib und darum, dass ihr etwas anzuziehen habt.

23 Das Leben ist wichtiger als die Nahrung und der Leib wichtiger als die Kleidung.

24 Seht auf die Raben: Sie säen nicht und ernten nicht, sie haben keinen Speicher und keine Scheune; denn Gott ernährt sie. Wie viel mehr seid ihr wert als die Vögel!

25 Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Zeitspanne verlängern?

26 Wenn ihr nicht einmal etwas so Geringes könnt, warum macht ihr euch dann Sorgen um all das übrige?

27 Seht euch die Lilien an: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht. Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen.

28 Wenn aber Gott schon das Gras so prächtig kleidet, das heute auf dem Feld steht und morgen ins Feuer geworfen wird, wie viel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen!

29 Darum fragt nicht, was ihr essen und was ihr trinken sollt, und ängstigt euch nicht!

30 Denn um all das geht es den Heiden in der Welt. Euer Vater weiß, dass ihr das braucht.

31 Euch jedoch muss es um sein Reich gehen; dann wird euch das andere dazugegeben.

32 Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn euer Vater hat beschlossen, euch das Reich zu geben.

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Drei Blätter hat der Klee

Ich sitze auf einer „ausgesprochen grünen Wiese“ (Erich Kästner). Ich fühle Sonne und Frieden und schaue hinein in meine Wiese. Sie ist voller Klee. Und wie ich so den Klee anschaue, merke ich, holla, aller Klee hat drei Blätter und nicht vier. Dabei war schon in meinem Kopf, dass Klee vier Blätter hat. Quatsch! Die Vorstellung kommt sicher dadurch, dass man selbstverständlich immer Klee mit Glücksklee assoziiert und dadurch meint, er sei vierblättrig. Dabei ist vier nicht normal.

Und wenn ich jetzt anfange – und ich merke schon, wie ich anfange – rumzusuchen, ob ich ein vierblättriges finde, dann bekomme ich einen ganz unnormalen Blick. Ich fange an, ganz anders zu schauen. Der Klee selber ist dann plötzlich ganz uninteressant: Nur noch suchen und gieren, wo ist eins mit vieren? Schon bin ich auf allen Vieren und suche nach dem einen Klee mit einem vierten Blatt. Wer das hat, der hat ein Glücksblatt. Findest du einen, gehörst du zu den Glücksschweinen.

Als ich gemerkt habe, wie dieses Gieren und Suchen um jeden Preis mich verändert, wie es nicht nur den Blick, sondern mein Inneres verengt und aus dem Gleichgewicht bringt, mich zu einem Gier-Tier macht, lasse ich das gierige Suchen sein. Und es wir mir klar, ein Kleeblatt hat drei Blätter. Das ist das Übliche. Das ist das Normale. Das ist das Richtige. Und jetzt kann ich noch mal neu sehen, wie schön so ein dreiblättriges Kleeblatt ist. Jetzt kann ich mal die unterschiedlichen Kleepflanzen auf meiner Wiese anschauen. Und ich sehe, sie sind alle verschieden, auch wenn alle drei Blätter haben. Es gibt große, kleinere, alle irgendwie ein bisschen anders geformt, aber immer drei Blätter. Wie wir normalerweise alle fünf Finger haben, nur manchmal einer – wie Hannibal Lecter – sechs Finger. Sie erinnern sich an Hannibal the Cannibal aus dem Film „Das Schweigen der Lämmer“? Sechs Finger – ein Glück?

Wie schön so ein gewöhnliches dreiblättriges Kleeblatt ist. So selbstverständlich schön. So vertreten fast immer auf jedem Rasenstück. Ja, und da wird mir etwas bewusst, was ich schon längst gewusst habe. Was mir schon früher einmal eingefallen ist, was ich aber vergessen habe. Die Wunder umgeben uns immer. Nur vergessen wir zu staunen. Wir wundern uns nicht. Denn es ist selbstverständlich. Oder ist so ein dreiblättriges Kleeblatt nicht selbstverständlich? Oder der Löwenzahn daneben? Oder der Marienkäfer und die kleine Ameise, die mehr wegschleppt, als sie selber wiegt? Sind das Wunder oder Selbstverständlichkeiten, die keiner mehr als Wunder ansieht, weil die ganz normal und alltäglich sind.

Oder eines der größten Wunder überhaupt. Dass ein Mensch zur Welt kommt. Dass ein Kind geboren wird. So etwas Alltägliches. So etwas Normales. Und solch ein Wunder! Unglaublich. Und was da alles gelingen muss, damit dieses Wunder geschieht und ein kleines Kind rund und gesund zur Welt kommt. Und doch so alltäglich. So normal. Wie die Geschichte, die der Geburt vorausgeht von Erich Mühsam:

Es stand ein Mann am Siegestor,
der an ein Weib sein Herz verlor.
Schaut sich nach ihr die Augen aus,
in Händen einen Blumenstrauß.
Zwar ist dies nichts Besunderes.
Ich aber ­ ich bewunder es.


Ja, mit diesen Wundern werden wir täglich beschenkt. Und stellen Sie sich vor, manchmal findet sich doch sogar ein vierblättriges Kleeblatt. Zum Beispiel hier – zwar nicht von mir, aber von einer unserer Leserinnen fast sofort auf der Wiese gefunden. Ein Wunder. Kein Wunder. Ein Wunder!

Also mein Wunsch für Sie: staunen Sie mal wieder über die „normalen“ Wunder des Alltags!

28.09.2011

Thomas Gertler SJ

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